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Freies WLAN für alle Basis für eGovernment und kommunale Standortförderung

Autor / Redakteur: von Franz-Reinhard Habbel und Georgios Zafiris / Manfred Klein

Die digitale Zukunft der Stadt hat begonnen. Salzburg macht es vor: Mobiles Internet für jeden, öffentlicher Zugang zu Informationen über kommunale WLAN-Hotspots. Was sich in deutschen Städten oftmals erst im Pilotstatus befindet, ist in Österreich und anderen europäischen Ländern als Projekt der Vernetzung bereits erprobt.

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Die Welt immer dabei – wenn man WLAN-Zugang hat, kein Problem
Die Welt immer dabei – wenn man WLAN-Zugang hat, kein Problem
(Foto: violetkaipa - Fotolia.com)

Noch wichtiger ist allerdings die enorme Schubkraft für die wirtschaftliche Entwicklung und damit für mehr Wachstum. Das Internet wird zu einem bedeutsamen Wachstumstreiber.

Möglich macht es in der Stadt am Nordrand der Alpen die Kampagne „Salzburg surft!“ seit dem Frühjahr 2011. In Kooperation mit dem Jugendbüro und dem Altstadtverband waren zunächst drei Hotspots installiert worden und konnten für ein Budget von 50.000 Euro auf ein Netz von knapp 20 Hotspots erweitert werden. Damit wurde die Grundlage für Vernetzung der Altstadt geschaffen. Ein weiterer Ausbau wird folgen.

Das Internet als Tourismusförderer zu nutzen, hat sich auch Klagenfurt am Wörthersee zur Aufgabe gemacht. Apps auf dem Smartphone dienen als Reiseleiter. Besonders junge Leute sollen Location Based Services nutzen und die Region kennenlernen. Über soziale Netzwerke können dann beispielsweise in Echtzeit Bilder von der Stadt mit Freunden und Bekannten geteilt werden.

Der kostenlose Werbeeffekt für die Stadt oder die Region ist dabei nicht zu unterschätzen. Der spürbare Vorteil für Touristen ist, dass sobald WLAN verfügbar ist, sich hohe Roamingkosten in Fremdnetzen sparen lassen. Die Attraktivität der Urlaubsregion steigert sich damit enorm.

Tallinn in Estland ist einer der europäischen Vorreiter der digitalen Konnektivität. Nicht erst seit 2005, als in der Hauptstadt das Projekt eines öffentlichen WLAN starten konnte, ist das nördlichste Land des Baltikums in Europa auf dem Vormarsch.

Die technologische Affinität der Einwohner hat etwas Neues geschaffen: Eine Verknüpfung der nationalen Identität mit dem Internet. Besonders für junge Esten ist das Internet ein Symbol für Freiheit und Demokratie.

Der Ausbau des WLAN-Netzes ist weit vorangetrieben: Es reicht heute fast ununterbrochen von Tallinn bis zur rund 180 Kilometer entfernten zweitgrößten Stadt des Landes, Tartu.

Angelehnt an die skandinavischen Länder wuchs im jungen Staat der Wille zur Modernisierung und so kam es seit 1995 zu Reformen, die besonders die neuen Technologien integrieren und auch den wirtschaftlich schwächeren Bürgern den Zugang zum Internet ermöglichen sollten.

Bereits 1997 waren 97 Prozent aller estnischen Schulen an das Netz angeschlossen, alle Regierungsgeschäfte und Kabinettsitzungen laufen seit dem Jahr 2000 auf elektronischem Wege. Die Stadt Tallinn verfügt heute über 64 kostenlose öffentlich finanzierte Hotspots, deren Kosten sich jährlich auf 60.000 Euro belaufen. Sie sind für jeden ersichtlich, da sie mit spezifischen schwarzen oder orangefarbenen Markierungen versehen sind. Zusammen mit den privat zugänglichen WLAN-Netzen bringt es die Stadt sogar auf 360 Hotspots, die sich über die Altstadt, die Parks, Hotels und den Stränden erstrecken.

Freier Zugang zum Netz bedeutet für die Stadt vor allem wirtschaftliche Vorteile: Neben den touristischen Möglichkeiten, können auch mehr Unternehmen, mehr Kunden und mehr Start-ups angezogen werden. Auch für Angestellte kann das heißen, dass ihre Arbeit kreativer und produktiver miteinander geteilt werden kann. Die moderne Infrastruktur für eine WLAN-Stadt bedeutet aber vor allem auch, dass ein fortschrittlicher, attraktiver Ort geschaffen wird, der mehr Geschäftspersonen, Unternehmer und Kreative in die Stadt bringt.

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