Digitaler Wandel

Baden-Württemberg setzt bei Standortpolitik auf Künstliche Intelligenz

| Autor: Manfred Klein

Top-Talente anwerben und KI-Kompetenzen stärken

Aufbauend auf den exzellenten Strukturen an den Hochschulen und Forschungseinrichtungen des Landes, den unter anderem 20 neuen Professuren mit Schwerpunkt KI im Land oder auch den KI-Lernfabriken, soll Baden-Württemberg als attraktiver Standort für Top-Talente und Experten aus aller Welt vorangebracht werden.

„Wir werden weitere Anstrengungen unternehmen, damit das Cyber Valley die notwendige kritische Masse erreicht, um noch mehr Strahl- und Anziehungskraft für die klügsten Köpfe aus der ganzen Welt zu entfalten“, so die Wissenschaftsministerin.

Bereits heute ziehe das Cyber Valley Spitzenwissenschaftler der Top-Universitäten weltweit an. Studiengänge im Land sollen durch KI-Schwerpunkte ergänzt und mit speziellen Förderprogrammen sollen gezielt auch Frauen für ein Studium mit Schwerpunkt KI gewonnen werden.

Standards setzen: Mit Cybersicherheit, Datenschutz und Ethik

„KI stellt Wirtschaft und Staat gerade auch bei der Cybersicherheit vor neue Herausforderungen. Leistungsfähige KI-Technologien, die Daten- und Persönlichkeitsrechte schützen und sicher vor Cyberangriffen sind, erachten wir als einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil“, sagte Digitalisierungsminister Strobl.

Die Datensicherheit und den Schutz der Persönlichkeitsrechte mache die Landesregierung zum Gütesiegel der Digitalisierungsstrategie. „Auf diesen Stärken werden wir aufbauen. Wir setzen uns dafür ein, dass die Bundesregierung Forschung und Wissenstransfer im Bereich IT-Security verstärkt“, so Strobl weiter.

Zudem werde bereits in Forschung und Wissenstransfer bei software-und hardwarebasierten KI-Lösungen, die nach dem Beispiel natürlicher Nervenzellen gebaut werden, investiert. „Das Kompetenzzentrum für angewandte Sicherheitstechnologie am Karlsruher Institut für Technologie soll als nationaler Leuchtturm unter Beteiligung des Landes verstetigt und ausgebaut werden“, ergänzte Wissenschaftsministerin Theresa Bauer.

Zudem will dass Land Forschungs- und Transferprojekte mit den Schwerpunkten Anwendungsmöglichkeiten und Cybersicherheit zu verschiedenen Themenschwerpunkten – wie beispielsweise Gesundheit, Mobilität, Produktion und Nachhaltigkeit sowie Kritischen Infrastrukturen – sollen weiter stärken.

„KI ist längst nicht nur eine wirtschaftliche Herausforderung, sondern auch eine gesellschaftliche und ethische. Wir als Landesregierung haben deshalb eine doppelte Aufgabe: Wir treiben die Digitalisierung voran, um die großen Chancen gerade auch der KI zu nutzen. Wir wollen die Digitalisierung aber menschlich gestalten. Das heißt: Wir müssen ethisch fundierte Spielregeln für die Künstliche Intelligenz entwickeln. Das bedeutet auch, dass wir Europäer unseren eigenen Weg der Digitalisierung finden müssen, der unseren Werten und unserem Gesellschaftssystem entspricht“, betonte Ministerpräsident Kretschmann.

Die transdisziplinäre Kooperation der Geistes- und Sozialwissenschaften mit den Technikwissenschaften sowie den Bürgerinnen und Bürgern solle gefördert werden. Insbesondere würden die Veränderungen der Arbeitswelten und die nachhaltige Entwicklung in den Blick genommen, so Kretschmann weiter.

Treiber in Deutschland und Europa

„Der europäische Schulterschluss im Bereich der KI ist auch eine Antwort darauf, Standards zu setzen. Mit einer KI-Strategie ‚made in Europe‘ können wir die Weichen dafür stellen, ökonomischen und gesellschaftlichen Fortschritt miteinander zu verbinden – etwa um mit KI medizinischen Fortschritt zu erzielen oder den Klimawandel zu bekämpfen“, unterstrich Minister Thomas Strobl.

„Nicht zuletzt deshalb setzen wir auch auf einen deutsch-französischen Schulterschluss. Ich habe mich dafür stark gemacht, und im Koalitionsvertrag ist es angelegt, dass wir uns in Europa zusammentun, in diesem Bereich zum Beispiel zusammen mit Frankreich forschen und auch da unsere Stärken bündeln.“

Um deutsch-französische Forschungskooperationen zu stärken, hat Wissenschaftsministerin Theresia Bauer Ende August eine Delegation aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft zu Gesprächen nach Paris geführt. Erste deutsch-französische Tagungen haben bereits stattgefunden. Die ELLIS-Initiative, eine Initiative der führenden europäischen KI-Forscher, solle als wichtiger Beitrag der europäischen Vernetzung umgesetzt werden, so Kretschmann. Dafür solle gemeinsam mit der Bundesregierung die Leistungsfähigkeit der Infrastrukturen für die KI-Forschung gestärkt und europäisch vernetzt werden.

„Die Landesregierung unterstützt ausdrücklich, dass die Bundesregierung prüfen will, ob bei KI ein wichtiges Vorhaben von gemeinsamem europäischem Interesse realisiert werden kann“, betonte Ministerpräsident Kretschmann abschließend.

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