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„Green IT“ in der Öffentlichen Verwaltung Baden-Württemberg forciert umweltschonenden IT-Einsatz

| Redakteur: Susanne Ehneß

Die IT des Landes Baden-Württemberg braucht genauso viel Strom wie 25.000 Haushalte. Das soll sich nun ändern. Das Umweltministerium hat eine „Landesstrategie Green IT 2020“ entwickelt, die das Kabinett nun verabschiedet hat. Infrastruktur und Organisation der Landesverwaltung sollen nun für einen ressourcenschonenden Betrieb angepasst werden.

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Von einer ressourcenschonenden IT-Infrastruktur profitiert nicht nur die Umwelt
Von einer ressourcenschonenden IT-Infrastruktur profitiert nicht nur die Umwelt
(Bild: Iakov Kalinin - Fotolia.com)

Baden-Württemberg will sparen. Der Stromverbrauch der Landesverwaltung bei der IT-Nutzung soll sich um jährlich mindestens zwei Prozent reduzieren. Diese Marke wurde in der nun verabschiedeten „Landesstrategie Green IT 2020“ festgesetzt.

„Wir wollen die Fragen, welche Geräte wir beschaffen und wie wir sie nutzen, nachhaltiger und damit verantwortungsvoller beantworten als bisher“, erläutert Umweltminister Franz Untersteller. Er sieht die Green-IT-Strategie als weiteren Schritt auf dem Weg der ökologischen Modernisierung. Die Strategie ergänze das Klimaschutzgesetz und die Arbeit an der klimaneutralen Landesverwaltung.

92 Maßnahmen

Im Strategiepapier wurden insgesamt 92 Maßnahmen Richtung Green IT verankert, von denen einige bereits umgesetzt werden. Diese Maßnahmen finden in den folgenden fünf Bereichen statt:

  • Arbeitsplatz: Die Wirksamkeit entsprechender Maßnahmen hängt laut Strategiepapier in hohem Grad von der Akzeptanz bei den einzelnen Mitarbeitern ab. Beispiele: Einsatz von Mini-PCs und Dokumenten-Management-Systemen.
  • Beschaffung, Ausschreibung und Recycling: Das Volumen der jährlichen Beschaffung der gesamten Öffentlichen Hand im Land liege in der Größenordnung von 50 Milliarden Euro, das Beschaffungsvolumen für IuK-Standardgeräte der Landesverwaltung Baden-Württemberg bei jährlich zwischen 10 und 15 Millionen Euro. Der bestehende rechtliche Rahmen setze derzeit Grenzen; eine verstärkte Ausrichtung auf ein nachhaltiges Profil könne die Innovationsfähigkeit der Industrie steigern und Vorreiterfunktionen ermöglichen. Beispiele: Zentrale Beschaffungsempfehlungen des Landes auch für Kommunen nutzbar machen; Berücksichtigen von Zertifizierungen und Umweltbilanzen.
  • Rechenzentren: Ohne Energie ist der Betrieb von Serversystemen nicht denkbar. In Zeiten steigender Energiekosten ist der effiziente Einsatz von Energie nicht nur ein Aspekt des Umweltschutzes, sondern auch ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor. Die vorhandenen Möglichkeiten würden jedoch durch bauliche Voraussetzungen, die Aufgabenerfüllung und rechtliche Vorgaben geprägt. Beispiele: Servervirtualisierung, effiziente USVs, Direktnutzung erneuerbarer Energien.
  • Organisatorische Maßnahmen und Energiemanagement: Zentraler Punkt sei das Mitttragen der Maßnahmen durch die Hausspitzen. Zudem sollen die erzielten Einspareffekte direkt an der einsparenden Stelle greifbar gemacht werden. Beispiele: eLearning, Videokonferenzen, Heimarbeitsplätze mit VPN-Anbindung.
  • Wissenschaftsbetrieb: Die hier bestehende hohe Spannbreite erfordere Maßnahmen, die über die Inhalte der vorigen vier Bereiche hinausgehen. Beispiele: Förderung studentischer Projekte zum Thema Energieeffizienz.

Mit der Green-IT-Strategie setzt die Landesregierung Baden-Württemberg ein im Koalitionsvertrag vereinbartes Vorhaben um. Die Strategie soll im Laufe der kommenden sechs Jahre sukzessive umgesetzt werden; die Verantwortung hierfür obliegt den Ressorts. Ansprechpartner sind die Energiemanagement-Beauftragten, die gemeinsam mit den IT-Verantwortlichen die technischen Maßnahmen planen.

Die Umsetzung soll regelmäßig überprüft werden, einen ersten Zwischenbericht soll die Landesregierung Mitte 2017 erhalten.

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