Cloud-Computing

AWS kündigt neue Lösung für die Datennutzung an

| Autor: Julia Mutzbauer

Mit AWS Data Exchange können Daten von Drittanbieter für wissenschaftliche Forschungszwecke oder Anwendungen in Unternehmen über eine Cloud genutzt werden
Mit AWS Data Exchange können Daten von Drittanbieter für wissenschaftliche Forschungszwecke oder Anwendungen in Unternehmen über eine Cloud genutzt werden (© blackboard - stock.adobe.com)

Unternehmen, Wissenschaftler und akademische Institutionen nutzen Daten von Drittanbietern für ihre Forschung, für zahlreiche Anwendungen und Analysen sowie um Modelle für maschinelles Lernen zu trainieren und Entscheidungen auf Grundlage von Daten zu treffen. Die Cloud-Plattform AWS (Amazon Web Services) will mit AWS Data Exchange einen neuen Service für die einfachere Nutzung von Datenprodukten anbieten.

Künftig können die Daten von Drittanbietern mit der neuen AWS-Lösung AWS Data Exchange über einen einfachen, sicheren und einheitlichen Markplatz für Daten in einer Cloud genutzt werden. Dabei können die Nutzer die Daten über ein Datenabonnements beziehen. AWS gibt an, dass mehr als 1.000 Angebote von über 80 qualifizierten Datenanbietern verfügbar sind.

Zum Thema Datensicherheit heißt es in der Pressemitteilung von AWS: „Der neue Service ermöglicht es Millionen von AWS-Kunden, Datenprodukte von Drittanbietern sicher über den AWS Marketplace zu abonnieren und zu nutzen. Dabei verbietet AWS Data Exchange, dass sensible persönliche Daten ohne Erlaubnis geteilt werden“.

Zudem könnten die Nutzer bevor sie sich für ein Datenabonnement entscheiden, den Preis und die Nutzungsbedingungen der Anbieter einsehen. Nach Abschluss eines Abos können die Kunden die Programmierschnittstelle (API) oder die Konsole von AWS Data Exchange nutzen. Damit ließen sich die abonnierten Daten direkt im Amazon Simple Storage Service (Amazon S3) übernehmen, um sie über das AWS-Cloud-Portfolio hinweg zu nutzen.

Wenn ein Anbieter seine Datensätze aktualisiert, würde AWS Data Exchange alle Abonnenten über einen Amazon CloudWatch Event benachrichtigen. Kunden sollen so automatisch auf die aktualisierten Daten in ihren Data Lakes, Anwendungen, Analysen und Machine Learning Modellen zugreifen können.

Die Kosten der Datenabonnements sollen in den bestehenden AWS-Rechnungen der Kunden aufgeschlüsselt werden. Zusätzlich könnten Kunden bei ihren Drittanbietern anfordern, dass der Bezug ihrer bereits bestehenden Abonnements auf AWS Data Exchange kostenfrei umgestellt wird. Dadurch sei die Nutzung einfacher, da die Anwender ihre gesamten Drittanbieterdaten in der AWS Cloud mit AWS Data Exchange über eine einzige Schnittstelle nutzen würden.

Außerdem hätten Datenanbieter den Vorteil, dass sie mit AWS Data Exchange selbst keine Infrastruktur aufbauen müssten, um Daten speichern und bereitstellen zu können sowie Abrechnungen und Berechtigungen zu verwalten. Künftig würden namhafte Unternehmen wie Change Healthcare ihre Datensätze als Produkte auf dem AWS Marketplace anbieten.

AWS Data Exchange soll die Probleme, die sowohl für Datenanbieter als auch die Datennutzer entstehen lösen. Denn mit einer wachsenden Anzahl an Datenabonnements seien auch Probleme aufgetreten. Bisher hätten die Nutzer oft Wochen auf die Lieferung der physischen Speichermedien, auf denen sich die gewünschten Daten befinden, warten müssen.

Auch mussten sie sensible Anmeldeinformationen für mehrere File Transfer Protocol (FTP) Hosts managen und regelmäßig nach neuen Updates suchen. Zudem sei es vorgekommen, dass ein Code für unterschiedliche Schnittstellen (APIs) benötigt wurde. Außerdem hätten die Anwender für jeden einzelnen Datenanbieter unterschiedliche Abrechnungsmodalitäten und Lizenzmodelle verwalten müssen.

Für die Datenanbieter wiederum sei es eine Herausforderung gewesen potenzielle Kunden zu erreichen, ohne dabei viel Budget in Vertrieb und Marketing zu stecken. Zusätzlich seien Investitionen in Technologie nötig gewesen, um Daten für potenzielle Kunden zu speichern und zur Verfügung zu stellen sowie um Rechnungen auszustellen und Zugangsberechtigungen zu verwalten.

Beispielsweise könnten Forscher an akademischen Einrichtungen den Klimawandel besser untersuchen, da sie auf Datensätze zu CO2-Emissionen Zugriff erhalten. Experten aus dem Gesundheitssektor seien in der Lage, aggregierte Daten aus historischen klinischen Studien zu beziehen, um ihre Forschungsaktivitäten zu beschleunigen.

Mit der neuen Lösung sollen künftig Daten von namhaften Unternehmen wie Change Healthcare angeboten werden. Change Healthcare verarbeite und anonymisiere mehr als 14 Milliarden Transaktionen im Gesundheitssektor und jährlich eine Billion Schadensansprüche. Das Unternehmen Dun & Bradstreet unterhalte eine Datenbank mit weltweit mehr als 330 Millionen geschäftlichen Datensätzen. Foursquare verarbeite Standortinformationen von 220 Millionen Nutzern und von mehr als 60 Millionen gewerblichen Anbietern weltweit. Auch Unternehmen wie TransUnion, Pitney Bowes und Virtusa würden ihre Datensätze auf dem AWS Marketplace anbieten.

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