6. Fachkongress des IT-Planungsrats

Ausrichter Thüringen präsentiert eigene Projekte

| Autor: Manfred Klein

Thüringen stellt nächste Woche seine Projekte zur Stammdatenverwaltung und zur dauerhaften Archivierung elektronischer Daten in der Weimarhalle vor
Thüringen stellt nächste Woche seine Projekte zur Stammdatenverwaltung und zur dauerhaften Archivierung elektronischer Daten in der Weimarhalle vor (Bild: © Uwe Bumann – AdobeStock.com)

Auf dem 6. Fachkongress des IT-Planungsrates präsentiert der diesjährige Ausrichter, das Land Thüringen, der bundesweiten Verwaltungslandschaft in Weimar auch zwei eigene Projekte.

Im Bereich eGovernment lassen sich innovative Ansätze in allen Verwaltungen Deutschlands finden, sagt der Thüringer CIO Dr. Hartmut Schubert. Er sagt: „Ich bin stolz, dass wir auch zwei herausragende Thüringer Projekte auf dem Fachkongress präsentieren können.“

Das eine Projekt betrifft den behördlichen Datenaustausch. Das Thüringer Landesamt für Verbraucherschutz hat eine gute Lösung für Thüringer Landwirte etabliert. Thüringen ist damit der EU-Maxime des Verbraucherschutzes ‚From stable to Table‘ oder ‚Vom Stall bis auf den Teller‘ ein großes Stück näher gekommen.

Das Projekt wird durch Dr. Stefan Schulze, Dezernent im Landesamt für Verbraucherschutz am 17. April 2018 vorgestellt. Titel: Verwaltungsübergreifende Stammdatenverwaltung – zentrales Betriebsregister BALVI im behördlichen Verbraucherschutz. Dr. Schulz erklärte dazu im Vorfeld des Kongresses: „Im gesundheitlichen Verbraucherschutz wimmelt es von historisch gewachsenen IT-Anwendungen, welche nahezu identische Daten benötigten. Diese Stammdaten, etwa Name, Adresse oder Firmensitz, wurden bisher einzeln manuell erfasst und mussten stetig aktuell gehalten werden.“

In Thüringen erfolge dieser Datenaustausch mittlerweile vollständig digital, automatisch und medienbruchfrei. Eine einzelne Registrierung ersetze, was früher in mindestens fünf Formularen verschiedener Behörden eingetragen werden musste. Der digitalisierte behördliche Datenaustausch spare Zeit und Geld bei Bürger und in den angeschlossenen Behörden und trage erheblich zur Verbesserung der Datenqualität bei. Das Bild des Bauern, der mit dem Tablet-Computer im Stall stehe, und mit verschiedenen Behörden kommuniziere, sei hier durchaus treffend.

Das zweite Projekt wird durch das Landesarchiv Thüringer vorgestellt. Referent ist Jörg Filthaut. Er soll ThELMA vorstellen, das Thüringisches Elektronisches Magazin.

Mit ThELMA geht das Landesarchiv ein Problem an, dass inzwischen nicht nur jedem Bibliothekar, sondern auch vielen Privatanwendern bestens vertraut ist. Salopp formuliert stellt sich das Problem folgenderamßen dar: „Kriegen Sie Ihre alten Disketten noch zum Laufen? Sie wissen nicht, was Disketten sind? Haben Sie mal versucht, Ihre alten Texte, geschrieben im Format MS-Word 2.0, zu öffnen?

Dazu Dr. Bernhard Post, Leiter des Landesarchivs: „Digitale Daten und Datenträger veralten sehr schnell, gleichwohl haben wir uns an die Vorteile der digitalen Welt gewöhnt, die nicht mehr aus unserem Leben wegzudenken sind. Es droht aber eine Amnesie des schriftlichen Gedächtnisses des Freistaates, wenn die digitalen Aufzeichnungen nicht dauerhaft archiviert werden können.“

Genau dieser Herausforderung stellt sich das Projekt ‚Digitales Magazin des Freistaates Thüringen‘, das die organisatorischen und technischen Voraussetzungen im Freistaat schaffen soll, damit die medienbruchfreien Prozesse des eGovernment von der Antragstellung des Bürgers bis zur Archivierung der Unterlagen im Landesarchiv als letztem Glied der Prozesskette reibungslos ablaufen.

Weitere Informationen zum Kongress des IT-Planungsrates.

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