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eGovernment-Wettbewerb 2020 Ausgezeichnet: Die Besten im eGovernment

| Autor: Manfred Klein

Die Gewinner des diesjährigen von Bearingpoint und Cisco ausgerichteten eGovernment-Wettbewerbs stehen fest. Wir stellen ihnen die Gewinner in den einzelnen Kategorien vor.

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(© vchalup – stock.adobe.com)

Von Stadtverwaltungen bis hin zu Bundesbehörden – die Zukunft der öffentlichen Verwaltung ist digital. Das stellen die Gewinner des diesjährigen eGovernment-Wettbewerbs von BearingPoint und Cisco eindrucksvoll unter Beweis. Die Siegerprojekte in den verschiedenen Kategorien zeigen technologische und organisatorische Innovationen wie Künstliche Intelligenz und agile Arbeitsweisen. BearingPoint prämierte die Gewinner gemeinsam mit Cisco in einer feierlichen Preisverleihung in Verbindung mit dem 25. Ministerialkongresses am 22. September in Berlin.

„Die Projekte der Finalisten zeigen eindrucksvoll, welche Potenziale in der Digitalisierung der öffentlichen Hand stecken. Deshalb ist die Förderung der digitalen Verwaltung ein wichtiger Bestandteil des Konjunkturpakets der Bundesregierung“, so Dorothee Bär, MdB, Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin und Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung.

Gewinnerprojekte bringen moderne Technologien und Methoden erfolgreich zum Einsatz

Mit dem Projekt „Cloudbasiertes Gebäudemanagement“, das von der Jury mit dem Preis für das beste Infrastrukturprojekt ausgezeichnet wurde, gelingt dem Bundesministerium der Verteidigung ein nachhaltiges und effizientes Management der Bundeswehrimmobilien über den gesamten Lebenszyklus. Dieser Ansatz überzeugte auch beim für alle Bürgerinnen und Bürger offenen Online-Voting, sodass das BMVg auch den Publikumspreis mit nach Hause nehmen konnte.

Das beste Modernisierungsprojekt „Startup Bauhof“ der Stadt Herrenberg zeigt eindrucksvoll, wie durch agile Organisationsformen die Identifikation mit dem Arbeitsplatz gestärkt wird und eigenverantwortliches Arbeiten praktisch nutzbare Innovationen generiert.

Mit der Einführung eines „Universalprozesses“ hat das Land Baden-Württemberg in einer ersten Ausbaustufe eine Vielzahl von OZG-relevanten Dienstleistungen digital nutzbar gemacht. Dafür gab es den Preis für das beste Projekt zur Umsetzung des Online-Zugangsgesetzes.

Die „Digitalstrategie Hamburg“ – hat die gesamte Stadt im Blick und macht deutlich, wie mittels einer „Strategie aus einem Guss“ eine zwischen den Akteuren der Stadt abgestimmte Digitalisierung vorangebracht wird. Dafür erhielt die Stadt Hamburg die Auszeichnung für das bestes Kooperationsprojekt.

Eine organisationsübergreifende Vernetzung von Akteuren, die mit neuen Technologien experimentieren, fördert das „Netzwerk Digitale Nachweise“, das ebenfalls mit dem ersten Preis in der Kategorie bestes Kooperationsprojekt ausgezeichnet wurde. Koordiniert wird das Netzwerk vom Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen.

Der Preis für das beste Projekt zum Einsatz innovativer Technologien ging an die Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM). Diese setzt erfolgreich Künstliche Intelligenz ein, um die massenhaft zu bewältigenden Vorabprüfungen im Regressmeldeverfahren weitgehend zu automatisieren und so den Aufwand für alle Beteiligten signifikant zu reduzieren.

Die Auszeichnung für das beste Digitalisierungsprojekt in Bund, Ländern und Kommunen ging an das Österreichische Bundesjustizministerium. Mit „JustizOnline“ eröffnet das Ministerium allen Prozessbeteiligten eine vollständige Akteneinsicht, sodass aufwändige Vor-Ort-Termine entfallen.

„Die Gewinnerprojekte zeigen, dass die agile Transformation von Behörden der Turbo für die weitere Digitalisierung unserer Verwaltung ist und dass durch agile Arbeitsweisen mehr Ideen für nutzbringende Digitalisierungsprojekte entstehen. Jetzt wird es darum gehen, dass die mutig voranschreitenden Wettbewerbsgewinner möglichst viele Nachahmer finden“, kommentiert Jon Abele, Partner und Leiter Public Services bei BearingPoint.

„Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz ist für Behörden kein Fremdwort mehr. Die Finalisten zeigen, dass KI in allen Verwaltungsebenen schnell praktischen Nutzen für Bürgerinnen und Bürger sowie die Wirtschaft generiert und gleichzeitig die verwaltungsinterne Arbeit modernisiert“, unterstreicht Jonas Rahe, Sales Executive bei Cisco Deutschland.

Die Preisträger 2020 im Überblick

Bestes Projekt zur Umsetzung des OZG:

„Universalprozess“ zur Beantragung aller Verwaltungsleistungen auf der eGovernment-Plattform www.service-bw.de“ / Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration Baden-Württemberg.

Jury-Zitat Franz-Reinhard Habbel, Publizist und Autor, ehemals Sprecher des DStGB und Gründer Innovators Club zur Entscheidung der Jury: „Um die mehr als 1.000 Kommunen und weitere Behörden in Baden-Württemberg OZG-fähig zu machen, ist das Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration Baden-Württemberg einen interessanten Weg gegangen und hat einen universell einsetzbaren digitalen Antragsprozess entwickelt. Alle Behörden im Land können auf der zentralen E-Gov Plattform www.service-bw.de die Dienste nutzen und den Bürger/innen und Unternehmen anbieten. Das OZG kann somit flächendeckend im Land schnell umgesetzt werden. Wieder einmal zeigt sich Baden-Württemberg als Vorreiter der Digitalisierung in Deutschland.“

Bestes Projekt zum Einsatz innovativer Technologien

Einsatz von KI zur Steuerung der Fallprüfung im Regressmeldeverfahren / Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM)

Jury-Mitgleid Prof. Dr. Dagmar Lück-Schneider, Studiengangsleitung Verwaltungsinformatik HWR Berlin, erklärte dazu: „In diesem Projekt führt KI sinnvoll zu einer Teilautomatisierung und damit zu einer großen Aufwandsreduzierung bei massenhaft zu bewältigenden Vorabprüfungen. Das Vorgehen hat hohes Übertragbarkeitspotenzial.“

Bestes Digitalisierungsprojekt in Bund, Ländern und Kommunen

„JustizOnline“ / Bundesministerium für Justiz, Österreich

Manfred Klein, Chefredakteur eGovernment Computing, erläuterte die Entscheidung der Jury so: „Trotz aller Fortschritte, welche die Ööffentliche Verwaltung in den vergangenen Monaten erreicht hat – gerade die Justizverwaltungen in Deutschland tun sich mit der Digitalisierung immer noch schwer. Dass es auch anders geht, zeigt das Projekt JustizOnline des Österreichischen Bundesministeriums für Justiz. Über JustizOnline können Bürgerinnen und Bürger, Rechtsanwälte und Notare zum Beispiel unkompliziert Anträge einreichen. Und das ohne, dass die Unabhängigkeit der Justiz, der Datenschutz oder Bürgerechte gefährdet wären. Zur Nachahmung unbedingt empfohlen.“

Bestes Modernisierungsprojekt

„Startup Bauhof“/ Stadt Herrenberg, Amt für Technik, Umwelt, Grün (TUG)

Jury-Mitglied Ilona Benz, Leiterin der Stabsstelle Digitalisierung beim Gemeindetag Baden-Württemberg, überzeugte an diesem Projekt: „Die Stadt Herrenberg ermöglicht mit ihrem Projekt „Start-up Bauhof“ einen Blick in die Glaskugel der Öffentlichen Verwaltung. Die Jury ist davon überzeugt, dass selbstorganisierte Teams der Kern von Arbeit 4.0 in Behörden und Ämtern auf allen Ebenen in Deutschland sein werden. Heutige und zukünftige Generationen möchten für das Gemeinwohl arbeiten und dabei wollen sie gestalten! Die kreativen, reflektierten und selbständigen Macher lassen sich nicht in starre Strukturen und Hierarchien pressen. Anpassen sollten sich die Strukturen, nicht die Menschen. Herrenberg hat gezeigt, dass es funktionieren kann und damit alle anderen zum Mitmachen aufgefordert.“

Bestes Kooperationsprojekt

„Digitalstrategie für Hamburg“ / Freie und Hansestadt Hamburg (FHH) – Senatskanzlei, Amt für IT und Digitalisierung (ITD)

Jury-Zitat Univ.Lekt. Christian Rupp, Vorstand im Nationalen E-Government Kompetenzzentrum und CIO des Joint eGov and Open Data Innovation Lab: „Eine erfolgreiche Digitalstrategie braucht einen Gesamtblick auf alle Teilbereiche. Die Digitalstrategie für Hamburg ist ein Vorzeigebeispiel, wie eine gemeinsame (ressort- und ämterübergreifende) in einem kooperativen Ansatz entwickelt werden kann.“

Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen „Netzwerk Digitale Nachweise“

Jury-Zitat Prof. Dr. Maria Wimmer, Forschungsbereich Verwaltungsinformatik, Universität Koblenz-Landau: „Das Netzwerk Digitale Nachweise schafft für alle Akteure einen gemeinsamen Raum, um mit neuen Technologien experimentieren zu können. Das Netzwerk unterstützt die Etablierung von Standards, sodass zum Beispiel im Bildungsbereich kompatible digitale Zeugnisformate eingeführt werden können.“

Bestes Infrastrukturprojekt sowie Publikumspreis

„Cloudbasiertes Gebäudemanagement mit BIM – optimierte Nachhaltigkeit und Effizienz im gesamten Lebenszyklus der Bundeswehrimmobilien“ / Bundesministerium der Verteidigung

Jury-Zitat Prof. Dr. Peter Parycek, Mitglied im Digitalrat der Deutschen Bundesregierung, Leitung Kompetenzzentrum ÖFITDas Projekt: „Cloudbasiertes Gebäudemanagement der Bundeswehr“ zeichnet sich durch agile Entwicklung, Berücksichtigung der Bedarfe aller beteiligten Parteien in Bund und Ländern von ArchtiktInnen bis Bauverwaltung und einer hohen Standardisierung aus. Darüber hinaus ist die nachhaltige Wirkung dieses Digitalisierungsprojekts hervorzuheben.“

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