Best Practice in Leipzig Ausfallsichere Server im Kindernotfallzentrum

Autor / Redakteur: von Rainer Doh / Gerald Viola

Das Kindernotfallzentrum Dr. Teichmann in Leipzig bietet rund um die Uhr eine Versorgung für Kinder mit akuten Erkrankungen und Verletzungen. Entsprechend hoch sind die Anforderungen der Praxis an die Verfügbarkeit der IT-Systeme. Mit Stratus Avance wurde nun eine ausfallsichere Server-Lösung implementiert, die keinen Administrationsaufwand erfordert.

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Dr. Barbara Teichmann, Leiterin des Kindernotfallzentrums in Leipzig
Dr. Barbara Teichmann, Leiterin des Kindernotfallzentrums in Leipzig

Wenn Kinder krank werden oder sich verletzen und ärztliche Versorgung benötigen, nehmen sie natürlich keine Rücksicht auf Sprechstunden – es passiert einfach: Nachts, an Wochenenden und gerne auch an Feiertagen. Hilfe muss dann sofort erfolgen, daher hat hier mehr als in anderen Bereichen von Wirtschaft und Gesellschaft die Forderung nach einer 7x24-Bereitschaft ihre Berechtigung.

Das Kindernotfallzentrum Dr. Barbara Teichmann ist eine Einrichtung für solche Fälle. Die 1991 gegründete ambulante Praxis stellt mit acht Fachärzten und Assistenten eine medizinische Notfallversorgung für Kinder im Großraum Leipzig bereit und behandelt akute Erkrankungen, Verletzungen oder Vergiftungen.

In schwerwiegenden Fällen, bei denen Operationen oder ein stationärer Krankenhausaufenthalt notwendig sind, führt das Kindernotfallzentrum die erste Diagnostik durch und überweist die Patienten dann an eine stationäre Einrichtung. Die Leistungen der Praxis werden überaus rege in Anspruch genommen, sodass immer der Zugriff auf über 50.000 Patientendaten erforderlich ist.

In den letzten Jahren ist der Praxisbetrieb mehr und mehr digitalisiert worden, nicht nur die Patientendaten und die Behandlungen werden heute elektronisch erfasst, selbst grundlegende Informationen über Medikamente sind nur noch über die IT-Systeme verfügbar. Auch ältere Patientenakten sind mittlerweile eingescannt, sodass auch Daten über frühere Behandlungen an den Computer-Arbeitsplätzen abgerufen werden können.

Es begann mit einem einzigen Computer ...

1991, bei der Gründung ihrer Kinderarztpraxis, hatte Dr. Teichmann mit einem einzigen Computer begonnen, der für die ganze Praxis alle Aufgaben übernahm und den sich die Mitarbeiter teilen mussten. 2002, beim Umzug in die heutigen Praxisräume und mit Erweiterung von einer normalen Kinderarztpraxis in ein rund um die Uhr einsatzbereites Kindernotfallzentrum, war es dann schon ein kleines Netz mit acht Arbeitsplätzen.

Als Software für die Abbildung der fachlichen Aufgaben der Praxis wurde und wird von Anfang an bis heute die Lösung ixx.isynet des Anbieters für Arztinformationssysteme medatixx verwendet; die Lösung hat sich in der Praxis bewährt und ist mit den Anforderungen mitgewachsen.

Zu den grundlegenden Anforderungen an die IT des Kindernotfallzentrums gehört die ständige Verfügbarkeit. „Wir sind in Diagnostik und Therapie heute darauf angewiesen, dass unsere IT ständig funktioniert“, erklärt Dr. Teichmann.

„Verwaltungsaufgaben wie die Rechnungsstellung lassen sich zwar verschieben und nachholen, aber wenn es um Behandlungen geht, können wir uns keine Ausfälle leisten, etwa bei der digitalen Patientenakte oder bei der heute so wichtigen medizinischen Dokumentation.“

In diesen Bereichen sind die Anforderungen in den letzten Jahren erheblich gestiegen, und viele Abläufe im Praxisbetrieb sind ohne IT-Unterstützung gar nicht mehr möglich. „Wenn der Praxisserver ausfällt, kommt es zu erheblichen Wartezeiten für die Patienten und jedes Rezept muss wieder mit der Hand ausgestellt werden“, ergänzt Dr. Teichmann.

Totale IT-Verfügbarkeit durch ausfallsicheren Server

Das Thema IT-Verfügbarkeit stand daher auch auf der Tagesordnung, als Ende 2010 Überlegungen zum Ersatz der bisherigen Server angestellt wurden. Zum einen waren die Systeme an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen, sie waren unter der Last neuer Aufgaben schließlich immer langsamer geworden und es war klar, dass sie für Erweiterungen keine Kapazitäten mehr hatten.

Daher musste in ein leistungsfähiges und skalierbares System investiert werden. Zum anderen sollte ein neues Serversystem zugleich auch das Ausfallrisiko vermindern. Vorgabe: ein reibungsloser Praxisbetrieb rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr – und die Server sollten nicht nur möglichst störungsfrei arbeiten, sondern im Fall des Falles ohne Datenverlust eine schnelle Fortsetzung des Betriebs ermöglichen.

Diese Anforderungen konnte das Kindernotfallzentrum mit der ausfallsicheren Serverlösung Stratus Avance erfüllen. Avance verbindet zwei handelsübliche Standard-x86-Server und führt permanent eine Synchronisation beider Rechner durch. Sollte einer der beiden auf Grund eines technischen Defekts ausfallen, so kann das jeweilige Partnersystem den Betrieb automatisch und ohne Unterbrechung fortsetzen.

Sobald die Störung behoben ist, werden die inzwischen erfolgten Änderungen auf dem vorübergehend ausgefallenen System von Avance automatisch nachgeführt, sodass schließlich beide Server wieder parallel arbeiten.

Die Avance-Software meldet alle Störungen selbstständig an Stratus und an den jeweiligen Stratus-Partner, sodass eventuell benötigte Austauschteile immer kurzfristig bereitgestellt werden können, meist noch ehe der Anwender das Vorliegen einer Störung überhaupt bemerkt. Durch eine ständige Analyse der Betriebszustände lassen sich außerdem Störungen schon im Voraus erkennen, sodass noch vor Eintreten eines Fehlerfalles entsprechende Maßnahmen ergriffen werden können.

Von großer Bedeutung ist für Dr. Teichmann, dass alle diese Vorgänge automatisch und ohne jegliche manuelle Eingriffe ablaufen, denn die Klinik verfügt nicht über IT-Fachkräfte, um komplexe Installationen oder eine technische Betreuung vorzunehmen. „Bei uns gibt es niemanden, der einen Server wieder hochfahren könnte“, führt Dr. Teichmann dazu aus.

„Wir haben zwar im Systemhaus medical future einen kompetenten Partner, aber auch der kann nicht rund um die Uhr neben unserem Server stehen. Also sind wir darauf angewiesen, dass die Systeme Störungen von alleine bewältigen können, auch nachts oder am Wochenende.“

Wechsel in der Mittagspause

Die neue, ausfallsichere IT-Lösung wurde auf Basis von zwei Terra-Servern des Herstellers Wortmann und mit dem Betriebssystem Windows 2008 im April 2011 von medical future implementiert. Das Aufsetzen der Server und die Einrichtung der Infrastruktur mit Datensicherung und unterbrechungsfreier Stromversorgung (USV) war innerhalb weniger Tage erledigt, für den Wechsel vom alten zum neuen System reichte schließlich eine Mittagspause aus, sodass der Praxisbetrieb dafür nicht unterbrochen werden musste.

Die neuen Server mit Stratus A­vance bieten nun die geforderte Leistung und haben auch genügend Leistungsreserven für kommende Anforderungen. Seine Ausfallsicherheit konnte das System schon nach wenigen Wochen unter Beweis stellen.

„Wir stellten anhand eines Protokolls nachträglich fest, dass es aufgrund eines Stromausfalls zu einem Server-Stillstand gekommen war“, erläutert Alexander Hund vom Systemhaus medical future in Leipzig. „Der andere Server lief über die USV weiter und konnte den Workload ohne Unterbrechung übernehmen. Sobald das Netz wieder verfügbar war, hat sich der ausgefallene Server wieder selbst aktiviert, und Avance hat automatisch eine Synchronisierung durchgeführt.“

Im Praxisbetrieb war der Störfall nicht festzustellen. „Avance bietet uns die Verfügbarkeit, die wir benötigen“, resümiert Dr. Teichmann. „Die Investitionen für das System blieben absolut im Rahmen, wir haben keinen Administrationsaufwand und haben die beruhigende Gewissheit, dass mit unserer IT nichts passieren kann.“

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