Accenture-Studie Mobile Web Watch 2011

Aus “Mobile Computing” wird ”Mobile Government”

14.09.2011 | Redakteur: Manfred Klein

Die gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung des mobilen Internets wächst rasant: Immer mehr Menschen machen sich unabhängig vom stationären Web. In Deutschland gehen bereits 14 Millionen Internetnutzer mobil ins Netz – fast fünfmal so viel wie in 2008. Das zeigt die aktuelle Studie von Accenture „Mobile Web Watch 2011“, die auf einer Befragung von mehr als 4.000 Verbrauchern in Deutschland, Österreich und der Schweiz basiert. Doch wirft der Siegeszug des mobilen Internets auch zahlreiche Frage für Verwaltungen und Unternehmen auf.

Das „Hosentaschen-Web“ auf dem besten Wege, sich weiterzuentwickeln – zu „Mobile Computing“. Das verändert die Art des Arbeitens und des Konsumierens massiv: Mobile Services über das Netz zu verwenden, hat sich inzwischen fest im Alltag vieler Nutzer etabliert. Sie greifen mobil auf soziale Netzwerke zu, kaufen per Handy ein, navigieren mit ortsbezogenen Diensten durch den Alltag. Besonders die Generation der nach 1990 Geborenen prägt die Entwicklung.

Für viele Berufstätige scheint der permanente Zugriff auf eMails und Dokumente unentbehrlich geworden zu sein. 56 Prozent derjenigen in Deutschland, die beruflich bedingt ein Smartphone besitzen, verwenden es auch dafür, auf mobile Internetdienste zuzugreifen. Bei denen, die privat ein Smartphone haben, sind es nur 25 Prozent.

40 Prozent der Smartphones, die in Deutschland beruflich genutzt werden, sind jünger als ein Jahr. Bei den privaten Geräten sind dies 29 Prozent. Diese Entwicklung hin zu immer aktuelleren Endgeräten hat Einfluss auf das Spektrum an Herstellern, von denen Geräte im beruflichen Zusammenhang eingesetzt werden: Noch kann Nokia mit 37 Prozent seine Vormachtstellung in der Berufswelt halten, aber Apple ist mit 18 Prozent auf den zweiten Platz vorgerückt, gefolgt von RIM (Blackberry) mit 16 Prozent und HTC mit zehn Prozent.

Im Büro greifen 64 Prozent der Befragten überhaupt nicht mehr auf Alternativen wie Netbooks oder Laptops zurück, um mobil zu surfen. Bei der privaten Nutzung sind es 47 Prozent. Während die Nutzung des mobilen Internets im geschäftlichen Umfeld wesentlich stärker ausgeprägt ist als im privaten Gebrauch, verhält es sich beim Einsatz von Apps genau umgekehrt. Nur 31 Prozent der Berufstätigen nutzen die Applikationen, während es im privaten Umfeld 77 Prozent sind.

Die Diskrepanz liegt unter anderem darin, dass es verhältnismäßig wenige Apps für den beruflichen Einsatz gibt. Da Firmen nur in deutlich geringerem Maße als beim PC Standardsoftware auf das Smartphone übertragen können, müssen sie entsprechende Applikationen häufig eigens dafür entwickeln lassen.

Das wirft zahlreiche Fragen auf – auch im Behördenumfeld: Wer garantiert die Sicherheit der mobilen Datenströme? Wie lassen sich Organisationsabläufe effizient mit den mobilen Devices bearbeiten? Stehen die Kosten in einem vernünftigen Verhältnis zum Nutzen? In einigen Großstädten wie Hamburg, Berlin und München haben die Verwaltungen bereits erste, vielversprechende Projekte gestartet.

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