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Patientennahe Diagnostik Aus medizinischen Geräten werden IT-Medizinsysteme

| Redakteur: Jürgen Sprenzinger

Das Internet, steigende Rechnerleistungen und exponentiell wachsende Datenmengen beschleunigen heute bereits in vielen Märkten die Arbeitswelt. Die Symbiose aus technischen Verfahren und Digitalisierung ist mittlerweile an der Tagesordnung und treibt die Wirtschaft an – und dieser Prozess schreitet permanent fort.

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Es wächst zusammen, was zusammen gehört: Aus medizinischen Geräten werden IT-Medizinsysteme
Es wächst zusammen, was zusammen gehört: Aus medizinischen Geräten werden IT-Medizinsysteme
(Bild: Archiv)

Bislang war dieser Wandel mehr oder weniger auf Unternehmen und technische Prozesse beschränkt. Nun geht die Symbiose weiter – aus medizinischen Geräten und Instrumenten werden IT-Medizinsysteme. Die Technogroup IT-Service GmbH hat sich früh-zeitig auf das Thema Medizin-IT spezialisiert. Mit „System I-STAT“, einem Refurbishment-Programm für vollautomatische Blutanalyse, setzt das Unternehmen seinen Weg in diesem digitalen Zukunftsmarkt fort.

Blutanalyse in Minuten

Während lebenswichtige Bluttests bisher erst ins Labor geschickt und ausgewertet werden mussten, gelingt die Analyse heute in Minutenschnelle – und zwar dort, wo sie gebraucht wird: am Bett des Patienten. Das vollautomatische Diagnosesystem "I-STAT" erlaubt die Blutanalyse dort, wo sich der Patient sich gerade befindet, egal, ob im Krankenhaus, in der Notaufnahme oder im Krankenwagen. Das Ergebnis ist laut Aussage des Herstellers eine verkürzte Diagnose, eine schnellere Patientenversorgung und mehr Qualität in der Versorgung.

Einsatz auf der Weltraumstation ISS

Das I-STAT-System, mit 500 Gramm ein Leichtgewicht, ist ergonomisch gestaltet und für Point-of-Care-Tests durch Ärzte und Pflegepersonal konzipiert. Es erlaubt mit nur wenigen Blutstropfen Analysen lebenswichtiger Laborwerte wie etwa Blutgase, Elektrolyte, Blutchemie, Gerinnung und Herzmarker. Diese Eigenschaften und die Funktionsvielfalt machen sogar einen Einsatz des Systems in der Weltraumstation ISS möglich.

Die Analysedatensätze können bei Bedarf an die Laborinformationssysteme oder an die Krankenhausinformationssysteme zur Weiterverarbeitung weitergeleitet werden.

Technogroup sorgt dafür, dass sich Patienten in der Notaufnahme oder auf der Intensivstation immer auf das Analysegerät und die Messergebnisse verlassen können. In einem medizintechnischen Raum mit gesetzlich vorgeschriebener Temperatur und Luftfeuchtigkeit findet die qualitätsgesicherte Überholung und Instandsetzung der Diagnosesysteme statt. Für die Kalibrierung der Geräte muss die Raumtemperatur zwischen 20 und 26 Grad Celsius liegen, wobei die Luftfeuchtigkeit nicht höher als 90 Prozent sein darf. Außerdem erfolgt die Arbeit an den Geräten ESD-konform (siehe Kasten) – diese sicherheitstechnischen Vorgaben gelten für die Raumausstattung, die Arbeitsanzüge und die ESD-Armbänder gleichermaßen.

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ESD-Sicherheit

ESD ist die Abkürzung für „electro static discharge“. Gemeint sind damit elektrostatische Auf- oder Entladungen, die unter gewissen Umständen auftreten können. Ein Beispiel: Jemand berührt eine Türklinke, ein Funke springt über und die Person erhält einen elektrischen Schlag.

Im Alltag richtet dieses Phänomen kaum Schaden an – sehr wohl aber bei elektronischen Bauteilen, die hier oftmals sehr sensibel reagieren und dadurch leicht beschädigt werden können.

ESD-Schäden werden häufig nicht sofort bemerkt. Erst dann, wenn ein Gerät Fehlfunktionen aufweist – die auch sporadisch auftreten können – liegt der Verdacht eines ESD-Schadens nahe.

Durch ESD-Schäden können – bedingt durch Fehlerlokalisation und -behebung, hohe Kosten entstehen. Doch auch Produktions- und sogar komplette Betriebsausfälle können möglich werden. Gerade im medizinischen Bereich und für medizinische Geräte kann das folgenschwere Konsequenzen haben.

Die Analysegeräte werden bereits bei der Ankunft im Labor dekontaminiert und nach der Erfassung im medizintechnischen Raum weiterbearbeitet. Müssen sie auseinandergebaut werden, werden auch die Einzelteile dekontaminiert.

Um der Infektionsgefahr vorzubeugen, ist es Vorschrift, bei allen Arbeiten an den Geräten Sicherheitshandschuhe zu tragen. Mitarbeiter, die bei der Wartung und Reparatur der I-STAT-Geräte eingesetzt werden, sind vom Hersteller geschult, besitzen eine Zertifizierung und unterliegen speziellen, regelmäßigen medizinischen Check-ups.

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