Hackerangriffe auf Politiker

„Aufwachen und Farbe bekennen“

| Autor / Redakteur: Heiko Gloge / Susanne Ehneß

„Der gemeine Windows-PC ist leicht zu knacken“
„Der gemeine Windows-PC ist leicht zu knacken“ (Bild: Pixabay.com)

Warum hantieren Politiker noch mit unsicheren und klimafeindlichen PCs statt Daten und Ressourcen entschlossen zu schützen? Ein Erklärungsversuch von Heiko Gloge von IGEL Technology.

Die meisten Unternehmen und Behörden investieren seit Jahren in Cloud Computing und IT-Virtualisierung. Und das aus gutem Grund. Denn eine im Rechenzentrum verdichtete und über schlanke Endgeräte effizient bereitgestellte IT-Umgebung schont nicht nur Klima und Ressourcen. Sie ist auch für Hacker ungleich schwerer zu knacken als das, was in anderen Fällen hundert- und tausendfach über die Schreibtische verstreut ist: der gemeine Windows-PC.

Hackerangriff auf Politiker

Gibt es in der Politik ein Bewusstsein für schlankes und sicheres Computing? Der Bundestag jedenfalls gibt kein gutes Vorbild ab. Erst vor einem Jahr musste das gesamte IT-Netz nach einem Hackerangriff ausgetauscht werden. Die Maßnahme: ein neues PC-Netzwerk! Wem das nutzt, zeigt die jüngste Cyberattacke, auf der wieder Spionagesoftware auf den Rechnern landete, erneut gefolgt von umfangreichen Wartungsarbeiten.

Thin Clients als Alternative

An erprobten Alternativen mangelt es jedenfalls nicht: So könnten Thin Clients die Abgeordneten verschlüsselt mit ihrer jeweiligen Windows-Umgebung im hochsicheren Rechenzentrum verbinden. Das schreibgeschützte Linux-System wird bei jedem Neustart auf Integrität überprüft, Schadsoftware kann sich nicht dauerhaft festsetzen.

Aber warum hält sich der PC so hartnäckig als Arbeitsmittel unserer Abgeordneten? Vielleicht weil sie sich daran gewöhnt haben, dass er durch eine falsche Einstellung zum Supportfall wird, oder aufgrund einer defekten Festplatte zum Datengrab. Oder dass er ungeachtet der internationalen Klimaschutzziele sommers wie winters als Heizung arbeitet?

Fazit

Heiko Gloge, Managing Director von IGEL Technology
Heiko Gloge, Managing Director von IGEL Technology (Bild: IGEL Technology)

Für die Bundestagsabgeordneten ist es höchste Zeit Farbe zu bekennen und den Empfehlungen des Bundesumweltamts zu folgen, das seit Jahren wiederholt auf das Klimaschutzpotential von Thin Clients hinweist. Traut die Politik etwa ihren eigenen Empfehlungen nicht? Den Steuerzahler dürfte das nicht gerade freuen, wohl aber die Hacker!

Leitfaden

Den „Leitfaden für umweltfreundliche Beschaffung von Thin Clients“ des Umweltbundesamts findet man online als PDF hier.

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