Gedanken zu eGovernment

Aufruf: Die digitale Agenda braucht Zusammenarbeit

| Redakteur: Manfred Klein

(Foto: © XYZproject - Fotolia)

Die EU-Kommission, der IT-Planungsrat, aber auch zahlreiche Bundesländer – darunter auch der Freistaat Sachsen – überdenken derzeit die strategische Ausrichtung von eGovernment und Informationstechnologie. Welcher Ziele damit verfolgt werden, erläuterte der sächsische Landes-CIO, Dr. Wilfried Bernhardt, auf dem Berliner Anwenderforum.

Die Ausgangsbedingungen beschrieb Bernhardt in seinem Vortrag so: „Der Koalitionsvertrag der Regierungsfraktionen im Bundestag sieht viele Initiativen zum eGovernment, aber auch im weiteren Feld der Netzpolitik vor. Wichtige Dokumente werden die angekündigte Digitale Agenda 2014 – 2017 und das Regierungsprogramm Digitale Verwaltung 2020 sein.“

Auch der IT-Planungsrat und die EU Kommission werden, laut Bernhardt, entsprechende Aktivitäten entwickeln müssen, da der Bezugszeitraum sowohl der Nationalen eGovernment Strategie mit dem Leitbild 2015 als auch des Europäischen eGovernment Aktionsplans 2011 bis 2015 sich dem Ende zuneigt.

In den nächsten Monaten würde also der Orientierungsrahmen für die nächsten Jahre IT und eGovernment in Deutschland abgesteckt. Damit stelle sich die Frage, welche grundlegenden Impulse dazu aufgegriffen werden sollten.

Zur Klärung dieser Frage umriss Bernhardt zunächst einmal den gegenwärtigen Entwicklungsstand: „Das Marktforschungsinstitut ARIS Umfrageforschung hat im Auftrag des Bitkom 1.000 Internetnutzer ab 14 Jahre befragt. Ende 2013 hielten vier von fünf Internetnutzern ihre Daten im Netz für unsicher! Dieser Wert von 80 Prozent lag wenige Monate vorher bei 66 Prozent und zwei Jahre vorher bei 55 Prozent.“

Genauso aufrüttelnd stelle sich die Entwicklung dar, wenn man nach dem Vertrauen der Bürger in Staat und Wirtschaft hinsichtlich des Umgangs mit persönlichen Daten im Internet frage.

Ende des Jahres 2013 misstrauten 68 Prozent der Internetnutzer den staatlichen Behörden beim Umgang mit ihren persönlichen Daten im Netz. Im Juli 2013 waren es noch 58 Prozent und noch zwei Jahre zuvor im Jahr 2011 misstraute mit 40 Prozent nur eine Minderheit den staatlichen Stellen.

Auch die Ergebnisse des jüngsten eGovernment Monitors seien zu berücksichtigen. Danach habe die Zufriedenheit der Onliner mit den eGovernment-Angeboten doch deutlich gelitten.

Dieser Trend, so Bernhardt, spiegele sich auch bei der Nutzung von Online-Diensten der Verwaltung wieder. Nur noch 36 Proeznt der Befragten nutzten im Jahr 2013 Internetangebote des Staates. 2012 seien es noch 45 Prozent gewesen. Viele damals Nicht-Zufriedene seien zwischenzeitlich zu Nicht-Nutzern geworden.

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