Big Data macht Behörden effektiver und servicefreundlicher

Auf die Architektur kommt es an

| Autor / Redakteur: Hadi Stiel / Susanne Ehneß

Einige Behörden sind bereits in Richtung Big-Data-Integration und Big-Data-Analyse aufgebrochen, müssen also Rücksicht auf bereits getätigte Investitionen vielleicht in herstellerspezifische Architekturen und Werkzeuge nehmen. Was raten Sie diesen Behörden?

Weimer: Dass Architekturen in OSS für Behörden sowohl aus dem Leistungs- als auch den Kostenblickwinkel die bessere Alternative sind, daran besteht mittlerweile kein Zweifel mehr. Nur so kann sich die Behörde aus der Produkt- und Preisbindung und dem begrenzten Weiterentwicklungsspielraum und Angebot an Konnektoren dieser Hersteller lösen. Zudem spricht für OSS-Architekturen, dass darin mit Blick auf eGovernance und Compliance die Daten weit besser geschützt werden können als in anderen Systemen.

Um sich mehr oder weniger schnell aus der Bindung herstellerspezifischer Big-Data-Architekturen zu lösen, empfehlen wir den betroffenen Behörden, die Strategie „side by side“ oder „Ablöseprojekt“ einzuschlagen. Bei der Strategie „side by side“ behält die Behörde alt und neu über einen definierten Übergangszeitraum bei, wobei sie nicht mehr ins alte System, sondern nur noch in den Ausbau des neuen Systems investiert. Auch mit einem Ablöseprojekt bestimmt die Behörde die Migrationsgeschwindigkeit ins neue System. Ob „side by side“- oder „Ablöseprojekt“-Strategie: Altverträge und bereits getätigte Investitionen können einem Wechsel zur OSS-Architektur zwischenzeitlich entgegenstehen.

Sie sagen, die Sicherheit der Daten ist innerhalb OSS-Architekturen besser zu gewährleisten als innerhalb herstellerspezifischer Architekturen. Können Sie das begründen?

Weimer: Die offene Software-Entwicklungsgemeinschaft hat mittlerweile Sicherheitswerkzeuge hervorgebracht, die in der Anzahl und Qualität die der großen proprietären Hersteller übersteigt. Alle diese Sicherheitswerkzeuge fügen sich nahtlos in die Big-Data-Architektur ein und werden zudem zügig von der OSS Community weiterentwickelt.

Hinzu kommt, dass, anders als bei herstellerspezifischer Software, bei Open Source Software der Quellcode eingesehen und auf Sicherheitslücken oder Mal­ware hin von den Behörden geprüft werden kann. Das ist im sensiblen Feld der Big-Data-Analysen und optimierter Verwaltungsprozesse auch gleichbedeutend mit einem besseren Schutz vor Spionen.

Die enge Zusammenarbeit von Anbietern und Anwendern mit den Entwicklern fördert darüber hinaus nicht nur die Implementierung und den Betrieb der Gesamtlösung, sondern auch deren sichere Verwaltung.

Das Interview führte Hadi Stiel, freier Journalist und Kommunikationsberater in Bad Camberg

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