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Ein Jahr Joint Innovation Lab (JIL) Auf der Suche nach Synergieeffekten für eGovernment

| Autor: Julia Mutzbauer

Vor rund einem Jahr wurde das Joint eGov and Open Data Innovation Lab (JIL) durch die Universität Lübeck und die MACH AG gegründet, um die Digitalisierung der Öffentlichen Verwaltung voranzubringen. Nun haben Hans-Henning Lühr, Staatsrat im Finanzressort der Freien Hansestadt Bremen, und Dirk Schrödter, Chef der Staatskanzlei Schleswig-Holstein, das Forschungslabor besucht, um sich einen Eindruck vom derzeitigen Stand des Projektes zu verschaffen.

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v.l.n.r: Jan Hedtfeld, Leiter Joint Innovation Lab; Rolf Sahre, Vorstands-vorsitzender der MACH AG; Prof. Dr. Moreen Heine, Professorin für eGovernment und Open Data Ecosystems und Leiterin des Joint Innovation Labs; Dirk Schrödter, Chef der Staatskanzlei Schleswig-Holstein; Hans-Henning Lühr, Staatsrat im Finanzressort Hansestadt Bremen; Christian Rupp, Chief Innovation Officer der MACH AG und des Joint Innovation Labs
v.l.n.r: Jan Hedtfeld, Leiter Joint Innovation Lab; Rolf Sahre, Vorstands-vorsitzender der MACH AG; Prof. Dr. Moreen Heine, Professorin für eGovernment und Open Data Ecosystems und Leiterin des Joint Innovation Labs; Dirk Schrödter, Chef der Staatskanzlei Schleswig-Holstein; Hans-Henning Lühr, Staatsrat im Finanzressort Hansestadt Bremen; Christian Rupp, Chief Innovation Officer der MACH AG und des Joint Innovation Labs
(© Mach AG)

Der Bremer Staatsrat Henning Lühr sowie Dirk Schrödter, Chef der Staatskanzlei Schleswig-Holstein haben zusammen das JIL besucht und die neuesten Prototypen in Augenschein genommen sowie Themen und neue Projekte für das Jahr 2020 zu besprochen. Lühr lobte die Initiative der MACH AG und der Universität Lübeck, ein Projekt anzugehen, das Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung näher zusammenbringt: „Es freut mich, dass mittelständische Unternehmen durch Zusammenarbeit, wie sie im Joint Innovation Lab gelebt wird, die Chance erhalten, die Digitalisierung der Verwaltung aktiv mitzugestalten. Für die Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG) brauchen wir genau solches Engagement sowie die gebündelte Expertise, die durch Kooperationen wie diese entstehen.“

Auch der Chef der Staatskanzlei Schleswig-Holstein zeigte sich beeindruckt von den KI-Prototypen und äußerte den Wunsch nach einer verstärkten Kooperation in diesem Umfeld: „In Schleswig-Holstein wurde im Frühsommer 2019 mit der Verabschiedung einer KI-Strategie ein wichtiger Meilenstein erreicht. Erste wichtige Projekte sind auf dieser Basis gestartet, die wir 2020 weiter ausbauen werden. Besonders wichtig ist uns in diesem Zusammenhang der Transfer von Erkenntnissen aus der Wissenschaft in die Unternehmen. Das JIL bringt in einem Ökosystem die Erkenntnisse aus den Disziplinen Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung exemplarisch zusammen, um Themen wie KI gemeinsam anzugehen und zukünftig besser nutzbar zu machen“, so Schrödter.

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Aktuell steht die Öffentliche Verwaltung vor großen Herausforderungen, da das Onlinezugangsgesetz (OZG) die Behörden in Bund, Ländern und Kommunen verpflichtet, ihre Verwaltungsleistungen bis 2022 online zugänglich zu machen.

Daher wies Rolf Sahre, Vorstandsvorsitzender der MACH und Gründungsmitglied des Joint Innovation Labs, auf die wichtige Rolle der Wirtschaft hin und betonte die Bedeutung gegenseitiger Vernetzung: „Die Vorhaben im Zuge der Verwaltungsdigitalisierung müssen zukünftig noch besser mit der Wirtschaft abgestimmt werden, um sie noch schneller realisieren zu können. Gleichzeitig gilt es, die Erfahrungen der Wirtschaft noch besser mit den Erkenntnissen aus Wissenschaft und Verwaltungspraxis zu vernetzen. Das Joint Innovation Lab bietet dazu seit einem Jahr ideale Voraussetzungen“.

Unabhängig davon ob es um das Onlinezugangsgesetz, das Single Digital Gateway, die eRechnung oder andere Digitalisierungsthemen geht – für die Beteiligten stellt sich vor allem die Frage: Wie kann die Umsetzung möglichst effizient erfolgen? Nach Meinung der Freien Hansestadt Bremen liefert das eRechungsprojekt der MACH AG darauf eine Antwort.

„Mit der eRechnungseinführung in über 20 Bundesbehörden zum 27. November 2019 zeigte das Gründungsmitglied des Joint Innovation Labs, wie ein zuvor gemeinsam definierter Standardprozess hilft, komplexe Digitalisierungsprojekte erfolgreich umzusetzen“, heißt es aus Bremen. Außerdem brauche die Verwaltung intelligente Hilfsmittel, die Arbeiten vereinfachen und Fehler verhindern. Das JIL präsentierte dazu neue Ansätze aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI), wie zum Beispiel das KI-gestützte Antragsverfahren.

Zudem beschäftigt sich das JIL im Projekt „ePartizipation“ mit der Blockchain-Technologie. Die Projektbeteiligten zeigten eine App, mit deren Hilfe Bürgerinnen und Bürger manipulationssicher und anonym an politischen Entscheidungen teilnehmen können. Hans-Henning Lühr und Dirk Schrödter sahen sich außerdem in einem weiteren Projekt an, wie Techniken der erweiterten Realität (Augmented Reality, AR) und eLearning zum Einsatz kommen, um Führungskräfte in Verwaltungen besser auf Krisenszenarien vorzubereiten. Der Ansatz von „oKat-SIM“ soll „Krisenstäben helfen, Einsatzszenarien realitätsnah erfahrbar und räumliche Zusammenhänge von Naturkatastrophen begreifbar zu machen, um typische Handlungsoptionen zu trainieren“, heißt es.

Moreen Heine, Professorin für eGovernment und Open Data Ecosystems am Institut für Multimediale und Interaktive Systeme und Leiterin des Joint Innovation Labs, hob hervor, dass bei allen Projekten im Joint Innovation Lab die Menschen mit ihren Bedürfnissen im Vordergrund stehen. Die Software-Entwicklung folge daher menschzentrierten Entwicklungsprozessen. „Wir glauben, dass wir den Digitalisierungsprozess in den Öffentlichen Verwaltungen durch ein agiles Vorgehen und die enge Zusammenarbeit von Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft wesentlich beschleunigen können. Dass dieser Ansatz Potenzial hat, zeigt das große Interesse am Joint Innovation Lab weit über die Grenzen Lübecks hinaus”, so Prof. Heine.

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 Julia Mutzbauer

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Redaktion, eGovernment Computing