eGovernment Summit 2010

Auf der Suche nach der Verwaltung der Zukunft

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Prozessübergreifendes eGovernment

Und Hanno Thewes legt den Schwerpunkt vor allem auf die wirtschaftspolitischen Fragestellungen: „Eine große Hilfe ist die Schuldenbremse. Hier werden die Parlamente gezwungen, das Geld der Bürgerinnen und Bürger effizienter einzusetzen und Schwerpunkte zu setzen, statt die Gießkanne zu bedienen. Eine andere Antwort sind die Finanzmärkte: Für die Öffentlichen Haushalte wird es in Zukunft schwieriger, sich am Kapitalmarkt zu bedienen. Die drohenden Staatsbankrotte in der EU sind nur gefühlt weit weg. Trotzdem besteht kein Grund zum Pessimismus: Auch in Zukunft wird der Staat ausreichend Steuereinnahmen haben, er wird sie aber anders einsetzen müssen. Dies wird ohne prozessorientiertes ebenenübergreifendes eGovernment nicht gehen. Das Thema Good Governance insgesamt wird zur kritischen Standortfrage werden.“

Martin Schallbruch bringt hier Folgendes ins Spiel: „Einerseits muss die Zusammenarbeit der verschiedenen staatlichen Ebenen im IT-Planungsrat weiter intensiviert, andererseits diese Zusammenarbeit aber noch stärker auf einige wenige Schlüsselprojekte fokussiert werden.“

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Diesen Punkt hält auch Jürgen Häfner für entscheidend bei der Bewältigung der anstehenden Aufgaben: „Die grenzüberschreitende Kooperation, wie sie der in diesem Jahr verabschiedete Artikel 91c des Grundgesetzes vorsieht, bildet das Schlüsselkonzept zur Lösung der Probleme. In den vergangenen Jahren wurde etwa aufseiten der Rechenzentren die Konsolidierung der Verfahren zur Kostenersparnis verfolgt. Ähnliches muss nun im Bereich der Verwaltungsorganisation vorangebracht werden. Damit sind nicht nur Gebietsreformen gemeint, sondern vielmehr der logistische Zusammenschluss im kommunalen Bereich. Ein gutes Beispiel ist hier die Umsetzung des D115-Konzeptes in Rheinland-Pfalz. Synergien entstehen durch den Zusammenschluss von kommunalen Verwaltungen beim Aufbau eines Service Centers für mehrere.“

Ähnlich sieht das auch Helmut Krcmar: „Durch ein Klein-Klein lassen sich die Herausforderungen sicher nicht meistern, auch wenn nachher jede Umsetzung in machbaren Schritten zu erfolgen hat. Nur durch die innovative Nutzung der neuen Governance-Strukturen zum Beispiel im IT-Bereich, durch eine mutige politische Diskussion zur Aufgabenteilung zwischen den Ebenen und die Nutzung des FrontOffice-BackOffice-Prinzips werden wir genügend Handlungsspielräume schaffen, um die Herausforderungen zu meistern.“

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