Smart Government

Auf dem Weg zur vernetzten Verwaltung

| Autor: Manfred Klein

Smart Government und Kommunalpolitik

So können intelligent vernetzte ­Objekte wie Rauchmelder, Smartphones, Überwachungskameras und Drohnen die Arbeit der Feuerwehr unterstützen, etwa wenn Brandherde zu bekämpfen und Nachbargebäude zu überwachen sind. Die integrierten Sensoren erfassen bestimmte Zustände automatisch und melden diese gleich an die Leitzentrale. Smarte Brillen und Digitaldisplays in Feuerwehrhelmen könnten Einsatzkräfte mit Zusatzinformationen und Vorhersagen versorgen, die ihnen Orientierung bieten, etwa bei der Suche nach der Brandmelderzentrale (BMZ) eines Gebäudes, und so wertvolle Unterstützung im Einsatz leisten. Und intelligente Kleidung kann in gefährlichen Situationen rasch den Träger warnen.

Dazu Jörn von Lucke: „Feuerwehren 4.0 werden künftig verstärkt auf CPS wie etwa Brandschutzanlagen zur Steuerung von Einsatzkräften setzen. In Notfällen können Rettungshelfer und Ordnungskräfte direkt geortet und in Großschadenslagen aus der Ferne gesteuert werden. Intelligent vernetzte Assistenten unterstützen vor Ort. Herausfordernde und unvorhersehbare Einsätze lassen sich so besser vorbereiten. Autonome ­Roboter und Drohnen sind überall dort zu verwenden, wo es für Menschen zu gefährlich ist.“

Rettungskräfte und Feuerwehrleute könnten von Touchpads und intelligent vernetzten Brillen profitieren, weil sie sich bereits auf der Fahrt an den Einsatzort auf ihren Einsatz und dessen Risiken vorbereiten können, so von Lucke.

Gleiches gelte aber auch für die Justiz-, die Finanz- und Steuerverwaltung oder für das Standesamt. Weitere Anwendungsmöglichkeiten ergeben sich in der Landwirtschaft und in der Bauverwaltung.

Dazu heißt es in der Studie: „Intelligente Objekte und CPS werden überall dort Verwendung finden, wo sie Richtern, Staatsanwälten und Justizbeamten eine effizientere Wahrnehmung ihrer Aufgaben versprechen.“

So könne ein intelligent vernetztes Register oder Grundbuch Berechtigte auf Wunsch proaktiv über Veränderungen informieren, soweit solche Meldungen rechtlich zulässig seien. Richter könnten zudem von smarten Richterarbeitsplätzen und vernetzten Fallakten profitieren, die bei neuen Sachständen automatisch aktualisiert und visuell verständlich aufbereitet werden.

Funktionierten kollaborative Fallakten und der elektronische Rechtsverkehr, sei eine ganz neue Form der Rechtsprechung vorstellbar, so von Lucke. Richter, Staatsanwaltschaft und Rechtsanwälte hätten gleichzeitig Zugriff auf die Akte und könnten über sie gemeinsam an einem Vergleich oder an der Rechtsprechung arbeiten. Die konsequente Vernetzung erlaube zudem einen grenzüberschreitenden Verbund elektronischer Handelsregister und Grundbücher etwa im europäischen Binnenmarkt.

Ergänzendes zum Thema
 
Deutschland sollte nicht länger warten 

In der Steuerverwaltung könnten – zur Sicherung des Steueraufkommens – Steuerbeträge aus der ­Steuerquelle automatisch abgeführt werden, etwa im Quellenabzugsverfahren direkt bei Arbeitgebern oder Banken. Und elektronische Steuererklärungen ersetzten die papierbasierten Formulare, denn sie rufen die vorhandenen erhebungsrelevanten Daten automatisiert ab, prüfen eingegebene Daten auf Unstimmigkeiten und weisen auf Optimierungen hin.

So wird die Steuererklärung auf dem „Bierdeckel“ vielleicht doch noch Wirklichkeit. mk

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Ein schöner Könnte-Blumenstrauß. Im täglichen Kampf mit den Zuständigkeiten ein Mammut-Kraftakt....  lesen
posted am 16.06.2016 um 18:57 von Websalat.koeln


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