Smart Government

Auf dem Weg zur vernetzten Verwaltung

| Autor: Manfred Klein

Noch tun sich deutsche Verwaltungen mit Smart Government schwer
Noch tun sich deutsche Verwaltungen mit Smart Government schwer (Bild: vege - Fotolia.com)

Beim Thema Smart Government reagieren die meisten deutschen Verwaltungen noch sehr zurückhaltend. Dabei bietet Smart Government gerade für Kommunen zahlreiche Chancen. Eine Untersuchung der Zeppelin Universität will das jetzt beweisen.

Die zunehmende Vernetzung verändert die Art unseres Wirtschaftens ebenso wie die Ausgestaltung von Verwaltung und Politik. In der Untersuchung „Smart Government – Wie uns die intelligente Vernetzung zum Leitbild ‚Verwaltung 4.0‘ und einem smarten Regierungs- und Verwaltungshandeln führt“ erläutert der Autor, Prof. Dr. Jörn von Lucke diesen Zusammenhang folgendermaßen.

Ausgangslage

„Ausgangspunkt ist die zunehmende intelligente Vernetzung realer und virtueller Objekte, mit der sich das Phänomen hinter dem Anglizismus ‚smart‘ am besten umschreiben lässt. Mit Sensoren, Aktoren und Funkchips ausgestattete Dinge können miteinander und mit Menschen kommunizieren, über Apps und Dienste genutzt und in komplexere, sogenannte cyberphysische Systeme (CPS) eingebettet werden.“

Systeme mit intelligent vernetzten realen und virtuellen Objekten würden so zu sich selbst steuernden Ökosystemen, die nicht nur bei Information und Analyse unterstützen, sondern auch Automation und Steuerung eigenständig übernehmen könnten.

Inzwischen sieht die Wirtschaft in dieser Entwicklung eine echte ­Herausforderung für ihre Geschäftsmodelle, denn diese könne die Wettbewerbssituation etwa im Maschinenbau und Automobilbau grundlegend verändern. Entsprechend hat die Bundesregierung mit der Initiative „Industrie 4.0“, die das Leitbild einer smarten Fabrik entwickelt, auf diese Entwicklung reagiert. Im öffentlichen Bereich wird in diesem Zusammenhang gern das Leitbild der nachhaltigen smarten Stadt bemüht, um Projektvorhaben im Bildungs-, Energie-, Gesundheits- und Verkehrswesen aufzusetzen. Tatsächlich ist die Öffentliche Verwaltung jedoch sehr viel breiter aufgestellt.

Um diese ganze Bandbreite abzubilden, wird „Smart Government“ umfassend als die Abwicklung geschäftlicher Prozesse im Zusammenhang mit dem Regieren und Verwalten mithilfe von intelligent vernetzten Informations- und Kommunikationstechniken verstanden.

Entgegen einer verbreiteten Meinung berühren diese Entwicklungen das Selbstverständnis der ­Verwaltungen in ganz besonderem Maße – auch und gerade im Bereich ihrer Kernaufgaben. So eröffnen Big-Data-Anwendungen und das Internet der Dinge Verwaltungen ganz neue Möglichkeiten zur Analyse, Automation und Organisation. Hemmschuh sind derzeit weniger die technischen Möglichkeiten als vielmehr datenschutzrechtliche Überlegungen.

Aber auch in ganz klassischen Aufgabengebieten der Öffentlichen Verwaltung ergeben sich gänzlich neue Möglichkeiten, zum Beispiel bei der Feuerwehr.

Ergänzendes zum Thema
 
Deutschland sollte nicht länger warten 

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Ein schöner Könnte-Blumenstrauß. Im täglichen Kampf mit den Zuständigkeiten ein Mammut-Kraftakt....  lesen
posted am 16.06.2016 um 18:57 von Websalat.koeln


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