Wandel der Öffentlichen Verwaltungen

Auf dem Weg zur eGovernment-Behörde

Seite: 3/3

Firmen zum Thema

Deutsche Rentenversicherung als Vorreiter

Die Einführung einer PKI in einer Behörde will gut geplant sein. Zunächst geht es darum, die PKI auf die vorhandenen Geschäftsprozesse abzustimmen und einen behördenweiten, strategischen Masterplan zu entwickeln. Besonders erfolgreich haben sich skalierbare Ansätze erwiesen, die schnelle Erfolge in Teilbereichen bringen und dann Schritt für Schritt ausgebaut werden. Entscheidend für eine effektive Integration ist die vorhandene Infrastruktur: Die Anzahl der PKI-fähigen Applikationen bestimmt den Return on Investment (ROI) in die PKI-Infrastruktur. Bereits im ersten Schritt sollte zumindest eine Anwendung auf einer PKI basieren. Für diesen „sanften“ Weg der Einführung eignen sich besonders Multifunktions-Chipkarten, da die Kartentechnologie eine Koexistenz verschiedener Systeme ermöglicht.

Diese Erfahrungen sind in den Aufbau des Trustcenter bei der Deutschen Rentenversicherung eingeflossen, das im November 2005 offiziell in Betrieb genommen wurde. Insgesamt 73 000 Mitarbeiter erhielten dort Chipkarten, mit denen sie sich im Netz authentifizieren und Dokumente rechtsverbindlich elektronisch unterschreiben. Vorgänge lassen sich so ohne Medienbrüche abwickeln, Zahlungen können elektronisch angeordnet und bearbeitet werden. Zusätzlich dient die Chipkarte zur Arbeitszeiterfassung, als Zutrittsberechtigung und für das PC-Log-in.

Die Rentenversicherung ist damit die erste Behörde der Bundesrepublik, die ihre Mitarbeiter selbst mit Chipkarten und Zertifikaten ausstattet und dafür ein eigenes Trustcenter betreibt. Der Grund dafür: Es ist in diesem Fall wirtschaftlicher, die Karten selbst zu produzieren. Denn die benötigten Personaldaten können direkt aus den bestehenden Datenbanken übernommen und die Karten können ohne zusätzliches Personal produziert und ausgegeben werden. Ist die Karte verloren oder defekt, bekommen die Mitarbeiter der Deutschen Rentenversicherung Bund in Berlin-Wilmersdorf in 30 Minuten einen neuen Ausweis.

Trend erkannt und mit der Umsetzung begonnen

Im Gegensatz zum Öffentlichen Sektor setzt die Wirtschaft die elektronische Signatur bereits umfassender ein – insbesondere überall dort, wo mit vertraulichen Informationen gehandelt wird. So lässt sich mit einer digitalen Signatur jeder Geschäftsverkehr verbindlich signieren. Auch jede Art von Vertragsabschluss und alle bankbezogenen Aktionen, die bisher die umständliche Eingabe von Transaktionsnummern erforderlich machten, können damit einfacher und sicherer gestaltet werden.

Gerade im Gesundheitswesen öffnet sich hier ein weites Handlungsfeld: vertrauliche Informationen auszutauschen, die nicht in falsche Hände gehören. Bei Kranken- und Laborberichten, Diagnosen, Rezepten sowie Notfall- oder Dialyseausweisen kann und wird die elektronische Signatur eine Alternative zur Unterschrift bilden.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:2007301)