Forschung und Innovation

Auf dem Weg zum Portal für alle

09.03.2009 | Autor / Redakteur: Manfred Klein / Manfred Klein

Das DVAG-Haus als Metapher für ein integriertes Online-Dienste-Angebot, das mit seinem Umfeld interagiert Fraunhofer FOKUS, Kroschke AG 2008
Das DVAG-Haus als Metapher für ein integriertes Online-Dienste-Angebot, das mit seinem Umfeld interagiert Fraunhofer FOKUS, Kroschke AG 2008

Fraunhofer FOKUS arbeitet an neuen Konzepten zur Unterstützung von Bürgern und Unternehmen bei Verwaltungskontakten. Deutsche Verwaltungsagentur, kurz DVAG, so lautet der Arbeitstitel eines Projektes, an dem seit gut einem Jahr Forscher am Berliner Fraunhofer-Institut FOKUS mit Partnern aus der Wirtschaft arbeiten. Hinter dem Namen verbirgt sich die Idee zum Aufbau eines umfassenden Portals rund um die Leistungen und Angebote der Öffentlichen Verwaltung. Auf der CeBIT wird das Projekt offiziell vorgestellt.

Die Idee der Berliner Forscher ist denkbar einfach und basiert auf zwei grundlegenden Prinzipien – der Nutzung des Potenzials moderner Portal- und Prozesstechnologien in Kombination mit der Weiterentwicklung etablierter Geschäftsmodelle an Schnittstellen zur Öffentlichen Verwaltung.

Auf der Grundlage moderner Portaltechnologien ist es heute ein Kinderspiel sich in einem nahezu unüberschaubaren Angebot von Produkten und Dienstleistungen zurechtzufinden, Einkäufe zu tätigen und Prozesse abzuwickeln. Besonders erfolgreich sind dabei Betreiber von Portalen, denen es gelungen ist (bei konstanter Servicequalität), die Breite des Angebotes und damit auch die Zahl der Kunden kontinuierlich zu erhöhen. Amazon gilt heute als eines der bekanntesten Beispiele für die enormen ökonomischen Bündelungseffekte moderner Portal- und Prozesstechnologien. Schon lange ist Amazon sehr viel mehr als ein elektronischer Buchladen. Amazon ist ein Dienstleistungsunternehmen, dessen Kernkompetenz darin besteht, auf der Basis moderner Informationstechnologien die Nachfrage einer Vielzahl von Kunden mit den Angeboten einer Vielzahl von Anbietern zur Deckung zu bringen. Davon profitieren beide Seiten gleichermaßen und sind tendenziell bereit für diese Dienstleistung einen Preis zu bezahlen. Die Ökonomie bezeichnet Unternehmen mit einem solchen Geschäftsmodell als Intermediäre.

Schnittstellenoptimierung als Geschäftsmodell

Intermediäre Geschäftsmodelle existieren nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch an den Schnittstellen zur Verwaltung. Dazu gehören Berufsgruppen wie Steuerberater oder Architekten, aber auch Gründungsagenturen oder Kfz-Zulassungsdienste. In vielen Fällen agieren diese Akteure dabei im Auftrag ihrer Kunden, und ersparen diesen so lästige Wege und die notwendige Erarbeitung fachlicher Expertise im Umgang mit Staat und Verwaltung. Zudem ist es diesen Dienstleistern (im Unterschied zur Verwaltung) möglich, verschiedene Leistungen öffentlicher und privater Anbieter zu bündeln.

Durch die Kombination beider Prinzipien (moderne Portaltechnologien und einer Vielzahl intermediärer Geschäftsmodelle) entwickelte sich die Idee einer Verwaltungsagentur, als einem überörtlich tätigen Dienstleistungsunternehmen rund um die Leistungen und Angebote der Öffentlichen Verwaltung. Die Entwicklung und Ausgestaltung des Leistungsangebotes der Verwaltungsagentur oder des entsprechenden Internetportals soll sich an typischen Lebenslagen von Bürgern und Geschäftssituationen von Unternehmen orientieren und prinzipiell mit kompetenten Partnern aufgebaut werden. Vergleichbar mit der schrittweisen Einrichtung einzelner Etagen eines mit modernster Haustechnik (IT-Infrastruktur) ausgestatteten virtuellen Geschäftshauses soll das Leistungsangebot auf- und ausgebaut werden.

 

Interoperabler Bieterclient soll der eVergabe neuen Schub verleihen

 

Private Dienstleister als Motor und Katalysator

 

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