Sicherheit und Datenhoheit

Auch Verwaltungen können die Cloud nutzen

| Autor / Redakteur: Markus Härtner* / Susanne Ehneß

Einstieg in die Cloud – auch für Behörden
Einstieg in die Cloud – auch für Behörden (Bild: Pixabay)

Viele öffentliche Institutionen scheuen aufgrund von Bedenken zur Sicherheit und Datenhoheit vor der Cloud zurück. Markus Härtner von Securityanbieter F5 Networks erläutert, weshalb Behörden dennoch von der Cloud profitieren können.

Bürgerinnen und Bürger stellen heute hohe Erwartungen an Behörden: Sie wollen einen schnellen und einfachen, nicht orts- oder zeitgebundenen Zugang zu Öffentlichen Dienststellen. Zudem soll die Verwaltung ihre Anliegen rasch erledigen. Diese Anforderungen gründen sich auf ihre Erfahrungen mit vielen Internet-Angeboten aus dem Unterhaltungs- und Shopping-Bereich.

Um diese hohen Erwartungen zu erfüllen, wechseln bereits viele Unternehmen aus dem privaten Sektor bis 2020 zu einer „Cloud-only“-Strategie, wie die Marktforscher von Gartner ermittelt haben. Der Verzicht auf die Cloud wird dann so selten sein wie heute der Verzicht auf das Internet. Denn schließlich kann nur dieser Ansatz die Komplexität der Prozesse so weit reduzieren sowie die Skalierbarkeit und Flexibilität der Systeme so stark erhöhen, dass die Dienste in ausreichender Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit verfügbar sind.

Das Problem Datenhoheit

Angesichts dieses Trends müssen auch Behörden und öffentliche Verwaltungen zukünftig Cloud-Services in Betracht ziehen. Die meisten Verwaltungen scheuen aber eine kommunale Cloud wegen des Verlusts der Datenhoheit sowie aus Sicherheitsgründen.

Bei der Datenhoheit wollen oder können Behörden aus rechtlichen Gründen oft keine Abstriche machen. Doch muss es hier immer schwarz oder weiß sein – oder gibt es eine Möglichkeit, die Daten nicht aus der Hand zu geben und trotzdem die Vorteile der Cloud zu nutzen?

Bürgerdatenbank

Diese gibt es tatsächlich, beispielsweise in Form einer zentralen Bürgerdatenbank als Cloud-Service, auf die alle Ämter, Behörden sowie andere Stellen wie Krankenkassen zugreifen und per Bürger-ID Daten einsehen können. Damit wird der Austausch innerhalb der Öffentlichen Verwaltung optimiert und der Administrationsaufwand minimiert.

Ein zentrales Register hilft auch, schneller an öffentlich zugängliche Daten eines Bürgers zu kommen und darauf basierend eigene Dienste in der geschützten Private Cloud zu erstellen, die darüber hinausgehende Informationen enthält. Natürlich muss in beiden Fällen der Datenschutz gewährleistet sein.

Dann ermöglichen es solche Cloud-Dienste innerhalb kürzester Zeit und ohne Investitionsaufwand, Daten zu nutzen. Dies bringt für beide Seiten enorme Vorteile, für die Bürger zum Beispiel schnellere Dienstleistungen sowie weniger Formulareingaben, für die öffentliche Verwaltung effizientere und weitgehend automatisierte Prozesse.

Das Problem Sicherheit

Doch wie steht es mit der Sicherheit? Schließlich vergeht kaum ein Tag, an dem nicht ein Unternehmen kompromittiert wird. Selbst Krankenhäuser in Deutschland mussten bereits Lösegeld zahlen, weil sie von Erpressungssoftware betroffen waren.

Ob Ransomware, Passwortdiebstahl, betrügerische eMails oder fortgeschrittene intelligente Bedrohungen: Die Liste der Gefahren lässt sich beliebig fortsetzen. Die Folgen für die betroffenen Behörden oder Firmen sind oft dramatisch: Datenverlust, hohe Kosten und immense Rufschädigung.

Längst sind sich Experten darin einig, dass es keinen hundertprozentigen Schutz vor den heutigen Angriffen von Cyberkriminellen gibt. Dennoch sollten öffentliche Stellen jetzt auf keinen Fall den Kopf in den Sand stecken, denn es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, um die Sicherheit zu erhöhen und den Bürgern das nötige Vertrauen zu ermöglichen.

Was können Behörden nun konkret tun? Lesen Sie auf der nächsten Seite weiter.

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