Suchen

Stadt Baden-Baden Arbeitsfähig bleiben durch zeitige Vorsorge

| Redakteur: Susanne Ehneß

Spätestens seit Beginn der Corona-Krise ist der Begriff Homeoffice in aller Munde. Unternehmen und Behörden mussten von heute auf morgen reagieren und zum Teil die gesamte Belegschaft auf „Heimarbeit“ umstellen. Ein glückliches Händchen hat die Verwaltung der Stadt Baden-Baden bewiesen.

Firmen zum Thema

Blick über Baden-Baden
Blick über Baden-Baden
(© reinhard sester - stock.adobe.com)

Die Mitarbeiter der Stadt Baden-Baden konnten in der Corona-Krise problemlos weiterarbeiten – der IT-Leiter der Stadtverwaltung, Matthias Götz, hatte bereits kurz vor der Krise das mobile Arbeiten ermöglicht.

In den vergangenen Jahren hat die Kurstadt die Infrastruktur ausgebaut, mit dem Ziel, flächendeckende Glasfaseranschlüsse zur Vernetzung der Dienstgebäude einzuführen. Auch eine Bürger-App gibt es, die den sukzessiven Ausbau digitaler Servicedienste widerspiegelt. Dieser sukzessive Ausbau zeigt sich auch beim mobilen Arbeiten der Mitarbeiter.

Die Grundlage für das mobile Arbeiten bilden nach Angaben der Stadtverwaltung mobile Endgeräte wie Notebooks, Tablets und Smartphones mit aktuellen Anti-Schadsoftware-Produkten und einem Betriebssystem der neuesten Version. Das Fachgebiet Informationstechnik und Digitalisierung der Stadt Baden-Baden stattete die städtischen Führungskräfte und Mitarbeiter mit rund 200 Notebooks und 450 iPads beziehungsweise iPhones aus. Die mobile Infrastruktur wurde durch 130 VPN-Clients ergänzt.

Dass die Lösung kurz vor der Corona-Pandemie eingeführt wurde, half laut Götz bei einem sanften Übergang: „Gerade jetzt in diesen Zeiten ist der Remote-Arbeitsplatz elementar wichtig für unsere Mitarbeiter. Nur so können wir den Dienstbetrieb aufrechterhalten und die fundamentalen Dinge für die Bevölkerung in Baden-Baden steuern.“

Netzwerk

Hardware ist die Basis, aber um im Homeoffice arbeiten zu können, muss zwingend ein sicherer Zugang zum Behördennetzwerk möglich sein – beispielsweise über VPN-Lösungen. Ein Vorteil dieser Lösungen besteht darin, dass sie zu vorhandenen Netzwerkkomponenten kompatibel und problemlos in die Infrastruktur integrierbar sind. Auch Stefan Hanmann, Abteilungsleiter Clientmanagement und Netzwerk, waren Komfort, die Möglichkeit zur Automatisierung und einfache Installierbarkeit wichtig, um den bis dato hohen Administrations- und Kostenaufwand auf ein Minimum zu reduzieren.

Götz erläutert: „Wir wollten nicht mehr viel per Hand einstellen müssen, sondern auf Automatismen zurückgreifen, wie sie die gewählte Lösung des Nürnberger Unternehmens NCP bietet. Zudem hilft uns das flexibel erweiterbare Lizenzmodell, die kommunalen Budgets zu schonen und dennoch bei Bedarf allen Anwendern eine sichere Anbindung zu ermöglichen.“ Es sei jederzeit möglich, das Kontingent im Notfall mit sogenannten Pandemie-Lizenzen aufzustocken oder zu reduzieren. „In diesem Fall nutzen wir dann ‚Pay-per-Use‘ und zahlen nur für das, was wir nutzen. Dies erhöht die Flexibilität unserer Stadtverwaltung enorm; der Ressourceneinsatz für den kleinsten Stadtkreis des Landes Baden-Württemberg wurde damit weiter optimiert“, so Götz.

Hilfreich sei auch das zentrale Konfigurations- und Rechtemanagement, sodass ein direkter Zugriff auf die Mitarbeitergeräte nicht notwendig gewesen sei. Die Konfigurationen konnten an die Nutzer ausgespielt und nötige Einstellungen der „Endpoint-Policies“ für ein sicheres Arbeiten vorgenommen werden – das bedeutet, dass sich der Anwender mit dem Endgerät nur dann anmelden kann, wenn das Gerät „up to date“ ist. „Der Anwender kann dann mit nur einem Mausklick die komplett vorkonfigurierte Verbindung herstellen und sich auf seine eigentlichen Aufgaben konzentrieren, während auf administrativer Seite die volle Kontrolle über heikle sicherheitsrelevante Einstellungen liegt“, heißt es vonseiten NCP.

Abgelehnt: BYOD

Ein „Bring your own device“-Konzept (BYOD) ist bei der Stadt Baden-Baden nicht vorgesehen, die Sicherheitsrisiken werden gescheut. „Bei eigenen Geräten mangelt es oft an den von Behörden definierten Sicherheitsstandards wie beispielsweise Festplatten-Verschlüsselung oder Anti-Schadsoftware. Oder es befinden sich Programme und Daten auf dem Gerät, die bei einer Anbindung an das Netzwerk größeren Schaden anrichten könnten. Natürlich muss auch eine Installation von privaten Anwendungen ausgeschlossen sein. Gleiches gilt für eine freie Verwendung der USB-Schnittstellen. Daher lehnen wir in Baden-Baden BYOD strikt ab“, sagt Götz.

Fazit

Dte Stadt Baden-Baden ist von ihrer Lösung überzeugt, und der Administrationsaufwand hält sich in Grenzen. „Immerhin haben wir in Baden-Baden 60 Außenstellen, zwei Rechenzentren und 1.200 Mitarbeiter. Standorte wie beispielsweise Feuerwehren, Stadtbibliothek, Theater und Schulen müssen sicher vernetzt werden“, erklärt Stefan Hanmann. „Einen Schritt weitergedacht, könnte ich mir sogar eine Automatisierung der Clientverwaltung durch eine sogenannte selbstheilende Lösung vorstellen.“ Eine selbstheilende oder Self-Healing-Lösung ersetzt die zeitaufwändige Fehlerbehandlung konventioneller Systeme durch ein Software-Design, das Fehler automatisiert erkennt, behebt und Attacken in Eigenregie abwehrt.

(ID:46743225)