Interview mit Staatsrat Hans-Henning Lühr

Arbeiten an der vernetzten eGovernment-Verwaltung

| Redakteur: Manfred Klein

Wie wird man den angestrebten Erfahrungsaustausch mit den schon bestehenden Erprobungsräumen, der Metropolregion Rhein-Neckar und dem Erpro­bungsraum Rheinland organisieren? Welche Synergie­effekte erhofft man sich von diesem Erfahrungsaustausch?

Lühr: Die drei Metropolregionen haben schon auf dem IT-Gipfel in Hamburg die ersten gemeinsamen Treffen vereinbart, deren erstes nun im Januar stattfinden wird. Auch anlässlich des Fachkongresses des IT-Planungsrates werden wir uns zusammensetzen. Die drei Erprobungsräume verfolgen in ihren Regionen jeweils die selben Ziele. Da ist es sinnvoll, zusammenzuarbeiten.

Alle Erprobungsräume haben bekanntermaßen immer wieder damit zu kämpfen, die unterschiedlichen Interessen unter einen Hut zu bringen. Wie will man hier im Erprobungsraum Nordwest vorgehen?

Lühr: Als bewährte Methode werden wir in der Virtuellen Region Nordwest alle interessierten und erfahrenen Netzwerkmitglieder – insbesondere aus den Fachebenen sowie den Bereichen eGovernment, IT und Organisationsentwicklung – zusammenrufen.

Bereits jetzt haben sich sechs Kommunen federführend bereit erklärt, Projekte zu den oben genannten Themen zu initiieren. Diese Projekte werden wir auf dem ersten Plenum der Virtuellen Region Nordwest noch im Januar mit allen Mitgliedern des Netzwerkes besprechen und in konkretere Arbeitspläne überführen.

Die Steuerungsgruppe der ViR-Nordwest geht davon aus, so am besten das Interesse von Verantwortlichen und bislang noch nicht beteiligter Fachleute aufseiten unserer Netzwerkmitglieder wecken zu können.

Deren Erfahrung, Engagement und Zutun ist unverzichtbar, um auf der Basis von Best-Practice-Lösungen neue und innovative Umsetzungsmöglichkeiten für interessierte Kommunen zu schaffen und kostenwirksame Synergieeffekte durch die Bildung von interkommunalen Strukturen zur Zusammen und Verknüpfungen zwischen den einzelnen Projektthemen zu erarbeiten.

Beispielsweise wollen wir alle IT-Leiter in der VIR-Nordwest mit Kartenlesern für den neuen Personalausweis ausstatten. Uns ist aufgefallen, dass immer noch viel zu wenige Entscheidungsträger praktische Erfahrungen mit der elektronischen Authentifizierung haben. Das ist vielleicht auch ein Grund, warum es noch so wenig Projekte in diesem Bereich gibt.

Beim Projekt elektronische Rechnung, um ein zweites Beispiel zu nennen, eröffnet sich die Chance, ähnlich wie wir es bei der Umsetzung der EU-Dienstleistungsrichtlinie getan haben, im Erprobungsraum Nordwest die gleichen technischen Lösungen zu realisieren – dann müssen wenigstens in Bremen, Niedersachsen und den hiesigen Kommunen nicht alle Räder neu erfunden werden.

Wie sieht der Fahrplan für die nächsten Monate aus?

Lühr: Beim Plenum der ViR-Nordwest am 29. Januar sollen die Themenfelder zunächst vorgestellt und unter Beteiligung von interessierten Netzwerkmitgliedern dann zu konkreten Projektvorhaben verfeinert werden, an denen in der Folge dann später gemeinsam gearbeitet werden soll.

Dabei soll insbesondere das Wissen von bereits erfahreneren Fachleuten und das kreative Problemlösungspotenzial von ambitionierten Projektverantwortlichen für die noch weniger erfahrenen Netzwerkmitglieder zugänglich gemacht werden – zum allseitigen Nutzen. Besonders freuen wir uns natürlich, dass das Plenum nicht nur gemeinsam von uns und dem niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport eröffnet wird, sondern dass wir tatkräftige Unterstützung durch Vorträge aus der Metropolregion Rhein-Neckar erhalten. Daran sieht man, wie eng wir bereits zusammenarbeiten.

Der Erprobungsraum Rheinland ist dann mit einem Vortrag auf dem 20. Europäischen Verwaltungskongress vertreten, den wir am 5. und 6. März ebenfalls in Bremen veranstalten werden. Da können wir uns dann bereits über die Ergebnisse aus dem Januar-Plenum verständigen.

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Es schleppt sich dahin.Seit dem 1.11.2010 kann man einen nPA beantragen. Fast fünf Jahre später...  lesen
posted am 11.02.2015 um 10:14 von woksoll


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