Digitale Medizin

Apps als Hilfe zur Bekämpfung von Augenerkrankungen

| Redakteur: Ann-Marie Struck

Richtig programmierte Apps können auch mit Sehbehinderung genutzt werden
Richtig programmierte Apps können auch mit Sehbehinderung genutzt werden (© dbsvg)

Ein Schwerpunkt des 116. Kongresses der medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaft für Augenheilkunde (kurz: DOG für Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft) waren die Möglichkeiten der Digitalisierung in der Augenmedizin.

Die Digitalisierung in der Medizin ermöglich neue Therapie- und Untersuchungsformen. Im Bereich der Augenheilkunde eröffnet sie neue Chancen, Volkskrankheiten wie altersabhängige Erkrankungen der Netzhaut des Auges (Makula-Degeneration) und Grüner Star effektiver zu bekämpfen. Hierbei finden vor allem Apps Anwendung. Damit auch Menschen mit Sehbehinderung davon profitieren können, fordern die DOG und der Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) Barrierefreiheit. Wichtig für Augenpatienten sind die richtige Schriftart, ein verstellbare Schriftgröße und ausreichend Kontrast zwischen Schrift und Hintergrund. Daher müssen digitalen Informationen generell je nach individuellem Bedürfnis in ihrer Darstellung flexibel einstellbar sein.

Frau Professor Dr. med. Nicole Eter, Präsidentin der DOG und Direktorin der Universitäts-Augenklinik Münster, stimmt diesen Voraussetzungen nur zu: „Als Fachorganisation für das Sehen versteht die DOG, dass Menschen mit Seheinschränkungen am Rechner, Smartphone oder Tablet auf barrierefreie Gestaltung und Programmierung angewiesen sind. Die Augenheilkunde kann deshalb bei der Einbeziehung von Patienten in die Digitalisierung eine Vorreiterrolle übernehmen und für andere Fachrichtungen zum Vorbild werden.“

Heimbehandlung durch App möglich

Patienten können beispielsweise Apps für Untersuchungszwecke oder zur Behandlungskontrollen nutzen und damit einen aktiven direkten Anteil an der Therapie nehmen. Die Auswertung von Krankheitsverläufen kann dazu beitragen, früher Risikofaktoren zu erkennen und folglich Früherkennung und Prävention zu optimieren.

Darüber hinaus kann die digitale Anwendung zu einem besseren Verständnis der Therapie beitragen und den Patienten an die Medikamenteneinnahme erinnern und somit zu einem Behandlungserfolg führen.

Viele Augenpatienten sind aufgrund ihres Sehverlusts nur eingeschränkt mobil. Erste Diagnose-Apps zum Heimgebrauch können den Weg zum Augenexperten ersparen. Beispiele dafür sind Sehtest-Apps oder eine Augeninnendruck-Selbstmessung bei Grünem Star. Die Zeitersparnis aufgrund der App kann dann zur individuellen Beratung im Arzt-Patienten-Kontakt genutzt werden.

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