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Mobiltelefonie Apple und Samsung bereiten das Ende der SIM-Karte vor

| Autor: Sebastian Gerstl

Der Mobilfunk-Branchenverband GSMA erarbeitet gemeinsam mit den Branchengrößen Apple und Samsung einen Embedded-SIM-Standard für Mobilgeräte. Bis 2016 soll ein schneller Providerwechsel per umprogrammierbarer eSIM umgesetzt werden.

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Steht die klassische SIM-Karte vor dem Aus? Apple, Samsung und die Mobilfunkbetreibervereinigung GSMA verhandeln über die Einführung fest verbauter Embedded SIMs (eSIM).
Steht die klassische SIM-Karte vor dem Aus? Apple, Samsung und die Mobilfunkbetreibervereinigung GSMA verhandeln über die Einführung fest verbauter Embedded SIMs (eSIM).
(Bild: VBM-Archiv)

Bisher sind Mobilnetzkunden per SIM-Karte üblicherweise fest ein einen einzelnen Netzbetreiber gebunden. Nach Ansicht der Mobilfunkbetreibervereinigung GSMA soll sich dies bereits bis nächstes Jahr ändern. Nach Angaben der Financial Times befinden sich Apple und Samsung bereits in „fortgeschrittenen Verhandlungen“ mit dem Branchenverband, um einen gemeinsamen Standard für eine sogenannte „embedded SIM“ oder eSIM für Smartphones und Tablets zu erarbeiten.

Statt den Anbieter per Austausch einer einzelnen SIM-Karte zu wechseln, sollen die Geräte künftig über eine fest verbaute Variante verfügen, die sich per Funk umprogrammieren lässt.

Die Embedded SIM wurde ursprünglich für M2M-Kommunikation (Machine-to-Machine) konzipiert. Vorteile sind unter anderem eine unkomplizierte Interoperabilität auch unter globalen Anbietern und ein geringerer Bauteil-Platzbedarf im Gerät selbst. Im Automotive-Bereich werden Fahrzeuge, die in der EU ab 2018 mit dem eCall-System ausgerüstet werden müssen, mit einer eSIM ausgestattet.

Auch in Endkunden-Hardware wie Smartphones ist der Einsatz denkbar. Es fehlt derzeit aber noch an einer konkreten technischen Spezifikation. Diese möchte die GSMA zusammen mit Samsung und Apple nun in Kürze verabschieden. Der Branchenverband erhofft sich hierzu auch die Unterstützung großer Netzbetreiber wie der Deutschen Telekom, Telefónica, Orange, AT&T oder Vodafone.

Interessanterweise hatte Apple mit der „Apple SIM“ im vergangenen Jahr eine Variante der Embedded SIM eingeführt, die in Deutschland in den aktuellsten Varianten von iPad und iPad Mini vorhanden ist. Damit ist es möglich, zwischen bestimmten Mobilnetz-Anbietern in den USA oder Großbritannien hin- und herwechseln zu können, ohne eine Karte austauschen zu müssen.

Das Unternehmen stieß mit der Technologie allerdings nicht auf viel Gegenliebe bei den hiesigen Netzbetreibern. Vor allem Vodafone stand der Apple SIM sehr kritisch gegenüber: Die klassische SIM-Karte enthalte meist sehr wichtige individuelle Informationen und sei daher extrem wichtig in der Beziehung zwischen Anbieter und Kunden.

Dennoch zeigt sich die GSMA zuversichtlich, schon bald eine „formelle Vereinbarung“ mit Samsung und Apple erzielen zu können. Die eSIM sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg für den Ausbau und die Entwicklung neuer Mobilfunk-Netzwerke.

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