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eIDEE – Wettbewerb für den digitalen Handschlag „Anwendungen müssen mobile ready werden“

Autor / Redakteur: Iris Köpke / Manfred Klein

Der Ideen-Wettbewerb der Bundesdruckerei eIdee ruft in diesem Jahr zum dritten Mal Unternehmen, Start-ups, Institutionen, Design-Studenten und Schüler dazu auf, Ideen, Konzepte und Projekte rund um sicheres und benutzerfreundliches Identitätsmanagement in der digitalen Zukunft einzureichen.

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Nur informierte Bürger können Chancen und Risiken vernünftig abwägen und die digitale Revolution zu ihrem Vorteil nutzen, ist Lena-Sophie Müller, Geschäftsführerin der D21, überzeugt
Nur informierte Bürger können Chancen und Risiken vernünftig abwägen und die digitale Revolution zu ihrem Vorteil nutzen, ist Lena-Sophie Müller, Geschäftsführerin der D21, überzeugt
(Foto: D21)

Die Initiative D21 setzt sich unter anderem dafür ein, die digitale Spaltung zu verhindern und Vertrauen in digitale Anwendungen zu schaffen. eGovernment Computing sprach mit der Geschäftsführerin der D21 und Jurymitglied von „eIDEE – Wettbewerb für den digitalen Handschlag“, Lena-Sophie Müller, über die Perspektive, mit der die Gesellschaft auf Technik schaut und über neue Ansätze, wie mehr Sicherheit akzeptierten werden würde.

Frau Müller, warum ist Vertrauen in technische Anwendungen so wichtig?

Lena-Sophie Müller: Die Digitalisierung bietet enorme Chancen für die gesellschaftliche Entwicklung und Teilhabe. Damit die Menschen sie nutzen können, brauchen sie nicht nur die Fähigkeit, die Technik zu bedienen, sondern vor allem Vertrauen in die Sicherheit der Anwendung. Vertrauen ist ein wichtiger Ansatzpunkt, die digitale Spaltung zu verhindern. Nur wenn die Menschen offen sind, sind die auch bereit, Technologien auszuprobieren.

Welchen Beitrag können Sichere Identitäten dabei leisten?

Lena-Sophie Müller: Wir diskutieren bei den Anwendungen viel über technische Hintergründe und darüber, wie eine Anwendung funktioniert. Das ist aber gar nicht die Perspektive, aus der die Gesellschaft darauf schaut.

Ein Großteil versteht die Komplexität hinter den Anwendungen nicht. Deswegen müssen sie intuitiv nutzbar sein. Sichere Identitäten spielen eine ganz wichtige Rolle, weil sie Vertrauen fördern, das die Unkenntnis über die komplexe Technik ausgleicht. Aber auch für sichere Identitäten gilt, dass sie einfach zu handhaben sein müssen. Menschen müssen sie nutzen können, ohne viel darüber nachzudenken.

Was ist Ihrer Meinung nach dabei der wichtigste Ansatzpunkt?

Lena-Sophie Müller: Ganz klar Aufklärung. Experten sind im Bilde und wissen Bescheid – der Normalverbraucher aber ist zu wenig informiert. Und wer nicht weiß, wie er beispielsweise die Online-Ausweisfunktion-Funktion des Personalausweises einsetzen kann und in den Medien lediglich Schlagzeilen über ihr Gefahrenpotenzial liest, wird sie auch nicht nutzen.

Das Thema Sicherheit ist vergleichbar mit der Gesundheit: Man handelt erst, wenn etwas passiert ist und man „digital krank“ geworden ist. Wir müssen die Menschen also dazu bringen, Prävention zu betreiben. Ein Grund für deren Zurückhaltung ist sicher, dass Sicherheit zu kompliziert ist. Gerade die Online-Ausweisfunktion des Personalausweises ist zu umständlich und Laien sind damit überfordert.

Was muss also passieren, damit die Menschen auf mehr Sicherheit setzen?

Lena-Sophie Müller: Das Erfolgsrezept ist, sie in Standardprozesse zu integrieren. Der Nutzer muss Sicherheit als selbstverständlich betrachten – sie muss sozusagen natürlich vorhanden sein. Solange der Nutzer für ein Mehr an Sicherheit erst einmal weitere Geräte kaufen, diese auch unterwegs dabei haben und sie mit Kabeln anschließen muss, werden wir keinen echten Durchbruch erleben. Das ist den meisten Menschen viel zu lästig. Die Anwendungen müssen vielmehr mit der technischen Entwicklung wachsen und meines Erachtens muss auch der Personalausweis – und vielleicht auch Identitäten – „mobile ready“ werden.

Ziel muss sein, die Komplexität der Technik zu reduzieren und die Sicherheit ein Stück weit spielerisch einzubauen – vor allem zukünftig eben auch auf mobilen Geräten. Ein Ansatz kann sein, Sicherheit zu visualisieren, sodass der Nutzer auf den ersten Blick erkennen kann, wie sicher eine Anwendung ist. Es gibt schon Beispiele, die mit einer Art Ampel-System arbeiten – da kann der Nutzer selbst entscheiden, ob er, wenn die Ampel ihm bei seiner Anwendung nur ein rot oder ein gelb anzeigt, seine Sicherheit durch einfache Maßnahmen noch erhöhen will.

Sie sind Jury-Mitglied von „eIDEE – Wettbewerb für den digitalen Handschlag“ – warum engagieren Sie sich dort

Lena-Sophie Müller: Ich hoffe darauf, dass der eIDEE-Wettbewerb solche eben genannten Anwendungen hervorbringt. Wir brauchen eine Art von „One-Klick-Sicherheit“, bei der die Menschen nicht mit Begriffen und technischen Prozessen überfordert werden, sondern wo sie den Nutzen sofort erkennen und sie Sicherheit so einfach wie mit einer App laden können.

Bis zum 17. August kann man am Digitalen Handschlag teilnehmen.

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