Sachsen-Anhalt Anhalt-Bitterfeld will Vorreiter bei Cyber-Sicherheit werden

Von dpa

Vor gut sechs Monaten hat ein Cyber-Angriff Anhalt-Bitterfeld lahmgelegt. Nun will der Landkreis in Sachen Cyber-Sicherheit ganz vorne mit dabei sei – wenn denn dann mal alles läuft.

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Bei dem Cyber-Angriff waren am 6. Juli 2021 mehrere Server des Landkreises mit sogenannter Ransomware infiziert worden
Bei dem Cyber-Angriff waren am 6. Juli 2021 mehrere Server des Landkreises mit sogenannter Ransomware infiziert worden
(© Ar_TH – stock.adobe.com)

Der Landkreis Anhalt-Bitterfeld will aus dem Cyber-Angriff vor einem guten halben Jahr lernen und der modernste werden – zumindest was die Cyber-Sicherheit betrifft. Man stehe in engem Kontakt mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, um die vorgegebenen Standards „nicht nur zu erfüllen, sondern auch ein Stück weit drüber zu stehen“, sagte Landrat Andy Grabner (CDU) der Deutschen Presse-Agentur. „Und vielleicht kann es ja auch anderen Kommunen oder Landkreisen helfen, die Sensibilität ein bisschen weiter hervorzukitzeln.“ Insgesamt rechnet der Landkreis mit einem Kostenblock von etwa zwei Millionen Euro im Zusammenhang mit dem Cyber-Angriff.

Aber erstmal müsse wieder Normalität einkehren. Bis es wieder richtig losgehe, werde es April oder Mai, sagte Grabner. Im September hieß es seitens des Landkreises noch, dass der Cyber-Angriff zum Jahresende Geschichte sein könnte. „Wir haben jetzt ein neues Netzwerk aufgesetzt und beginnen sukzessive die ganzen Anwendungen nach einer Prioritätenliste wieder zu installieren“, erklärte Grabner weiter.

Trotz Notinfrastruktur seien einige Vorgänge liegengeblieben. „Trotzdem sind allein im Bereich Führerschein etwa 9000 offene Vorgänge, die alle irgendwo mit eingearbeitet werden müssen. Zum Beispiel der Führerscheintausch“, sagte Grabner weiter. Davon seien viele betroffen. Das Land habe zwar die Tauschfrist verlängert, aber selbst das sei für den Landkreis wahrscheinlich nicht zu schaffen.

Bei dem Cyber-Angriff waren am 6. Juli 2021 mehrere Server des Landkreises mit sogenannter Ransomware infiziert worden. Dabei werden Daten verschlüsselt. Nach der Zahlung eines Lösegelds sollten diese dann wieder freigegeben werden. Der Landkreis lehnte die Geldzahlung aber ab. Drei Tage später, am 9. Juli, rief der scheidende Landrat Uwe Schulze (CDU) den Katastrophenmodus aus – bundesweit der erste wegen eines Cyber-Angriffs. Drei Tage später startete der neue Landrat Andy Grabner in sein Amt.

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