Medizin-Technik

Als Informatiker Malaria bekämpfen?

| Autor: Ann-Marie Struck

Malaria, oder auch Sumpffieber genannt, ist eine Infektionskrankeit, die von Parasiten der Gattung Plasmodium verursacht wird.
Malaria, oder auch Sumpffieber genannt, ist eine Infektionskrankeit, die von Parasiten der Gattung Plasmodium verursacht wird. (© auimeesri - stock.adobe.com)

Krankheiten heilen, das ist der Job von Ärzten. Heutzutage leistet auch die Informatik einen Anteil daran. Das haben die Masterstudierende der Universität Bremen bewiesen, denn ihre App soll dabei helfen, die Ausbreitung von Malaria in Thailand zu reduzieren.

Medizintechnik wird oft mit großen Geräten und komplizierte Technologien assoziiert. Dabei kann eine kleine App auch einen großen Fortschritt in der Medizin bedeuten. Denn Informatikerinnen und Informatiker der Universität Bremen haben im Rahmen eines praxisorientierten Projekts mit Gesundheitswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern der Mahidol-Universität in Bangkok ein App-basiertes System entwickelt, mit der die Malariaausbreitung besser verstanden werden soll.

Für das Projekt waren die Studierenden mehrere Wochen im Nordwesten von Thailand im Grenzgebiet zu Myanmar unterwegs. Die Erkenntnis: Die Menschen, die dort in der ländlichen Region in Dörfern wohnen, durchqueren auf ihren täglichen Wegen zum Teil immer wieder Malariagebiete. Dabei ist Mobilität ein Schlüsselfaktor bei der Ausbreitung der Krankheit. Und genau hier kommt die App zum Einsatz.

Studierende der Universität Bremen bei ihrem Projekt in Thailand
Studierende der Universität Bremen bei ihrem Projekt in Thailand (© Universität Bremen)

Ziel ist es in den nächsten fünf Jahren die täglichen Wege der Menschen, die an dem Projekt teilnehmen, genauer zu untersuchen. Dr. Thomas Barkowsky, Leiter des Projekts in Bremen, sieht darin eine Chance zur Erforschung der Krankheit: „Erst wenn wir verstehen, wie die Infektionswege dieser Krankheit sind, können wir den Hebel gezielter ansetzen, wie man Infektionen vermeidet.“

Das Projekt

An der Universität Bremen haben die Masterstudierenden ein App-basiertes System entwickelt. Bei ihrem Aufenthalt in Thailand konnten sie es vor Ort mit rund 20 freiwilligen Probandinnen und Probanden testen. Leider ist die instabile Internetverbindung noch ein Problem in diesen strukturschwachen Gegenden. Das Projekt wird in Kooperation mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Bangkok durchgeführt und ist zudem ein Teil der weltweiten Studie des National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID).

Nach dem erfolgreichen Abschluss der Vorstudie durch die Bremer Studierenden werden nun mehrere hundert freiwillige Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer in Thailand untersucht. Neben der Aufzeichnung der täglichen Wege erfolgt dabei auch die anonymisierte Auswertung der Gesundheitsdaten der Teilnehmenden. Dabei sind vor allem Informationen über wiederholte und neu auftretende Infektionen von Interesse.

Forschung Praxis

Derzeit begleiten acht Masterstudierende das Projekt über ein Jahr. Teil ihres Aufgabengebiets ist die visuelle Aufbereitung und Auswertung der gesammelten Daten. Das Projekt soll ein Beispiel dafür, wie im Studium Lehre und Forschung eng miteinander verbunden werden können.

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