Keine Garantie von Datensicherheit – exorbitant hohe Kosten

Ärztekammer Österreich gegen elektronische Gesundheitsakte ELGA

03.11.2011 | Redakteur: Gerald Viola

Eigentümer der ELGA GmbH sind Bund, Länder und Sozialversicherung
Eigentümer der ELGA GmbH sind Bund, Länder und Sozialversicherung

„ELGA kostet Sie Ihr letztes Hemd“ und „ELGA stellt Sie vor den anderen bloß“ – die Ärztekammer in Österreich zieht gegen die Elektronischen Gesundheitsakte (ELGA) vom Leder. Im Mittelpunkt der Kritik stehen Datenschutzprobleme und die hohen Gesamtkosten.

„ELGA ist eine elektronische Krankheitsakte, die uns mehrere Hundert Millionen Euro kosten wird – Geld, mit dem längst überfällige medizinische Leistungen für Patienten finanziert werden könnten“, heißt es zum Beispiel in einer Anzeige in den Tageszeitungen.

„ELGA ist eine elektronische Krankheitsakte, mit der mehr als 100.000 Personen Zugang zu Ihren Krankheitsdaten bekommen können. Nach jüngsten Hacker-Attacken auf sensible Gesundheitsdaten wird mit ELGA dem zentralen Datenklau in Österreich Tür und Tor geöffnet“, lautet eine andere Kernbotschaft, die die Ärztekammer in Richtung Patienten bringen möchte.

Der Obmann der Kurie niedergelassene Ärzte und Vizepräsidenten der Ärztekammer für Wien, Johannes Steinhart, warnt, es werde ein „Datenmoloch“ geschaffen, der für die Patienten keinerlei Nutzen hätte, im Gegenzug jedoch viel Geld koste und darüber hinaus den Patienten in der Öffentlichkeit komplett bloßstelle.

Steinhart: „In Deutschland beispielsweise hat man sich längst von einer zentralen Speicherung von Gesundheitsdaten mangels Nutzen und hohem Missbrauchsrisiko verabschiedet.“ Nur in Österreich werde dieses „Prestigeobjekt von Hauptverband und Gesundheitsministerium“ mit aller Gewalt durchgedrückt. Dabei nehme man bewusst in Kauf, die Menschen in Österreich zu „gläsernen Patienten“ zu machen.

100.000 Personen haben Zugriff auf ELGA

Als „geradezu peinlich“ bezeichnet der Vizepräsident die andauernden Beschwichtigungsversuche des Hauptverbands, wonach für eine maximale Sicherheit der Daten gesorgt sei. Gerade die Datenskandale im In- und Ausland der letzten Monate hätten gezeigt, wie wenig sicher zentrale Datenspeicherungen wirklich seien.

Dabei macht Steinhart neben möglicher krimineller Vergehen auch noch ein anderer Umstand große Sorge: „Nach derzeitigem Plan könnten mehr als 100.000 Personen ganz legal Einschau in die Gesundheit der Österreich nehmen.“ Denn nicht nur alle Ärztinnen und Ärzte sollen sich in das System einloggen können, sondern auch das Pflegepersonal, Angehörige der gehobenen medizinischen Dienste sowie alle Mitarbeiter von Apotheken.

„Spuk um ELGA“ möglichst rasch ein Ende bereiten“

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