Erinnerungssoftware

Ärzte vergessen Impf-Empfehlungen

| Redakteur: Ira Zahorsky

Ein besseres Erinnerungssystem für Ärzte könnte die Impfquote in Deutschland erhöhen
Ein besseres Erinnerungssystem für Ärzte könnte die Impfquote in Deutschland erhöhen (Bild: Pixabay)

Ab heute sollen Kinder- und Jugendärzte im Rahmen der Früherkennungsuntersuchungen Eltern auf die Wichtigkeit bestimmter Impfungen aufmerksam machen. Die Ärzte wünschen sich ein Erinnerungssystem.

Nicht nur bei Kindern, auch bei älteren Mitbürgern entspricht der Impfstatus häufig nicht den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO). Ein Forschungsteam des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig hat in einer Umfrage unter niedergelassenen Hausärzten und medizinischen Fachangestellten untersucht, inwieweit sie ihren Patienten Impfungen empfehlen. Das Ergebnis: Der häufigste Grund für ausbleibende Empfehlungen war schlichtes Vergessen.

„Die Einstellung zu den Impfempfehlungen sind bei Ärzten und MFAs generell gut“, sagt sagt Carolina Klett-Tammen, die die Umfrage im Rahmen ihrer Promotion in der HZI-Abteilung Epidemiologie durchgeführt hat. Trotzdem bleibt die Weitergabe an die Patienten gelegentlich aus. „Um dem entgegenzuwirken, müsste das Erinnerungssystem in der Praxismanagement-Software verbessert werden.“ Es gebe zwar bereits entsprechende Computerprogramme, die an ausstehende Impfungen erinnern, doch würden diese noch zu wenig genutzt. Laut Umfrage wünschen sich insgesamt zwei Drittel der Ärzte und MFAs eine bessere Aufbereitung der Informationen zu Änderungen der offiziellen Impfempfehlungen.

Zur Umfrage

Um die Ursachen für die mangelnde Umsetzung der Impfempfehlungen zu untersuchen, haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des HZI je zwei Kopien eines eigens entwickelten Fragebogens an 5000 zufällig ausgewählte Hausarztpraxen in Deutschland geschickt. Darin fragten sie den Kenntnisstand und die Einstellung zu Impfungen bei älteren Menschen sowie deren praktische Umsetzung ab. Sowohl Ärzte und Ärztinnen als auch medizinische Fachangestellte (MFA) wurden darum gebeten, die Fragen zu beantworten. Insgesamt haben sich 16,3 Prozent der Praxen beteiligt.

Die aktuellen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission finden Sie hier.

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