Videoüberwachung in Städten

Ärger um Amazons Gesichtserkennung „Rekognition“

| Redakteur: Lisa Marie Waschbusch

US-Bürgerrechtler kritisieren Amazon dafür, ins Überwachungsgeschäft eingestiegen zu sein.
US-Bürgerrechtler kritisieren Amazon dafür, ins Überwachungsgeschäft eingestiegen zu sein. (Bild: Pixabay / CC0)

Amazons leistungsfähige Gesichtserkennungstechnologie soll ganze Städte in Echtzeit überwachen. Jetzt fordern Bürgerrechtler den Konzern auf, „Rekognition“ nicht länger an die Behörden zu verkaufen. Die Technologie sei ein mächtiges und gefährliches Überwachungssystem und könne Bürgerrechte verletzen.

Amazons Gesichtserkennungstechnologie „Rekognition“ steht in der Kritik: Das System ermöglicht es, ganze Städte in Echtzeit zu überwachen – sowohl mit Fotos, als auch mit Videostreams. Medienberichten zufolge fordern Bürgerrechtler der US-amerikanischen Bürgerrechtsorganisation ACLU jetzt in einem offenen Brief das Ende dieser Überwachung und starteten eine Petition. Rekognition soll bereits in den US-Bundesstaaten Florida und Oregon im Einsatz sein, die Strafverfolgungsbehörden in Kalifornien und Arizona sollen sich an Washington County gewandt haben, um nach Rekognition zu fragen.

Künstlicher Intelligenz identifiziert in Echtzeit

Amazon sei nun offiziell ins Überwachungsgeschäft eingestiegen, heißt es weiter in dem Brief. Dabei unterstütze es die Behörden sogar aktiv dabei, die Gesichtserkennungssoftware zu installieren. Dank Künstlicher Intelligenz kann Rekognition Personen in Echtzeit identifizieren, verfolgen und analysieren und bis zu 100 Personen in einem einzigen Bild erkennen. Der Konzern vermarktet das System für die staatliche Überwachung. Laut Amazons Marketingmaterialien wird der Einsatz bei Strafverfolgungsbehörden als „Common Use Case“ für diese Technologie bezeichnet. Amazon sagt, Rekognition könne verwendet werden, um „Menschen von Interesse“ zu identifizieren. Laut ACLU könne Rekognition aber auch „alle Gesichter auf Gruppenfotos, überfüllten Veranstaltungen und öffentlichen Plätzen wie Flughäfen“ überwachen.

Die Software könne dazu führen, dass im Handumdrehen Bürgerrechte verletzt werden können: Wie die ACLU weiter schreibt, sollten Menschen frei sein, die Straße entlang zu gehen, ohne von der Regierung beobachtet zu werden. Sobald leistungsfähige Überwachungssysteme wie diese gebaut und eingesetzt werden, werde der Schaden extrem schwer rückgängig zu machen sein. Der Organisationen sollen Dokumente vorliegen, die für einen Verstoß gegen Menschenrechte sprechen.

Dieser Beitrag erschien zuerst in unserem Partnerportal Industry of Things.

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