Informationsmanagementsystem im Katastrophenfall „Achtung.Passau!“

Autor / Redakteur: Achim Vogt | Advertorial / Susanne Ehneß

Die Stadt Passau wird aufgrund ihrer geografischen Lage an den drei Flüssen Donau, Inn und Ilz seit jeher von Hochwasser heimgesucht. Die Stadt und ihre Bewohner sind in gewisser Weise bereits im Umgang mit diesen Situationen geübt. Dennoch ist dies, insbesondere bei sehr schweren Hochwassern, wie im Juni 2013, eine große Herausforderung sowohl für die Bewohner als auch für den Krisenstab der Stadt.

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Frontend der Webseite „Achtung.Passau.de“
Frontend der Webseite „Achtung.Passau.de“
(Bild: ESG)

Neben den vielen Aufgaben, die im Katastrophenfall zu erledigen sind, gilt es auch, die Bürger ständig über die aktuelle Lage zu informieren. Bisher wurden die Informationen manuell in das Management­system der Stadt eingegeben und ebenso über die sozialen Netzwerke verbreitet. Auf die gleiche Weise wurden Aktualisierungen der Lage ­weitergegeben. Hinzu kam, dass die Webseite der Stadt Passau während einer Katastrophe sehr hohe Zugriffszahlen aufwies, so dass die Erreichbarkeit der Webseite erschwert wurde.

Diese Umstände machten es erforderlich, nach einer neuen und zeitgemäßen Lösung zur Information der Bürger zu suchen, damit für diese die benötigten Lageinformationen aktuell und schnell erreichbar sind.

Mit der technischen Umsetzung wurde Mitte Juli 2015 das Münchner Unternehmen ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung mit Lage- und Informationssystemen beauftragt.

Das im Folgenden vorgestellte Informationsmanagementsystem der Stadt Passau im Katastrophenfall befindet sich aktuell in der finalen Entwicklungsphase und wurde noch nicht veröffentlicht. Nach der Einbeziehung der erforderlichen Stellen wird das System „Achtung.Passau!“ voraussichtlich im Laufe des Dezembers 2015 vorgestellt.

TARANIS – leistungsfähige Grundlage für eine passgenaue Lösung

Zum Einsatz gelangt hierbei ein Lösungsbaustein aus der von der ESG entwickelten TARANIS® Network-Enabled Solution Suite. Vom Krisenzentrum bis zum einzelnen Bürger bieten die maßgeschneiderten TARANIS®-Lösungen eine schnelle Informationsverteilung und sichere, echtzeitfähige Kommunikation.

Bei dem Informationsmanagementsystem im Katastrophenfall „Achtung.Passau!“ handelt es sich um eine vollständige Web-Applikation, die ohne zusätzliche Softwareinstallation mit jedem Browser angezeigt und genutzt werden kann. Zusätzlich wurde eine „Achtung.Passau!“-App entwickelt, die von jedem Bürger kostenfrei auf seinem Android- bzw. iOS-fähigen Smartphone installiert werden kann, um auch mobil mit den aktuellen Lageberichten versorgt zu werden. Parallel zu der App erfolgt die automatisierte Information der Bürger sowohl über die sozialen Netzwerke Facebook und Twitter, als auch über die etablierten Informationskanäle wie E-Mail und die Homepage der Stadt Passau.

Das für die Stadt Passau realisierte System lässt sich in drei Hauptbestandteile untergliedern: das Back­end, das Frontend und die App.

Wo alles zusammengeführt wird – das Backend

Beim Backend handelt es sich um eine Serveranwendung, welche für die Datenerfassung, Datenspeicherung und Datenpflege verantwortlich ist. Auf Grundlage einer Browser-basierten Web-Applikation können bereits schon während der Lagebesprechung die ersten Informationen und Inhalte in das System eingegeben werden. Hierfür stehen dem Nutzer sowohl vordefinierte Eingabemasken, als auch Freitext-Eingabefelder zur Verfügung.

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Darstellung der Kategorien auf der „Achtung.Passau!“-App
Darstellung der Kategorien auf der „Achtung.Passau!“-App
(Bild: ESG)

Unterstützt wird er dabei durch einen Texteditor in Anlehnung an vertraute Editoren aus der Textverarbeitung. Die inhaltliche Gliederung des Lageberichts erfolgt durch einfache Selektion von Kategorien, welche vordefinierten Themenbereichen zugeordnet sind. Zu jedem Zeitpunkt bietet das System dem Nutzer die Möglichkeit, sich den aktuellen Bearbeitungsstand des Lageberichts in einer Vorschau anzeigen zu lassen. Änderungen, Anpassungen und Löschungen sind während der Bearbeitungsphase immer möglich, um die Handlungsfähigkeit auch bei kurzfristigen Lageänderungen zu gewährleisten.

Neben reinen Textinformationen lassen sich selbstverständlich auch Bilder und Links in den Lagebericht einbinden. Die Bilder können hierbei aus einer Medienbibliothek des Systems ausgewählt werden. Diese Bibliothek stellt sicher, dass nur freigegebenes Bildmaterial bei der Lageberichterstellung verwendet werden kann. Sobald der Lagebericht fertiggestellt und geprüft ist, kann dieser durch einen Mausklick publiziert werden. Durch Betätigung der gleichnamigen Schaltfläche erfolgen mehrere Aktionen zeitgleich. Zum einen wird die Entwurfsfassung des Lageberichts in die finale Version als PDF-Datei umgewandelt und in der Archivdatenbank des Systems abgelegt. Ein Löschen bereits archivierter Lageberichte wird aus Gründen der ­Revisionssicherheit durch das ­System verhindert.

Zum anderen erfolgt die automatische Weitergabe des Lageberichts an die ausgewählten Informationskanäle – App, E-Mail, Homepage, Facebook und Twitter – zur schnellen Benachrichtigung der Bürger und der Medien über die aktuelle Lage.

Neben den Lageberichten selbst, den Kategorien und dem Bildmaterial lassen sich weitere Informationen in der Datenbank im Back­end ablegen. Hierzu gehören unter anderem die E-Mail-Adressen von Bürgern, die sich im Sinne einer Abonnement-Funktionalität für die Zusendung von Lageberichten registriert haben sowie die E-Mail-Adressen von Medienvertretern.

Die Rechteverwaltung basiert auf einem schlanken Nutzer-/Rollenkonzept, um auch in diesem Punkt der Schnelligkeit und Bedienungsfreundlichkeit des Systems gerecht zu werden. So sind in der aktuellen Systemverwaltung vier unterschiedliche Nutzerprofile mit den für ihren Aufgabenbereich voreingestellten Rechten hinterlegt. Sollten über diese Standardkonfiguration hinaus weitere Nutzer bzw. Rechte vergeben werden müssen, lassen sich diese Änderungen einfach in der Systemverwaltung einpflegen.

An dieser Stelle gilt ebenso das, was für das gesamte System zutreffend ist: Skalierbarkeit und flexible Erweiterungsfähigkeit nach Anforderung des Kunden und der gestellten Aufgabe.

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Übersichtlich und informativ – das Frontend

Bei dem Frontend handelt es sich um die Webseite „Achtung.Passau.de“, die im Katastrophenfall anstelle der Standard-Webseite der Stadt Passau – „Passau.de“ – aufgerufen wird. Diese Webseite verschafft dem Bürger einen schnellen Überblick über den aktuellen Stand der Entwicklungen, die ­neuesten Lageberichte und die Pegelstände der Flüsse rund um Passau.

Der Aufbau der Webseite „Achtung.Passau.de“ orientiert sich an der Corporate Identity der Stadt Passau. Hierdurch wird sichergestellt, dass sich sowohl die Darstellung als auch das Bedienkonzept an dem gewohnten Internetauftritt der Stadt Passau ausrichtet und der Bürger sich ohne Umgewöhnung sehr schnell zurechtfindet. Gerade auf den Punkt Bedienerfreundlichkeit wurde bei der Entwicklung dieses Informationssystems große Bedeutung gelegt.

Der Grundsatz eines intuitiven Bedienkonzepts zieht sich wie ein ­roter Faden durch das gesamte System, denn gerade bei derartigen Stresssituationen steigt das Risiko von Fehlern bei der Eingabe und der Bedienung. Wichtig ist, dass der Nutzer und der Bürger durch die Anwendung geführt werden und dadurch die Gefahr von Fehlern möglichst gering gehalten werden kann.

Dem heutigen Standard entsprechend steht dem Bürger ­neben einer Volltextsuche ein themenorientierter Zugriff auf Inhalte aus den Lageberichten zur Verfügung. Eine weitere Selbstverständlichkeit ist der barrierefreie Zugang zu den Lageberichten. Hierfür wurde eine Readspeaker-Funktionalität in die Web-Anwendung integriert.

Intuitiv und mobil – die App

Die dritte Entwicklungssäule des Systems bildet die App, welche die Smartphone-Betriebssysteme Android und iOS unterstützt und auf allen gebräuchlichen Smartphones lauffähig ist. Die App kann kostenfrei aus dem Google Play Store und dem Apple App Store installiert werden. Über Push-Nachrichten wird der Nutzer der „Achtung.Passau!“-App automatisch über die neuesten Lageentwicklungen informiert und mit den immer aktuellen Lageberichten versorgt.

Ein themenorientierter Zugriff auf spezielle Inhalte aus den Lageberichten ist über die Filterung nach Kategorien auch in der App möglich. Eine besonders komfortable Funktion bietet dem Nutzer der App die Möglichkeit, per Telefon bzw. E-Mail direkt mit dem Bürgertelefon der Stadt Passau in Kontakt zu treten oder den Facebook- bzw. Twitter-Auftritt der Stadt Passau aufzurufen.

Die offene Architektur und der Open-Source-basierte Ansatz bieten aus technischer Sicht eine zukunftsfähige Lösung, die sich auch kurzfristig auf erforderliche Änderungen und Erweiterungen anpassen lässt und aus wirtschaftlicher Sicht eine kostengünstige Lösung, die die Nutzung teurer Drittlizenzprodukte obsolet macht.

Demovideo

Ein Demovideo über das Informationsmanagementsystem „Achtung.Passau!“ finden Sie nach der Veröffentlichung im Dezember auf der TARANIS-Webseite im Bereich „TARANIS Centre“.

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