Websence-Prognose

Acht große Sicherheitsbedrohungen für 2015

| Redakteur: Jürgen Sprenzinger

Auch 2015 werden Hacker wieder „innovative Ideen“ haben, um in fremde Systeme einzudringen. Das Gesundheitswesen rückt dabei ins Visier der Cyber-Kriminellen
Auch 2015 werden Hacker wieder „innovative Ideen“ haben, um in fremde Systeme einzudringen. Das Gesundheitswesen rückt dabei ins Visier der Cyber-Kriminellen (Bild: Websense)

Patientendaten als Top-Ziel, das Internet der Dinge als Einfallstor für Angriffe auf Unternehmen, und ein erweitertes „Geschäftsmodell“ von Kreditkartenhackern: Das sind nur einige der Cybergefahren, die der Security-Experte Websense im nächsten Jahr auf uns zukommen sieht. Patientendaten sind dabei das Hauptziel.

Das Thema Cybersicherheit machte 2014 Schlagzeilen mit großen Datendiebstählen bei Einzelhandelsketten sowie Attacken auf Cloud-Daten und in diesem Jahr entdeckte man massive Schwachstellen in jahrzehntealtem Quellcode. Die „Websense Security Labs“ haben jetzt in einem Report ihre Prognosen für 2015 veröffentlicht. Dieser Report identifiziert acht wesentliche Trends in Sachen Cyberkriminalität.

Das Gesundheitswesen rückt verstärkt ins Visier von Hackern

Patientenakten bieten Kriminellen eine wahre Fundgrube an personalisierten Informationen, die sich für die unterschiedlichsten Angriffe und Betrugsversuche nutzen lassen. Da das Gesundheitswesen derzeit noch damit beschäftigt ist, Millionen papierbasierter Akten zu digitalisieren, hinken viele Unternehmen dieser Branche beim Schutz der Daten hinterher. Das wird sich in einer steigenden Anzahl von Cyber-Angriffen bemerkbar machen.

Attacken auf das Internet der Dinge gelten Unternehmen, nicht Konsumenten: Das Internet verbindet zunehmend Alltagsgegenstände miteinander und die Presse berichtete bereits groß über erste Angriffsversuche auf Kühlschränke und Thermostate. Eine wirkliche Gefahr besteht aber eher für Unternehmen, denn jedes weitere mit dem Internet verbundene Device vergrößert ihre Angriffsfläche. Sie verwenden neue Protokolle, eröffnen neue Wege um Schadcode zu verstecken, und bedeuten zusätzlichen Datenverkehr, der genau analysiert werden muss, um Bedrohungen aufzuspüren.

Hacker werden es bei ihren Angriffen vor allem darauf anlegen, zunächst die Kontrolle über ein einfaches mit dem Internet verbundenes Gerät zu erlangen, um sich dann von dort aus durch das Unternehmensnetzwerk zu bewegen und Daten zu stehlen. Vor allem Industrieunternehmen werden im Jahr 2015 solche Attacken erleben.

Vom Datenklauer zum Informationsdealer

Die klassischen Diebe von Kreditkartendaten wandeln sich zu Informationsdealern und machen „Karriere“: Cyber-Kriminelle, die es bislang vor allem auf Kreditkarteninformationen abgesehen haben, werden ihren Fokus erweitern und nach umfassenderen Daten ihrer Opfer suchen. So wollen sie umfangreiche Dossiers einzelner Nutzer zusammentragen, die auch Geo-Daten, persönliche Informationen und individuelle Verhaltensweisen enthalten. Die werden sie ebenso verkaufen wie bislang die gestohlenen Kreditkarteninformationen.

Zugänge sind interessanter als Daten

Smartphones werden nicht mehr vorrangig wegen ihrer Daten, sondern wegen ihrer Zugänge gehackt: Smartphones können auf immer mehr cloudbasierte Unternehmensanwendungen und Datenquellen frei zugreifen. Angriffe auf diese Mobilgeräte dienen deshalb zunehmend dem Zweck, sie als Zugangsstationen zu diesen eigentlichen Zielen zu nutzen.

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