Telearbeit beim hessischen Justizministerium

Abgesicherter Fernzugriff

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Startschuss

(Bild: Ecos, Justizministerium)

Für geeignet befunden wurde der „Secure Boot Stick“ vom hessischen Datenschutzbeauftragten sowie dem Sicherheitsbeauftragten für die in der hessischen Justiz eingesetzten IT-Lösungen. Einem Rollout stand somit nichts mehr im Wege. In einer ersten Pilotphase wurden rund 100 Sticks vornehmlich an Richter, Staatsanwälte sowie Rechtspfleger ausgegeben. Letztere profitieren dabei von einem hessischen Modellprojekt zur „Arbeitszeitflexibilisierung und Telearbeit für Rechtspflegerinnen und Rechtspfleger“. Dies soll eine freiere Zeiteinteilung ermöglichen, vergleichbar mit Richtern und Staatsanwälten.

Von überall aus arbeiten

Die mit dem Stick ausgestatteten Mitarbeiter können beispielsweise spezielle juristische Anwendungen wie das Fachverfahren „Eureka-Fach“ oder die Software „Normfall-Manager“ per Fernzugriff auf ihren Büro-Desktop von überall aus nutzen und jederzeit auf wichtige Verfahrens- und Prozessdaten zugreifen.

Der Stick soll dabei eine hundertprozentige Trennung zwischen privatem Rechner und beruflicher Nutzung gewährleisten – aus rechtlichen Gründen ein besonders wichtiger Aspekt für das Justizministerium. Gleichzeitig konnte damit ein weiteres Kriterium vieler Mitarbeiter erfüllt werden: Es ist keinerlei Zugriff durch den Administrator auf den privaten Computer möglich.

„Das Feedback seitens der Mitarbeiter war in der Erprobungsphase von Beginn an sehr positiv“, berichtet Hofmann. „Dabei hat sich bewährt, dass wir bereits im Vorfeld sehr früh das Gespräch mit den Vertretern der Räte gesucht und diese bei diesem Projekt ganz bewusst mit ins Boot geholt haben. Zu den großen generellen Vorteilen für uns und die Kollegen von der HZD zählt, dass praktisch kein Support anfällt, da die Sticks selbsterklärend sind und auch von technisch weniger versierten Mitarbeitern nach dem Plug & Play-Prinzip genutzt werden können.“

Zudem erhalten die Mitarbeiter ein kleines Merkblatt, das zusammen mit dem Stick überreicht wird und die wichtigsten Schritte erläutert. „Wer weiß, was ein Boot-Menü beim Start des PCs ist, kommt zurecht. Eine darüber hinausgehende Unterstützung ist in aller Regel nicht notwendig“, meint Hofmann.

eAkte und eJustiz

Mittlerweile sind landesweit rund 200 „Secure Boot Sticks“ im Einsatz. Doch dies ist erst der Anfang, denn sukzessive soll eine Ausweitung auf weitere Personalbereiche erfolgen, speziell im Segment des mittleren Dienstes und der Tarifbeschäftigten. Dafür sind bereits weitere 1.000 Sticks eingeplant.

Diese Expansion steht vor allem vor dem Hintergrund der umfassenden, bundesweiten Einführung der elektronischen Akte. Sie schafft für viele Mitarbeiter die Voraussetzung, auch per Fernzugriff von überall aus produktiv arbeiten zu können, da alle benötigten Daten elektronisch zur Verfügung stehen. Dies wird eine Folge des im Juni 2013 vom Bundestag verabschiedeten eJustiz-Gesetzes sein, das eine Förderung des elektronischen Rechtsverkehrs vorsieht.

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