Umfrage: Jeder Zweite will eVoting nutzen

Aber: CSU kritisiert Microsoft-Studie zu ePartizipation

| Redakteur: Manfred Klein

Online-Wahlen stehen – bei der Bevölkerung – hoch im Kurs
Online-Wahlen stehen – bei der Bevölkerung – hoch im Kurs (Foto: Michael Büchner)

Wieder ein Mal sind die Bürger weiter als die Politik. Bei der Bundestagswahl würden 51 Prozent der Deutschen ihre Stimme über das Internet abgeben. Unter den sogenannten Digital Natives, also in der Altersklasse der 18- bis 29-Jährigen, würden sogar 65 Prozent online wählen. Wenn man Sie nur ließe.

Denn juristisch ist eine solches Wahlverfahren in Deutschland nicht zulässig. Außerdem möchten sich fast zwei Drittel der Bundesbürger im Internet an politischen Diskussionen oder Abstimmungen beteiligen. Und jeder dritte Deutsche glaubt an ePartizipation als Mittel gegen Politikverdrossenheit. So das Ergebnis einer von Microsoft Deutschland in Auftrag gegebenen Forsa-Umfrage.

In Österreich ist man da schon ein bisschen weiter. Hier können die Bürger via Handy-Signatur wenigstens schon mal ihre Wahlunterlagen bestellen. Und das Angebot kommt an. Die Wahlkarten für die heute durchgeführte Volksbefragung zur Abschaffung der Wehrpflicht wurden in einzelnen Gemeinden von beinahe 50 Prozent der wahlberechtigten Bürger per Handy bestellt. manchen.

Dass ein solches Potenzial auch in Deutschland gegeben ist, zeigen die weiteren Ergebnisse der Studie. Vor allem jüngere Menschen, die sich von der klassischen Parteienpolitik oft wenig angesprochen fühlen möchten digitale Technologien auch im politischen Umfeld stärker nutzen. Für 78 Prozent der Digital Natives ist das Internet auch in politischen Fragen eine gern genutzte Informationsquelle.

65 Prozent der unter 30-Jährigen würden online wählen, 45 Prozent sind davon überzeugt, dass Online-Wahlen auch Nichtwähler zur Stimmabgabe ermutigen könnten. Und 38 Prozent der jungen Wähler sehen in der Beteiligung an politischen Entscheidungen via Internet (ePartizipation) ein probates Mittel gegen Politikverdrossenheit.

Bereits im Herbst 2009 hatte eine Umfrage des Bitkom ergeben, dass Online-Wahlen die Beteiligung an der damaligen Bundestagswahl signifikant gesteigert hätte: 21 Prozent der Nichtwähler gaben damals an, sie hätten gewählt, wäre eine elektronische Stimmabgabe per Internet möglich gewesen. Damit wäre die historisch niedrige Wahlbeteiligung bei der Bundestagswahl 2009 von 71 Prozent auf 77 Prozent gestiegen.

Bisher ist Estland das einzige EU-Land, in dem der Bürger sein Votum auch online abgeben kann. In dem baltischen Staat wurden Wahlen über das Internet bereits 2005 eingeführt, bei den Parlamentswahlen 2011 wurde fast ein Viertel aller Stimmen online abgegeben.

Vor allem die Beteiligung an den Europawahlen hat sich in Estland dadurch in den vergangenen Jahren substanziell erhöht – von 27 Prozent in 2004 auf 43 Prozent in 2009.

Auch in Deutschland würde jeder zweite Bürger online wählen. Noch mehr Bundesbürger haben Interesse an Information und Partizipation über das Internet: 68 Prozent der Befragten wollen sich im Internet über politische Themen informieren.

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Ich verstehe die Bedenken gegen eine Online-Wahl und es sind viele Fragen offen. Aber was hat die...  lesen
posted am 06.02.2013 um 14:02 von Unregistriert

Warum bin ich nicht erstaunt, dass ein US-amerikanisches Unternehmen eine positive Studie zu...  lesen
posted am 19.01.2013 um 13:30 von Unregistriert


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