Standardisierung beginnt 2016

5G als Teil einer umfassenden Netztransformation

| Autor / Redakteur: Hans-Peter Mayer / Susanne Ehneß

An beiden Aspekten wird derzeit geforscht. Alcatel-Lucents Bell Labs arbeiten an einer verbesserten Funkschnittstelle für 5G. Die Forscher entwickelten eine neue Wellenform mit dem Buchstabenkürzel UF-OFDM (Universal Filter Orthogonal Frequency Division Multiplexing).

Dabei handelt es sich um eine Weiterentwicklung der aktuell in LTE-Netzen verwendeten Wellenform OFDM. Über UF-OFDM lässt sich breitbandiger Multimediaverkehr genauso gut übertragen wie schmalbandiger Sensorenverkehr. Das verbessert die Kapazität eines 5G-Mobilfunknetzes.

Alcatel-Lucent erwartet einen fließenden Übergang von LTE zu 5G. Beide Technologien werden wohl einige Jahre nebeneinander existieren. In dieser Zeit des Übergangs wird sich das Funknetz wie auch das dahinter liegende Kernnetz radikal verändern. Stichworte sind Virtualisierung (Network Function Virtualization) und Software Defined Networking.

So wird die Steuerungslogik von Basisstationen (eNode B) zukünftig komplett softwarebasiert sein, während die Antennentechnik und Signalverarbeitung hardwarebasiert bleiben werden. Dabei wandert die Softwareintelligenz des Netzes zunehmend in die „Cloud“.

Und auch diese verändert sich: Sie wird dezentral, rückt geografisch näher an den Endanwender heran („Edge Cloud“). Das verkürzt die Laufzeit von Funksignalen – wichtig in Hinblick auf die benötigten kurzen Latenzzeiten für das Internet der Dinge.

Zudem werden Mobilfunknetz und Festnetz auf Basis von All-IP weiter zusammenwachsen. 5G wird dabei als Bindeglied zwischen vollständig mobilen Nutzern und einem Festnetz, das Gigabit-Geschwindigkeiten bietet, seinen Platz haben. Gleichzeitig werden die heute noch vorherrschenden Makrozellen im Mobilfunknetz abgelöst durch eine Mischung aus Makrozellen und Small Cells.

Ein heterogenes Netz („HetNet“) entsteht, das sehr viel enger als heute geknüpft ist und dadurch mehr Datenkapazität bietet. Ohne diese Verdichtung des Netzes geht es nicht, wenn die durch das Internet der Dinge weiter steigenden Datenmengen transportiert werden sollen.

Ergänzendes zum Thema
 
Zusammenfassung

Ausblick

Der Autor: Dr. Hans-Peter Mayer, Head of Next-Generation Wireless, Bell Labs, Alcatel-Lucent
Der Autor: Dr. Hans-Peter Mayer, Head of Next-Generation Wireless, Bell Labs, Alcatel-Lucent (Bild: Alcatel-Lucent)

Es wird nicht mehr lange dauern, bis die hier skizzierten Forschungsansätze reif für eine Standardisierung sind. Sie soll bereits 2016 beginnen. Ab 2018 werden dann erste Feldversuche mit 5G-Technik erwartet. In der Breite werden 5G-Netze ab 2020 ausgerollt werden. Bis dahin wird sich nicht nur die Mobilfunkwelt, sondern das gesamte weltweite Kommunikationsnetz radikal verändert haben. Eine umfassende Vernetzung aller Lebensbereiche wird dann Realität sein.

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