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Vision Zero – keine Toten und Schwerverletzten im Straßenverkehr

26.000 Straßenkilometer auf einen Blick

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Inwieweit gehen Sie mit Ihrem Projekt auf die Anforderungen der Zielgruppen ein?

Pozybill: Durch die Einheitlichkeit des VSS-Systems wird neuen Mitgliedern der Unfallkommissionen die Einarbeitung erheblich erleichtert. Dies gilt vor allem für Personen in den Verkehrsbehörden, wenn diese zuvor in einem völlig anderen Themenbereich tätig waren.

Das in der Vergangenheit oftmals aufwändige Zusammensuchen der notwendigen Unterlagen für einen Unfallkommissionstermin hat ein Ende – die Lösung des Problems steht im Vordergrund. Ab dem Jahr 2019 wird es auf der Grundlage der VSS-Ergebnisse abzuarbeitende Zielvorgaben für sämtliche Unfallkommissionen in Baden-Württemberg geben.

Wie groß ist die Verbesserung der gesetzlichen und politischen Aufgabenerfüllung?

Pozybill: Ohne ein Werkzeug wie das Verkehrssicherheitsscreening sind die Vorgaben der EU-Richtlinie sowie das Ziel der „Vision Zero“ für den Teilbereich der Straßeninfrastruktur in Baden-Württemberg nicht zu erreichen. Die DEKRA kommt in ihrem Verkehrssicherheitsreport 2018 zu der Einschätzung, dass ein Screening dieser Art europaweit bislang einzigartig sein dürfte.

Welche technischen Voraussetzungen und Infrastrukturen sind vorhanden? Ist eine weitgehende technische Integrationsfähigkeit gegeben?

Pozybill: Das VSS-System ist in Baden-Württemberg seit 2014 landesweit im laufenden Betrieb, die verschiedenen Quellsysteme – zum Beispiel die elektronische Unfallerfassung, die Straßendatenbank – bereits vor diesem Zeitpunkt.

Durch minimale Abhängigkeiten und den Einsatz einer betriebs­systemunabhängigen Laufzeit­umgebung ist der Betrieb der Online-Plattform in den meisten IT-Umgebungen möglich. Die 3-Tier-Architektur, der modulare Aufbau und die Verwendung eines flexiblen, leistungsfähigen serverseitigen Frameworks erlauben es, das System bei Bedarf ohne übermäßigen Aufwand zu erweitern oder anzupassen, um weitere Systeme als Importquellen, Authentifizierungsserver oder ähnliches anzubinden.

Übrigens: Zur Einführung des Verkehrssicherheitsscreenings musste lediglich die Baden-Württembergische VwV-VkSA vom 29. Juni 2015 entsprechend ergänzt werden.

Welche Möglichkeiten zur Nachnutzung Ihrer Projektergebnisse haben Sie geschaffen?

Pozybill: Das Verkehrssicherheitsscreening ist durch seinen sowohl fachlich als auch technisch modularen Aufbau bewusst so gestaltet, dass die Einführung mit minimalen Voraussetzungen und Aufwand möglich ist und die Nutzung anschließend graduell ausgebaut werden kann.

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