eGovernment im Wandel

2022: Zur digitalen Zukunft der Behörden

| Autor / Redakteur: Michael von Uechtritz und Steinkirch / Susanne Ehneß

Michael von Uechtritz und Steinkirch, Michael.vonUechtritz@detecon.com
Michael von Uechtritz und Steinkirch, Michael.vonUechtritz@detecon.com (Bild: Detecon)

Der Public Sector profitiert künftig von Synergieeffekten durch digitales Wissensmanagement, medienbruchfreie Datennetzwerke und durch neue Wege des Austauschs zwischen Verwaltung und Wirtschaft.

eGovernment im Wandel – Michael von Uechtritz und Steinkirch stellt drei Thesen auf:

These 1: Im Jahre 2022 hat die deutsche Verwaltung ein digitales Wissensmanagement in ihren horizontalen und vertikalen Verwaltungsebenen eingeführt.

2022 wird durch die Institutionalisierung des digitalen Wissensmanagements der verwaltungsinterne Austausch von Dokumenten, Informationen und Erfahrungen etabliert. Blaupausen dienen allen Verwaltungsebenen als Wissensgrundlage für zukünftige Vorhaben und werden zugänglich abgelegt. Dies ermöglicht der Verwaltung, Synergieeffekte zu realisieren, um bei schwindender Personaldichte dieselben Aufgaben noch effektiver zu bewerkstelligen. Die digitale Erfassung von Erfahrungswerten einzelner Mitarbeiter führt dazu, Prozessoptimierungen zu ermöglichen. Die kollaborative Kultur des digitalen Wissensmanagements fördert dezentrales Arbeiten, Dokumente werden über behördliche Grenzen der Zuständigkeit hinweg geteilt. Trotz ausscheidender Mitarbeiter steht das Wissen der Verwaltung auch in Zukunft zur Verfügung.

These 2: Verbesserte Kommunikationskanäle und Datentransfers in alle föderalen Ebenen schaffen Synergieeffekte und steigern die Effizienz des Verwaltungshandelns signifikant.

Die gesetzlich verankerte Digitalisierung der Bundesbehörden – wie im eGovernment-Gesetz festgeschrieben – ermöglicht eine schnellere Vernetzung der unterschiedlichsten Behörden. Verwaltungen können, soweit es die Datenschutzrichtlinien erlauben, gemeinsam auf ein Datennetzwerk zugreifen. Verwaltungsanfragen werden im Jahr 2022 über alle organisatorischen Ebenen hinweg mittels eines medienbruchfreien digitalen Kommunikationsweges gestellt und beantwortet. Dies schließt den Aktenaustausch und rechtsverbindliche Unterschriften via qualifizierte elektronische Signatur mit ein. Verfügbare Datenbestände können gleichzeitig genutzt werden, was den Amtsweg massiv verkürzt. Bsp.: Die Immatrikulationsbescheinigung eines Studenten wird nach dessen Einverständnis zuständigen Behörden und Trägern direkt digital im Netzwerk zur Verfügung gestellt. Aufwände sinken damit erheblich. Computerunterstützte Kommunikations- und Datenkanäle helfen, Verfahrensänderungen schneller in die Regelprozesse einzufügen.

These 3: Das eGovernment-Gesetz schafft Schnittstellen zwischen Staat und Wirtschaft, die ein ­medienbruchfreies Melde-, Bericht- und Dokumentationswesen ermöglichen.

Die Kommunikation mit externen Beteiligten wie Unternehmen verändert sich ebenfalls: In Zukunft wird das aufwendige Melde-, Bericht- und Dokumentationswesen – heute noch weitestgehend papierbasiert – digital an die Verwaltung übertragen. Unternehmen mit einer hohen behördlichen Meldepflicht profitieren von der Digitalisierung. Neue Möglichkeiten der Kommunikation zwischen Verwaltung und Wirtschaft (Government-to-Business – G2B) schöpfen ein erhebliches finanzielles Einsparpotenzial aus. Nahezu ohne zeitlichen Verlust können Behörden auf Dokumente reagieren und notwendige Maßnahmen einleiten. Positive wirtschaftliche Impulse entstehen, da Firmengründungen, Bauanträge und ähnliche Vorgänge ortsunabhängig eingereicht und effizient bearbeitet werden können. Der gemeinsame europäische Markt und die Freiheit der Bürger werden weiter gestärkt, da Ummeldungen und Anträge im EU-Ausland ohne persönlichen Gang zur Behörde möglich sind.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 42936969 / Solutions)