Behördennummer im Aufwind 115 mausert sich zum Behördenstandard

Redakteur: Manfred Klein

Für die Behördennummer 115 hat das Jahr gut begonnen. Der Freistaat Sachsen plant den Service landesweit anzubieten. Im Saarland können inzwischen 50 Prozent der Bürger den Service nutzen. Ein weiterer Ausbau ist geplant. Und auch sonst tut sich einiges in Sachen Bürgertelefon.

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115 – eine für alles.
115 – eine für alles.
(Foto: BMI)

So hat sächsische Kabinett den weiteren Ausbau beschlossen. Ziel ist die flächendeckende Einführung des einheitlichen telefonischen Zugangs zur Verwaltung in Sachsen.

Aus Dresden heißt es dazu: „Derzeit ist die 115 in den drei großen sächsischen Städten Chemnitz, Dresden und Leipzig verfügbar. Seit ihrer Einführung ist die 115 für 1,3 Millionen sächsische Bürger erreichbar und wird rege genutzt.“

Dabei stelle der telefonische Service der Verwaltung weit mehr als eine Auskunft dar. In Dresden könnten Einwohner über das „Dreck-weg-Telefon“, das an die 115 angeschlossen ist, Verschmutzungen im Stadtgebiet melden. Um Zeit zu sparen, können in Leipzig die Termine für Bürgerämter oder für die Kfz-Zulassungsstelle telefonisch reserviert werden. Und seit November 2012 ist auch der Winterdienst in Chemnitz über diese Nummer erreichbar. Gegenwärtig wird auch die Nutzung der einheitlichen Behördenrufnummer in Krisensituationen geprüft. Daran, wie auch an der weiteren flächendeckenden Erreichbarkeit der Behördenrufnummer 115 arbeitet das Sächsische Staatsministerium der Justiz und für Europa gemeinsam mit den Projektpartnern des Bundes und der Kommunen.

Staatsminister Dr. Jürgen Martens: „Wie sich zeigt, hat sich die einheitliche Behördenrufnummer 115 schon jetzt bewährt. Wir bieten hiermit den Bürgerinnen und Bürgern einen weiteren Service an, um mit der Verwaltung in Kontakt zu treten. Die Behördenrufnummer 115 ist Teil der Multikanalstrategie, die das Sächsische Staatsministerium der Justiz und für Europa im Rahmen seiner Zuständigkeit für die Staatsmodernisierung verfolgt.“

Und auch das Saarland vermeldet eine positive Entwicklung. Mit dem Beitritt des Saar-Pfalz-Kreises, der Stadt Homburg und der Gemeinde Tholey Anfang März 2013 ist eine flächendeckende Erreichbarkeit im Saarland in greifbarere Nähe gerückt. Bereits jetzt kann jeder zweite Saarländer die Behördennummer 115 nutzen.

„Unser Ziel ist es, die 115 bis Ende 2014 flächendeckend im Saarland einzuführen", erklärt Dr. Hanno Thewes, Leiter der Stabsstelle Zentrales IT-Management (CIO) beim Ministerium für Finanzen und Europa des Saarlandes.

Und auch sonst hat das Jahr 2013 für die Behördennummer begonnen. Mit dem niedersächsischen Landkreis Harburg trat die erste Kommune in diesem Jahr dem 115-Verbund bei. Damit erhielten rund 250.000 weitere Bürger mit der einheitlichen Behördennummer einen direkten Draht in die Verwaltung.

Mit dem Kreis Harburg sind nun insgesamt sechs niedersächsische Kommunen an die 115 angeschlossen, in denen rund 650.000 Bürger den Service nutzen können.

Und ab seit Kurzem kann die Einheitliche Behördennummer 115 auch in der baden-württembergische Landeshauptstadt Stuttgart gewählt werden. Mit dem Beitritt Stuttgarts zu dem 115-Verbund können über 2,7 Millionen Bürger in Baden-Württemberg die Einheitliche Behördennummer erreichen. Neben dem Bodenseekreis und der Stadt Friedrichshafen, die 2009 als erste baden-württembergische Kommunen an den Start gingen, ist die 115 auch in Freiburg im Breisgau, in der Stadt Karlsruhe, im Landkreis Karlsruhe und in der Metropolregion Rhein-Neckar (Heidelberg, Mannheim, Rhein-Neckar-Kreis) zu erreichen. Insgesamt sind es über 70 kommunale Einrichtungen, die sich in Baden-Württemberg an der 115 beteiligen. Auch das Land ist seit August 2011 Teilnehmer im 115-Verbund.

Aktuell letzter Neuzugang ist die Landeshauptstadt Potsdam. Damit kann die Einheitliche Behördennummer 115 auch in der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam gewählt werden.

Mit der Aufnahme des Betriebs der 115 bekennt sich die Landeshauptstadt zum einheitlichen 115-Serviceversprechen: 75 Prozent aller künftigen Anrufe sollen innerhalb von 30 Sekunden angenommen, 65 Prozent ohne eine Weitervermittlung sofort beantwortet werden. Bei komplexen Sachverhalten wird der Anrufer innerhalb von 24 Stunden eine Rückmeldung – auf Wunsch auch per Fax oder eMail – erhalten.

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