eGovernment Computing im Dialog

10 Jahre eGovernment: Erfolge, Fehler, Chancen

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Tom Gensicke von Capgemini griff das Thema MEDIA@Komm nochmals auf. „Ich denke vor zehn Jahren – MEDIA@Komm ist ja schon angesprochen worden – ging es vor allem um Projekte, die auf Einzelverfahren abzielten. Das heißt, man hat versucht, einzelne Fachaufgaben zu elektronifizieren. Das ist heute ganz anders. Es wird mehr an die Infrastruktur gedacht. Es wird mehr an übergreifende Verfahren gedacht. Und eine zentralere Datenhaltung rückt – soweit das denn rechtlich möglich ist – immer mehr in den Mittelpunkt der Überlegungen. Wie gesagt, in einigen Bereichen ist der Fortschritt bemerkenswert. Die Veränderungen in der Verwaltung selbst haben damit allerdings – da stimme ich Jon Abele vollkommen zu – nicht Schritt gehalten. Wenn es um die internen Prozesse geht – also darum, wie bringe ich eine Information von A nach B – ist die Verwaltung in vielen Teilen doch sehr ‚analog‘, wenn ich das Wort mal verwenden darf.“

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Gensicke weiter: „Das heißt, alle Fragen, die sich aus den Themen Dokumentenmanagement, Vorgangsbearbeitung und elektronischer Archivierung ergeben – also zum Beispiel die Frage, wie gehe ich mit eMails um? – sind weitgehend ungelöst. Die wenigen funktionierenden Beispiele, die es gibt, kann man an einer Hand abzählen. Das ist inzwischen für die Verwaltung eine sehr viel größere Herausforderung als noch vor zehn Jahren. Denn das Tempo der Digitalisierung, das durch die Wirtschaft und die Gesellschaft vorgelegt wird, zwingt die Verwaltung zum Handeln.“

Handlungsbedarf sieht Gensicke in der Verwaltung auch im Zusammenhang mit den sozialen Netzwerken. „Natürlich ist die Verwaltung an bestimmte rechtliche Gegebenheiten gebunden und kann nicht einfach so in die Netze rein, wie sie vielleicht möchte. Es bewegen sich aber viele Leute in Facebook, Xing oder anderen Plattformen und gar nicht mehr so sehr in den Medien, in denen die Verwaltung unterwegs ist. Hier sehe ich eine große Herausforderung, die es zu bewältigen gilt. Nicht nur für die Verwaltung. Auch für Unternehmen, auch wenn wir es hier vielleicht ein bisschen einfacher haben, weil wir rechtlich nicht so gebunden sind. Aber diese Digitalisierung beziehungsweise diese digitale Transformation zu bewältigen, das ist schon ein enormer Schritt.“

Der technische und gesellschaftliche Wandel braucht Zeit

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