eGovernment Computing im Dialog

10 Jahre eGovernment: Erfolge, Fehler, Chancen

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Gastgeber Dirk Arendt von OpenLimit bestätigte diese Einschätzung: „Die vergangenen zehn Jahre haben uns gelehrt, dass Technik nicht alles ist und dass Prozesse und Prozessorganisation eine ganz wesentliche Rolle beim eGovernment spielen. Zu Beginn, etwa bei MEDIA@Komm, war das noch ganz anders. Da stand eindeutig die Technik im Vordergrund.“

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Jochen Baier von Steria Mummert Consulting meinte dazu: „Ich glaube auch, dass der Lernprozess, den wir in den vergangenen zehn Jahren erlebt haben, das Wesentliche ist. Ich würde auch Frau Karger zustimmen, wenn sie sagt, die Verwaltung hat sich verändert. Aber eben ein bisschen langsamer und ein bisschen zögerlicher als die Industrie. Da gibt es eben keinen, der vorausstürmt wie Amazon. Aber wenn wir uns an die ersten eGovernment-Diskussionen erinnern – was wurde da nicht alles zusammenfabuliert, was man dem Bürger alles Gutes tun kann. Etwa dass der Bürger sich via SMS irgendwo anmelden kann und dergleichen mehr an Unsinn. Durch die weitere Entwicklung wurde dann aber schnell klar, wo die eigentlichen Bezugspunkte liegen. Und diese liegen in der Tat bei der demografischen Veränderung, beim Nutzen für die Verwaltung, bei der schlichten Kosteneinsparung für die Kommunen, in veränderten Arbeitsbedingungen und dergleichen mehr. Und dieser Prozess ist nicht mehr aufzuhalten, weil die Dynamik zu hoch ist.“

Aus eGovernment wird Government

Erwin Schwärzer, Leiter des Referates Grundsatzangelegenheiten der IT und eGovernment in der Geschäftsstelle von Deutschland-Online, unterstrich: „Die vier Punkte von Jon Abele haben mir gut gefallen. Darauf möchte ich mal ein wenig provokant eingehen. Eigentlich müsste man das ganze Government und nicht eGovernment nennen. Denn genau das ist in den vergangenen Jahren passiert. IT ist aus der Öffentlichen Verwaltung nicht mehr wegzudenken. Wenn sie heute jemanden in der Verwaltung fragen – und da gebe ich meiner Kollegin Pia Karger recht – dann wird man kaum jemanden finden, der meint, dass ohne IT alles viel besser war. Was man aber häufig findet, sind Menschen, die sagen: eGovernment ist irgendwie ein bisschen out. Man spürt das auch im Gespräch mit den Verantwortlichen. Weil eGovernment mit all jenen Dingen in Verbindung gebracht wird, die nicht funktioniert haben. Was wollte man in der Frühzeit von MEDIA@Komm nicht alles elektronisch abwickeln, bis man feststellen musste, dass man sich ungeeignete Prozesse ausgesucht hatte. Und solche Pannen gab es viele. Daraus resultiert das Misstrauen gegenüber eGovernment.“

Schwärzers Schlussfolgerung: „Wir müssen uns sehr viel stärker darauf konzentrieren, welche Infrastruktur bereitgestellt werden muss, damit Verwaltung auch unter den neuen Herausforderungen funktionieren kann. Natürlich sind die Frage der Authentifizierung und die Frage der Formvorschriften enorm wichtig, und man bemüht sich, das mit dem eGovernment-Gesetz in den Griff zu bekommen. Sicher ist auch die Zusammenarbeit in der Verwaltung deutlich besser geworden, das ist keine Frage. Und man hat erkannt, dass man das Ganze nicht nur aus IT-Sicht treiben kann. Dennoch müssen wir die Skeptiker mitnehmen und sie dazu bringen, dass sie zu uns kommen und sagen, wir haben ein Problem, könnt ihr uns dabei helfen.“

„Stichwort Haushalt und demografische Situation: Ich glaube, wir sind hier eigentlich in einer ganz guten Situation. Vieles an technischen Infrastrukturen, was man zur Bewältigung benötigt, existiert bereits in der Verwaltung.

Analoge Prozesse in digitalen Netzen

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