eGovernment Computing im Dialog

10 Jahre eGovernment: Erfolge, Fehler, Chancen

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Abele weiter: „Im Augenblick haben wir jedoch einen sehr interessanten Wendepunkt erreicht. Erstens haben wir den neuen Personalausweis – den müssen wir als Authentifizierungsinstrument zwar noch in den Griff bekommen, gar keine Frage – wir werden in Kürze ein eGovernment-Gesetz in Deutschland haben, das hoffentlich die Schriftformerfordernis deutlich entschärfen wird, und wir haben einen IT-Planungsrat, der sich hoffentlich noch stärker als bisher als Scharnier zu den Fachministerkonferenzen versteht. Und letzter Punkt: Wir sehen uns einem gravierenden demografischen Wandel und einem einschneidenden Haushaltsproblem gegenüber – beides wird hoffentlich neue Geschäftsmodelle erzwingen.“

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Einen Veränderungsdruck erwartet Abele auch von den sozialen Netzwerken: „Das Web 2.0 und die eID-Funktionen des neuen Personalausweises, mit denen Bürger sich authentifizieren können, schaffen ganz neue Interaktionsmöglichkeiten. Ich gehe davon aus, dass Unternehmen und Bürger in Zukunft mit der Verwaltung zusammenarbeiten werden. Das kann heißen, dass sie ihre Daten selbst eingeben oder dass sie sich aus Registern ihre Auskünfte selbst holen. Das kann aber auch heißen, dass sie auf den Prozess der politischen Meinungsbildung sehr viel mehr als bisher Einfluss nehmen. Ich glaube deshalb, dass sich die Geschäftsmodelle der deutschen Verwaltung in den nächsten zehn Jahren deutlich verändern werden.“

Pia Karger, Referatsleiterin im Bundesinnenministerium, dazu: „Mich stört der Begriff Geschäftsmodell im Zusammenhang mit der Verwaltung. Ich glaube, dass Verwaltung …“

„Sagen wir die Art und Weise, wie sie …“, so Abele.

„Ich weiß natürlich, was Sie damit meinen. Sie haben gerade gefragt, weshalb hat sich Verwaltung nicht verändert. Ich glaube, sie hat sich gewaltig geändert. Wir sind inzwischen – gerade was eGovernment angeht – weit weg von einer Sicht, die meint, eGovernment werde nur von diesen IT-Spinnern unterstützt, die sich davon ein Geschäft versprechen. Das Thema ist inzwischen längst in der Fachwelt verwurzelt. Sie finden in der Verwaltung heute niemanden mehr, der das Thema verweigert und behauptet, es ginge ohne IT ...“

„Unbestritten“, entgegnete Abele.

„… und die fachlich Verantwortlichen und Organisatoren verschließen sich dem Thema eGovernment längst nicht mehr. Ganz im Gegenteil herrscht eine Haltung vor, die das Miteinander betont. Inzwischen fragen die Fachverantwortlichen bei der IT nach, wie sich Prozesse elektronisch abbilden lassen“, so Karger.

Die Technik steht nicht mehr im Vordergrund

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