1. BVA-Hackathon

Wenn das Amt zum Bürger kommt

| Autor / Redakteur: Manfred Klein / Regina Willmeroth

Hackathons werden immer mehr zu einem Werkzeug der Verwaltungsmodernisierung
Hackathons werden immer mehr zu einem Werkzeug der Verwaltungsmodernisierung (Bild: dizain/ Fotolia.com)

Unter dem Motto „Verwaltung im digitalen Zeitalter – Zugang zur Verwaltung“ hat das Bundesverwaltungsamt (BVA) in Berlin seinen ersten Hackathon durchgeführt. Der Zuspruch zeigt das große Interesse der Bürger an einer modernen Verwaltung.

Da soll noch jemand sagen, dass die Modernisierung der Verwaltung nicht auf Interesse bei den Bürgern stieße: Mehr als 40 IT­-Begeisterte aus dem gesamten Bundesgebiet beteiligten sich am ersten BVA-Hackathon im historischen Gebäude Unter den Linden 17. In Kooperation mit Microsoft Deutschland, der Bundesdruckerei und der Governikus KG hatte das Bundesverwaltungsamt (BVA) vom 9. bis 10. Juni 2017 dazu eingeladen, gemeinsam an digitalen Lösungen für eine moderne, bürgernahe Verwaltung zu arbeiten.

24 Stunden Zeit, um im experimentellen Rahmen über die Zukunft nachzudenken, kreative ­Ideen und erste Lösungsansätze zu entwickeln – darin bestand die Aufgabe der 10 Teams aus Studierenden, Auszubildenden, Informatikern des öffentlichen Dienstes und anderen IT-Begeisterten. Eine Jury bewertete anschließend die Innovationskraft und Praxis­tauglichkeit der ­Ideen sowie der ersten Umsetzungsversuche.

„Ich finde es großartig, dass Sie die digitale Verwaltung als Chance begreifen und dafür heute Ihre Kreativität und Ihre Kompetenz einbringen“, freute sich BVA-Präsident Christoph Verenkotte über die energiegeladene Atmosphäre des Hackathons. „Ihre Ergebnisse sind beeindruckend!“ Den ersten Platz – und damit einen Sachpreis im Wert von 1.500 Euro – sicherte sich das Team „BotParkPass“ – ein Chatbot zum Beantragen von Parkausweisen.

Mit dem zweiten Preis wurde von der Jury ein Konzept des Teams „<e>lection“ prämiert, das sich mit der Frage befasste, wie das digitalisierte Wahlverfahren umgesetzt werden kann.

Im Fokus des dritten prämierten Projektes von „eGov“ stand die Vereinfachung von Anträgen rund um die Geburt, etwa durch Nutzung von Daten aus sozialen Netzwerken. Interessant und praxisorientiert waren auch die Lösungsansätze der anderen Teams.

Einen Sonderpreis zum Thema Integration teilten sich die beiden Teams von „Bureaucrazy“ und „PersonalRefugeeHasso“. Diese entwickelten unterschiedliche ­Herangehensweisen zur Vereinfachung der gesamten Prozesskette des Asylverfahrens.

„Technische aber auch gesellschaftliche Entwicklungen erfordern von der Verwaltung, sich vom klassischen Vorgehen mit Formularen und persönlicher Vorsprache zu verabschieden“, so BVA-Präsident Christoph Verenkotte auf die Frage nach der Motivation für die Veranstaltung.

Als zentrale Dienstleistungsbehörde profitiert auch das BVA von solchen Entwicklungen. Setzt es doch auch große Projekte wie etwa zur Digitalisierung des Asylverfahrens um.

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