vbw-Studie zum kommunalen eGovernment

Unternehmen fordern mehr Digitalisierung

| Autor: Manfred Klein

Die Digitalisierung bringt die Wirtschaft in Zugzwang – jetzt erwartet sie auch von der Verwaltung eine schnellere Reaktion auf den digitalen Wandel und fordert mehr eGovernment
Die Digitalisierung bringt die Wirtschaft in Zugzwang – jetzt erwartet sie auch von der Verwaltung eine schnellere Reaktion auf den digitalen Wandel und fordert mehr eGovernment (Bild: Coloures-pic – Fotolia.com)

Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V. (vbw) vertritt die Inte­ressen ihrer Mitgliedsunter­nehmen gegenüber Politik und Verwaltung und hat in diesem Zusammenhang das Thema eGovernment entdeckt. Kommt es endlich dazu, dass Wirtschaft und Kommunen bei eGovernment zusammenarbeiten?

Manchmal muss man nur lange genug warten, bis alles gut wird. Seit der Geburtsstunde von eGovernment wollen die Macher wissen, was Wirtschaft und Industrie von eGovernment-Anwendungen erwarten. Doch hielten sich die Industrie und deren Verbände bislang – ungeachtet zahlreicher Studien – mit präzisen Angaben meist zurück. Was dazu führte, dass die eGovernment-Verantwortlichen diesbezüglich immer ein bisschen im Nebel stocherten.

Nun aber kommt Bewegung offenbar in die Sache. Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. hat unter dem Titel „Das digitale Rathaus“ eine umfangreiche Studie und einen dazu passenden Leitfaden mit dem Titel „Kommunales eGovernment für Unternehmen nutzen“ publiziert.

Zielsetzung der Studie

Zur Zielsetzung heißt es im Vorwort der Studie „Das digitale Rathaus“: „Für Öffentliche Verwaltungen ist der Ausbau von eGovernment nicht nur technisch und finanziell ein Kraftakt. Sie müssen auch entscheiden, welche Projekte und Investitionen sich aus Sicht ihrer Kunden, der Bürger und Unternehmen, besonders lohnen.“

Und weiter: „Unsere vorliegende Studie geht dieser Frage aus unternehmerischer Sicht nach. Sie formuliert Handlungsempfehlungen, deren Umsetzung Bayern und seine Kommunen stärker von den Möglichkeiten profitieren lässt, die mit der Digitalisierung von Verwaltungsdienstleistungen verbunden sind. Diese Empfehlungen wenden sich sowohl an Verantwortliche, die standortgerechte eGovernment-Lösungen aufgreifen wollen, als auch an unternehmerische Entscheider, die ihrer Kommune aus Sicht ihres Unternehmens geeignete Strategien empfehlen möchten.“

Interessant sind auch die Ausführungen im Leitfaden. Dort heißt es: „Die Umstellung der Beziehungen zum Rathaus auf eGovernment steht normalerweise nicht auf der Agenda von Geschäftsführungen. Aber nur aus der Führungsebene heraus kann ein Prozess angestoßen werden, der die Beziehung zwischen einem Unternehmen und den Kommunen, mit denen es besonders zu tun hat, konsequent in das digitale Zeitalter hinein entwickelt.“

Auch das Zeitfenster sei gegenwärtig besonders günstig, merken die Verfasser an. Denn mit dem BayernPortal und dem bayerischen eGovernment-Gesetz entstünden aktuell auch auf kommunaler Ebene in Bayern neue Möglichkeiten, attraktive eGovernment-Angebote zu entwickeln. Ebenfalls positiv merken die Autoren den damit verbunden Anspruch der Staatsregierung an, alle Verwaltungsprozesse, die sich dafür eignen, verbindlich über das Netz anzubieten.

Sollten Studie und Leitfaden bei den Mitgliedern der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft nur halbwegs auf fruchtbaren Boden fallen, dann dürften sich einige Gemeinden im Freistaat demnächst mit dem Anspruch ortsansässiger Unternehmen befassen müssen, die moderne eGovernment-Anwendungen einfordern.

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Das wäre umso erfreulicher, da im Zuge der Studie deutlich wurde, dass vielen der befragten Unternehmen gar nicht bewusst war, über wie viele Berührungspunkte sie mit der Verwaltung verfügen.

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