Sächsisches Verwaltungsnetz

Überzeugende Vorteile für Kommunen

| Redakteur: Manfred Klein

Auch die Kommunen des Landes sollen in besonderer Weise vom SVN profitieren. Welche Vorteile können die Kommunen aus dem Netz ziehen, und wie sollen die noch nicht beteiligten Kommunen für das Vorhaben gewonnen werden?

Kiebusch: Das Kernnetz wird den Kommunen durch den Freistaat Sachsen kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Es wird eine gemeinsame, zentrale Diensteplattform betrieben. Dieses leistungsfähige Verwaltungsnetz ermöglicht die Kommunikation zwischen Bund, Ländern und Kommunen. Des Weiteren wird dadurch ein wirtschaftlich günstiger, bedarfsorientierter Zugang zu sicheren Verwaltungsverfahren bereitgestellt. Viele Mehrwerte und Vorteile dieser gemeinsamen Nutzung wären nur mit einem hohen finanziellen Mehraufwand für die einzelnen Kommunen erreichbar. So zum Beispiel die Grundverschlüsselung des Netzes, der sichere, hochperformante Internetzugang oder der 7x24h Servicedesk. Diese Vorteile gilt es dementsprechend aufzuzeigen, um die noch nicht beteiligten Kommunen von dieser gemeinsamen Lösung zu überzeugen.

Bei der Umsetzung des SVN spielte das Ausschreibungsprozedere – hier: Verhandlungsverfahren mit vorheriger öffentlicher Aufforderung zur Teilnahme - eine zentrale Rolle. Welche Faktoren waren hier für den Erfolg besonders wichtig?

Kiebusch: Das Vergabeverfahren lief in mehreren Schritten ab. Zunächst wurden die Beratungsleistungen (juristisch und fachlich) für das eigentliche Vergabeverfahren ausgeschrieben. Wesentlich war hier, dass eine „gesunde“ Kombination von landeseigenem und externem Know-how auf der juristischen und fachlichen Seite erreicht werden konnte. Auf dieser Grundlage galt es, ein Vergabeverfahren für das SVN 2.0 selbst zu wählen, das sowohl den strengen Vorgaben des Vergaberechts genügt als auch inhaltlich angemessen war.

Aufgrund der Komplexität der auszuschreibenden Dienste und damit einhergehender Risiken für die Vertragsparteien wurde das Verhandlungsverfahren mit vorheriger öffentlicher Aufforderung zur Teilnahme ausgewählt. Eine zentrale Rolle spielte hier insbesondere die Losbildung, da diese von grundsätzlicher Bedeutung für die Struktur der Leistungserbringung ist. Bei der eigentlichen Vergabemaßnahme war eine penible und für die Beteiligten transparente Dokumentation aller Verfahrensschritte selbstverständlich. Im Ergebnis konnten die sehr anspruchsvollen terminlichen Vorgaben eingehalten werden. Für Verfahren dieser Komplexität und mit solch einem Auftragsvolumen, ist es nicht selbstverständlich, dass diese so reibungslos verlaufen.

Das Netz ist nun freigeschaltet, jetzt steht die Migration von SVN 1.0 auf 2.0 an. Welche Herausforderungen müssen hier gemeistert werden, und wie sieht der damit verbundene Zeitplan aus?

Kiebusch: Beim SVN 1.0 handelt es sich bereits um ein hoch komplexes, konvergentes Netz, welches eine Vielzahl an Diensten abbildet. Die wohl größte Herausforderung bei der Migration auf SVN 2.0 liegt dabei in einem möglichst unterbrechungsfreien Übergang auf eine vollkommen neue Plattform. Im Gegensatz zum SVN 1.0 werden die bislang getrennten Plattformen für zentrale Dienste und eGovernment-Dienste im SVN 2.0 zu einer großen, gemeinsamen Plattform zusammengefasst. Parallel zur Migration der Dienste erfolgt mit der Bereitstellung einer neuen Leitung und mit dem Austausch von Routern die technische Migration von über 800 Behördenstandorten des Freistaates Sachsen sowie 450 kommunalen Standorten und 1300 Schulen. Wir veranschlagen dafür einen Zeithorizont von einem Jahr. Zieltermin ist Ende März 2018.

Das SVN ist zukunftsoffen angelegt. Wie kann die Landesregierung auf künftige technische Herausforderungen reagieren?

Kiebusch: Die Zukunftsfähigkeit soll im Wesentlichen durch eine einheitliche Basis und Struktur sichergestellt werden. Durch den Aufbau flexibler logischer Netze sowie einer gemeinsamen Plattform für zentrale Dienste und eGovernment-Dienste schaffen wir einerseits Möglichkeiten zur Erweiterung und können andererseits zeitnah und bedarfsgerecht auf geänderte Anforderungen reagieren. Grundlegende, langwierige Anpassungen an der Netzstruktur gehören damit der Vergangenheit an. Zusammengefasst bietet die neue, flache Netzarchitektur eine höhere Performance im Netz, mehr Flexibilität und damit die Basis für zukünftige neue Anwendungen.

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