eGovernment in Bayern

Söder schneidert Digitalisierungsprojekt für Landwirtschaft

| Autor: Manfred Klein

(Bild: © goodluz - stock.adobe.com)

Den Einsatz von digitalen Zukunftstechnologien in der Landwirtschaft fördern, das will der Freistaat Bayern. Der bayerische Finanzminister und Landes-CIO Markus Söder hat zur Umsetzung jetzt ein Digitalisierungspaket präsentiert. So sollen Landwirte können künftig Fahrzeugpositionierungsservice kostenfrei nutzen können.

Dazu erklärte Finanz- und Heimatminister Markus Söder anlässlich der Unterzeichnung des „Digitalisierungspaktes Land- und Forstwirtschaft“ mit dem Präsidenten des Bayerischen Bauernverbands Walter Heidl: „Die Landwirtschaft ist ein wichtiger Bestandteil unserer Heimat und prägt die bayerische Kulturlandschaft. Die Staatsregierung steht eng an der Seite ihrer Landwirte und unterstützt sie, wo immer es möglich ist. Wir haben zusammen mit dem Bayerischen Bauernverband ein maßgeschneidertes Digitalisierungspaket für unsere Land- und Forstwirtschaft entwickelt. Die Digitalisierung und Automatisierung ist wesentlicher Schlüssel für die erfolgreiche Landwirtschaft von morgen“.

„Wir wollen den Einsatz von digitalen Zukunftstechnologien in der Landwirtschaft fördern. Landwirte können zukünftig unseren Fahrzeugpositionierungsservice kostenfrei nutzen“, so Söder weiter. Im neuen Smart-Farming-Paket des Digitalisierungspakts fallen keine Nutzungsgebühren mehr für den amtlichen Dienst zur Fahrzeugpositionierung (FPS) der Vermessungsverwaltung an. Für die Kennungseinrichtung wird eine einmalige Anmeldegebühr von 50 Euro erhoben.

Der FPS soll eine zentimetergenaue Steuerung landwirtschaftlicher Nutzfahrzeuge mithilfe von Satellitennavigation ermöglichen. Die dazu zusätzlich nötigen Korrekturdaten werden vom FPS der Vermessungsverwaltung individuell berechnet und dem Nutzer übermittelt. „Automatisiertes Fahren von landwirtschaftlichen Maschinen nimmt stetig zu – satellitengestützte Maschinensteuerung macht die Bewirtschaftung von Flächen einfacher, präziser und liefert einen wertvollen Beitrag für die Natur und Umwelt“, merkte Söder an.

„Ein Traktor mit GPS-Empfänger und RTK-Korrektursignal kann zentimetergenau gesteuert werden. Dank des Einsatzes von Minister Söder kann mit dem Smart-Farming-Paket‘ eine wichtige Forderung des Bayerischen Bauernverbands umgesetzt werden: das RTK-Signal über den Fahrzeugpositionierungsservice ist künftig kostenfrei und damit auch für kleinere Betriebe leichter einsetzbar“, hob Heidl hervor.“

Der FPS ermöglicht die präzise Einhaltung von geplanten Fahrspuren. Das schont die Bodenstruktur und führt zu geringeren Schäden an Kulturpflanzen. Die Automatisierung der Maschinensteuerung bringt Arbeitserleichterungen für Betriebe und sorgt für einen effizienteren Einsatz der Produktionsmittel. Saatgut, Dünger oder Pflanzenschutzmittel lassen sich so gezielt ausbringen und damit die benötigte Menge reduzieren. Durch die kostenlose Nutzung des Angebots der Vermesser können insbesondere Start-Ups im landwirtschaftlichen Bereich innovative Dienstleistungen speziell für die in Bayern typischen Bewirtschaftungsgrößen entwickeln.

Der Digitalisierungspakt enthält auch ein Angebot für Jäger. „Bei der Jagd sind klare Zuständigkeiten wichtig. Das Jagdkataster der Vermessungsämter ist das Herzstück bei der Führung und Verwaltung einer Jagdgenossenschaft“, betonte Söder. Aktuelle Daten der Eigentumsverhältnisse der jagdbaren Flächen seien die Basis für ein geordnetes Jagdwesen und die Erfüllung der jagdrechtlichen Aufgaben einer Jagdgenossenschaft.

Jagdkataster sind zum Beispiel Grundlage für Abschussplanungen und die Berechnung des Jagdpachtschillings. Ein geordnetes Jagdwesen mit klaren Zuständigkeiten helfe bei aktuellen Themen wie dem Umgang mit Schwarzwildschäden oder der Regulierung von Wildunfällen im Straßenverkehr. „Mit der neuen, stark vergünstigten Kostenstruktur für Jagdkataster entlasten wir die Land- und Forstwirtschaft um rund 300.000 Euro pro Jahr“, merkte Söder an.

„Mehr als 60 Prozent der bayerischen Bevölkerung lebt auf dem Land. Unsere vielfältig strukturierten Familienbetriebe und alle Menschen im ländlichen Raum dürfen bei der Digitalisierung nicht abgehängt werden. Mit dem Digitalisierungspakt wird ein entscheidender Beitrag zur Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse und Arbeitsbedingungen in ganz Bayern geleistet“, betonte Bauernpräsident Heidl.

Land- und Forstwirte profitieren bereits seit vielen Jahren von besonders günstigen Gebühren für Grenzvermessungen im ländlichen Raum. Diese sind im bundesweiten Vergleich im Regelfall in Bayern am günstigsten. Das Digitalisierungspaket steht der Land- und Forstwirtschaft bereits ab dem 1. Oktober zur Verfügung.

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