Social Media Analytics liefert Handlungsempfehlungen

Public Sector kann das Social Web als Stimmungsbarometer nutzen

| Redakteur: Gerald Viola

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon: Welche Daten der sozialen Medien helfen weiter?
UN-Generalsekretär Ban Ki-moon: Welche Daten der sozialen Medien helfen weiter? (Foto: UN Photo/Mark Garten)

Es war noch nie so einfach wie heute, Einsichten zu Stimmungen und Meinungen der Bürger zu erhalten und mit ihnen in Kontakt zu treten – auch für den Öffentlichen Sektor. Angesichts der Social-Media-Aktivitäten eines Großteils der Bevölkerung und des Mitteilungsbedürfnisses der Bürger müsste die Öffentliche Verwaltung lediglich mitlesen.

Dennoch beklagen viele Bürger nach wie vor, dass ihre A­nliegen von den staatlichen Organen nicht zur Kenntnis genommen werden. Noch verwerten Behörden die Fülle an Informationen, die das Social Web bietet, nicht ausreichend und lassen damit Chancen zum Bürgerdialog u­ngenutzt.

Das Ohr dicht am Markt bzw. an den sozialen Medien zu haben, birgt aber noch weitere Potenziale: So hat die Innovationsinitiative Global Pulse der Vereinten Nationen (UN) in einem Pilotprojekt mit dem Software­hersteller SAS untersucht, inwieweit die Analyse von Dialogen im Social Web zur Früherkennung sozialer Problemstellungen dienen kann.

„Unternehmen der Privatwirtschaft analysieren bereits Daten aus den sozialen Medien, um in Echtzeit wichtige Erkenntnisse zu ihren Kunden zu gewinnen“, sagte UN-Generalsekretär Ban Ki-moon bei der UN-Vollversammlung im November vergangenen Jahres. „Viele dieser Daten sind auch höchst relevant in Bezug auf politische und wirtschaftliche Entwicklungen – deshalb müssen auch wir diese Informationen nutzen.“

Aussagekräftige Basis für faktenorientierte Entscheidungen

Ausgangspunkt der Untersuchung von Global Pulse zur Relevanz von Meinungen und Stimmungen im Web als Indikator für tatsächliche Veränderungen in der Gesellschaft ist folgende Fragestellung: Lassen sich aus dem Social Web Erkenntnisse über sich anbahnende soziale Krisen gewinnen – etwa über den Anstieg der Arbeitslosigkeit, noch ehe dieser in den offiziellen Statistiken auftaucht?

Hintergrund ist zum einen, dass amtliche Statistiken vorwiegend die Entwicklungen der Vergangenheit reflektieren und weniger zukünftige Trends. Zum anderen ist jedoch gleichzeitig gerade bei der Krisenprävention vorausschauendes Handeln gefragt. Bereits bestehende Daten und Informationen reichten daher bislang kaum aus, um daraus die richtigen Schlüsse für die Zukunft zu ziehen und zeitnah die passenden Maßnahmen zu ergreifen.

Wenn sich nun amtliche Statistiken mit Hinweisen auf die reale soziale Stimmungslage aus dem Social Web kombinieren lassen, kann daraus eine sehr aussagekräftige Basis für faktenorientierte Entscheidungen entstehen.

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