eIDEE – Wettbewerb für den digitalen Handschlag

„Anwendungen müssen mobile ready werden“

18.06.14 | Autor / Redakteur: Iris Köpke / Manfred Klein

Nur informierte Bürger können Chancen und Risiken vernünftig abwägen und die digitale Revolution zu ihrem Vorteil nutzen, ist Lena-Sophie Müller, Geschäftsführerin der D21, überzeugt
Nur informierte Bürger können Chancen und Risiken vernünftig abwägen und die digitale Revolution zu ihrem Vorteil nutzen, ist Lena-Sophie Müller, Geschäftsführerin der D21, überzeugt (Foto: D21)

Der Ideen-Wettbewerb der Bundesdruckerei eIdee ruft in diesem Jahr zum dritten Mal Unternehmen, Start-ups, Institutionen, Design-Studenten und Schüler dazu auf, Ideen, Konzepte und Projekte rund um sicheres und benutzerfreundliches Identitätsmanagement in der digitalen Zukunft einzureichen.

Die Initiative D21 setzt sich unter anderem dafür ein, die digitale Spaltung zu verhindern und Vertrauen in digitale Anwendungen zu schaffen. eGovernment Computing sprach mit der Geschäftsführerin der D21 und Jurymitglied von „eIDEE – Wettbewerb für den digitalen Handschlag“, Lena-Sophie Müller, über die Perspektive, mit der die Gesellschaft auf Technik schaut und über neue Ansätze, wie mehr Sicherheit akzeptierten werden würde.

Frau Müller, warum ist Vertrauen in technische Anwendungen so wichtig?

Lena-Sophie Müller: Die Digitalisierung bietet enorme Chancen für die gesellschaftliche Entwicklung und Teilhabe. Damit die Menschen sie nutzen können, brauchen sie nicht nur die Fähigkeit, die Technik zu bedienen, sondern vor allem Vertrauen in die Sicherheit der Anwendung. Vertrauen ist ein wichtiger Ansatzpunkt, die digitale Spaltung zu verhindern. Nur wenn die Menschen offen sind, sind die auch bereit, Technologien auszuprobieren.

Welchen Beitrag können Sichere Identitäten dabei leisten?

Lena-Sophie Müller: Wir diskutieren bei den Anwendungen viel über technische Hintergründe und darüber, wie eine Anwendung funktioniert. Das ist aber gar nicht die Perspektive, aus der die Gesellschaft darauf schaut.

Ein Großteil versteht die Komplexität hinter den Anwendungen nicht. Deswegen müssen sie intuitiv nutzbar sein. Sichere Identitäten spielen eine ganz wichtige Rolle, weil sie Vertrauen fördern, das die Unkenntnis über die komplexe Technik ausgleicht. Aber auch für sichere Identitäten gilt, dass sie einfach zu handhaben sein müssen. Menschen müssen sie nutzen können, ohne viel darüber nachzudenken.

Was ist Ihrer Meinung nach dabei der wichtigste Ansatzpunkt?

Lena-Sophie Müller: Ganz klar Aufklärung. Experten sind im Bilde und wissen Bescheid – der Normalverbraucher aber ist zu wenig informiert. Und wer nicht weiß, wie er beispielsweise die Online-Ausweisfunktion-Funktion des Personalausweises einsetzen kann und in den Medien lediglich Schlagzeilen über ihr Gefahrenpotenzial liest, wird sie auch nicht nutzen.

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