Geoinformation à la BMI

Das verstreute Wissen der Gesellschaft nutzen

04.03.2011 | Redakteur: Manfred Klein

Die Weisheit der Massen für eGovernment nutzen. Staatssekretärin Cornelia Rogall-Grothe will bei Geodaten das Wissen der Geselslchaft nutzen

Die wirtschaftliche Nutzung von Geodaten, aber auch der Umgang mit ihnen unter datenschutzrechtlichen Gesichtspunkten, wird auf breiter Front diskutiert. Vor allem der Bund versucht, die Entwicklung voranzutreiben und sucht attraktive Geschäftsmodelle für die Verwaltung und Anwendungen für den Bürger.

eGovernment Computing sprach mit Staatssekretärin Rogall-Grothe über den aktuellen Stand der Dinge.

Frau Staatssekretärin, im Zusammenhang mit der Diskussion um Open Data und Open Government fällt immer wieder auch der Begriff von „Offenen Geodaten“. Was hat es damit auf sich, und welche Chancen und Entwicklungspotenziale verbinden sich mit diesem Dreigestirn?

Rogall-Grothe: Lassen Sie mich zunächst die Begriffe erklären, dann werden auch die Chancen deutlich. Open Government bedeutet die Öffnung von Regierung und Verwaltung gegenüber der Bevölkerung und der Wirtschaft. Das soll durch mehr Transparenz, mehr Teilhabe und durch eine intensivere Zusammenarbeit erreicht werden. Open Data, als Teilaspekt von Open Government, verfolgt das Ziel, Datenbestände des öffentlichen Sektors zur Nutzung, Weiterverwendung und Weiterverbreitung zur Verfügung zu stellen. Dazu zählen unter anderem raumbezogene Daten, auch Geodaten genannt.

Die Öffentliche Verwaltung in Deutschland verfügt über eine Vielzahl an Geodaten, angefangen bei der elektronischen Landkarte, über Verkehrswegepläne und georeferenzierte Arbeitsmarktstatistiken bis hin zu Umweltkarten, wie Altlastenkataster oder Wasserschutzgebiete. Wichtig ist, diese Daten einfach zugänglich zu machen und für eine Harmonisierung der Datenqualität zu sorgen.

Auch das Bundesinnenministerium beschäftigt sich intensiv mit dem Thema. Welche Strategie verfolgt das Innenministerium damit?

Rogall-Grothe: Nicht nur das Bundesinnenministerium, sondern die Bundesregierung beschäftigt sich mit diesen Themen. Das im August 2010 vom Kabinett beschlossene Regierungsprogramm „Vernetzte und transparente Verwaltung“ zur weiteren Modernisierung der Bundesverwaltung enthält unter anderem das Projekt Open Government.

Ziel ist es, die Transparenz des staatlichen Handelns zu erhöhen, wie auch neue Partizipations- und Kollaborationsformen zu ermöglichen, um das verstreute Wissen der Gesellschaft in Entscheidungsprozesse einzubinden. Bis 2013 wollen wir gemeinsam mit allen Ressorts eine Strategie für ein offenes Regierungshandeln erarbeiten und umsetzen. Vorhandene Strukturen sollen vernetzt und ein einfacher Zugang zu Informationen ermöglicht werden. Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft haben sich im Dezember vergangenen Jahres auf dem 5. Nationalen IT-Gipfel in Dresden darauf verständigt, gemeinsame Open-Government-Ziele zu formulieren. Bei Open Data fangen wir nicht bei null an. Ich will an dieser Stelle einige Beispiele nennen: Die Datenangebote des Bundesamtes für Kartographie und Geodäsie im Bereich der Geodaten sowie das Angebot des Statistischen Bundesamtes erfüllen bereits in weiten Teilen die Anforderungen an Open Data. Allein das Statistische Bundesamt stellt bereits 166 Millionen Datensätze online zur Verfügung. Aktuell arbeiten wir daran, allgemeingültige Open-Data-Kriterien zunächst für die Bundesverwaltung zu definieren und dann mit den Ländern und Kommunen sowie einer breiten Öffentlichkeit zu diskutieren. Ein weiteres Projekt des Regierungsprogramms ist die Geodateninfrastruktur Deutschland GDI-DE – ein gemeinsames Vorhaben von Bund, Ländern und Kommunen. Wir wollen einen einfachen webbasierenden Zugang zu Geoinformationen ermöglichen. Komplexe Entscheidungsprozesse in Verwaltung, Wirtschaft und Politik, etwa bei Fragen des Umweltschutzes, der Sicherheit oder der Standortentscheidung können somit effizient unterstützt werden.

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