Staatliches Innovationsmanagement
Verwaltungsmodernisierung aus wissenschaftlicher Perspektive
Erkenntnistransfer
Doch lassen sich diese Erkenntnisse auf andere Innovationsprojekte der deutschen Verwaltung übertragen, die kritischen und Erfolgsfaktoren verallgemeinern? Diese und andere Fragen werden derzeit an einem vom ISPRAT geförderten Projekt des Lorenz-von-Stein-Instituts für Verwaltungswissenschaften in Kiel erforscht. Die Fehler von Innovationsprozessen müssen aus verwaltungs- und rechtswissenschaftlicher Perspektive analysiert werden, um Handlungsempfehlungen für künftige Projekte ableiten zu können und anhand positiver Beispiele Best-Practice-Modelle zu entwerfen. Hinzu kommt eine Betrachtung der künftigen Rolle des Staates, aber auch einer verwaltungswissenschaftlichen Innovationsforschung.
Innovation im Staat meint die Auswirkungen innovativer Technologien auf das bestehende Rechts- und Verwaltungssystem. Staat, Verwaltung und Recht rücken selbst als Objekt der Innovation in den Mittelpunkt. Primär wird es sich um prozessbezogene Innovationen handeln, also Veränderungen von Verfahren und Organisation als Grunddeterminanten staatlichen Handelns. Inhaltlich geht es um die laufende Ausrichtung des administrativen Systems an veränderten Umweltbedingungen, also die stetige Weiterentwicklung von Handlungsinstrumenten der Verwaltung zur optimierten Erledigung von Sachaufgaben.
So zeichnen sich in vielen Bereichen angesichts der überkommenen Strukturen gravierende Probleme und vermehrter Handlungsbedarf ab. Als besondere Herausforderung kann aufgrund ihres Querschnittscharakters die Einführung von IuK-Technologien in der Verwaltung gelten. Zu nennen sind, ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder Repräsentativität: Art. 91c Grundgesetz und die mit der Steuerung eines bund- und länderübergreifenden Koppelnetzes einhergehenden Rechtsfragen, das vom Bundesverfassungsgericht kreierte IT-Grundrecht, die Fortentwicklung überkommener Rechtsinstitute im Kontext der zunehmenden
Insbesondere Projekte, die mit dem Einsatz der IuK-Technologie verbunden sind, zeigen, dass die Bewältigung komplexer Modernisierungsprojekte in der Öffentlichen Verwaltung eine umsichtige Steuerung erforderlich macht. Um eine strategische und gleichzeitig vorausschauende Modernisierungsplanung zu erreichen, bedarf es in einem ersten Schritt einer eingehenden Defizitanalyse, einer vergleichenden Reformbetrachtung und politisch-administrativer Konzeptionen sowie vor allem einer Koordinierung der Reformanstrengungen verschiedener Einheiten. Um die konkreten Ziele zu definieren, zu erkennen und die Erreichung während des Reformkonzepts zu überwachen, ist ein staatliches Innovationsmanagement notwendig.
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