EU Open-Data-Portal

Portal verspricht Vorteile in Milliardenhöhe

| Autor: Manfred Klein

Die EU macht offenbar Fortschritte bei Open Data
Die EU macht offenbar Fortschritte bei Open Data (Bild: Oliver Boehmer, bluedesign® – Fotolia.com)

Capgemini Consulting, das globale Beratungsunternehmen der Capgemini-Gruppe, passend zum Start des Offenen Datenportals der Europäischen Union zwei Studien über den Stand öffentlicher Daten in Europa vorgelegt. Die Themen der Studien sind die „Open Data Reife in Europa 2015“ und der mögliche wirtschaftliche Mehrwert durch Open Data.

Zu den im Rahmen der Studie untersuchten Ländern zählen die Staaten der EU-28 plus Island, Liechtenstein, Norwegen und Schweiz – üblicherweise als EU-28+ bezeichnet. Die Studien wurden von der Europäischen Kommission im Rahmen des Connecting-Europe-Facility-Programms, das den Ausbau einer europäischen Open-Data-Infrastruktur unterstützt und in Auftrag gegeben.

Zu Beginn schicken die Autoren der Studien eine Begriffsdefinition voraus, danach bezieht sich der Begriff Open Data auf jene Informationen, die von öffentlichen Institutionen gesammelt, generiert oder gekauft wurden und von jedermann frei genutzt, modifiziert und geteilt werden dürfen. Das unmittelbare Marktvolumen für Open Data wird für den Zeitraum von 2016 bis 2020 für Europa auf rund 325 Milliarden Euro geschätzt. In Deutschland schätzt man den Wert 2020 auf über fünf Milliarden Euro.

Die Capgemini-Studie „Mehrwert durch Open Data“ skizziert, wie Open Data auf verschiedene Art und Weise wirtschaftlichen Nutzen generieren kann. Dazu zählen steigende Markttransaktionen, neue Arbeitsplätze im Zusammenhang mit Open-Data-Services und -Produkten sowie Kosteneinsparungen und Effizienzsteigerungen.

Die Autoren der Studie erwarten, dass es im Jahr 2020 in Deutschland 18.000 Arbeitsplätze geben wird, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Open-Data-Nutzung stehen. Der gezielte Einsatz von öffentlichen Daten könnte zum Beispiel auch dazu beitragen, rund 629 Millionen Stunden Stau auf den Straßen der EU zu vermeiden, oder den Energieverbrauch um etwa 16 Prozent zu reduzieren.

Durch eine voll ausgebaute Nutzung von Open Data werden die gesamten Einsparungen für öffentliche Einrichtungen in der EU-28+ im Jahr 2020 auf 1,7 Milliarden Euro geschätzt. Dabei könnten die deutschen Verwaltungen mit rund 296 Millionen Euro 2020 den höchsten Einspareffekt in Europa erzielen.

Mit dem Start der Beta-Version des europäischen Datenportals beabsichtigt die EU sowohl den Zugang zu Open Data zu erleichtern, als auch dessen Potenzial zu heben. Das Portal soll dabei alle Aspekte der Daten-Wertschöpfungskette von der Datengenerierung bis zur Weiterverwertung berücksichtigen. Die Datenbank des Portals umfasst mehr als 240.000 Datensätze und 34 europäische Länder.

Das Portal will einen lückenlosen Zugriff auf öffentliche Daten aus ganz Europa bieten. Dabei wurden die Daten in 13 Kategorien eingeordnet, die von Gesundheit über Bildung oder Logistik bis hin zu Wissenschaft und Rechtswesen reichen.

Ganz gleich ob Strafregisterauszüge aus Helsinki, die Arbeitsplatzmobilität in den Niederlanden, Forstbetriebskarten aus Frankreich oder die Auswirkungen der Digitalisierung in Polen – das thematische Spektrum der Datensätze ist breit gefächert.

Dabei kann jedermann, ganz gleich ob Bürger, Journalist, Unternehmen oder Verwaltungsorgan, auf diese Datensätze zugreifen und sie beliebig weiterverwenden.

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