Data Warehouse und Datenanalysen

Open Source bei der Bundespolizei

| Autor: Susanne Ehneß

Streifenfahrzeug der Bundespolizei
Streifenfahrzeug der Bundespolizei (Bild: © Thomas Koehler/photothek.net)

Die Bundespolizei hat die Open-Source-Plattform Pentaho zur Abbildung der polizeilichen Eingangsstatistik und Einsatzplanung eingeführt. Mit der BI-Software erstellt die Bundespolizei Auswertungen im Rahmen ihrer Meldepflichten, zum Beispiel gegenüber dem Bundesinnenministerium des Inneren.

Die Bundespolizei hat sich bei der Erstellung der Eingangsstatistik und Berechnung des dynamischen Bedarfs an Einsatzkräften im Bereich der großen Flughäfen sowie deren Dienstpläne Unterstützung geholt: Das quelloffene Business-Intelligence-Paket Pentaho wurde eingeführt.

Die polizeiliche Eingangsstatistik umfasst 20 Bereiche – unter anderem Einreisezahlen an den Grenzen, Asylfälle, Straftaten oder Fahndungstreffer. Zu ihrer Berechnung führt die Bundespolizei in Pentaho Daten aus verschiedenen Systemen zusammen und bereitet sie einheitlich auf.

Basierend auf diesem Datenbestand kann die Behörde nicht nur ein Großlagebild anhand von Reports erstellen, sondern verschiedenen Benutzergruppen auch einen Zugang zu Datenauswertungen über Webfrontends ermöglichen.

Das Projekt führt die Bundespolizei in Zusammenarbeit mit dem Pentaho-Partner it-novum durch. Der IT-Berater ist seit 2009 in der Beratung, Implementierung und Schulung für Pentaho-Projekte tätig.

Bessere Einsatzkräfteplanung

Die Bundespolizei setzt Pentaho für die Abbildung der Datenintegrationsprozesse und des Data Warehouse ein. Die Software wurde ausgewählt, weil sie offene Schnittstellen bietet und damit die Möglichkeit, Informationen aus verschiedenen Datenquellen zu integrieren.

So lädt die Behörde zum Beispiel täglich die bundesweit gültigen Flugpläne vom Flughafenkoordinator des Bundes in das System. Angereichert mit weiteren Informationen stellt das die Grundlage für die Berechnung des Einsatzkräftebedarfs am jeweiligen Flughafen dar.

Auch die Dienstplanung deckt die Bundespolizei mit Pentaho ab. Die Buchungsdaten aller Zeiterfassungsterminals der Behörde fließen in das System, wo sie aufbereitet und anschließend an die interne Dienstplanungssoftware übergeben werden. Damit werde es laut it-novum erheblich leichter, die tägliche Einteilung der Einsatzkräfte vorzunehmen und zu planen. Die Bundespolizei könne dadurch flexibler auf akuten Handlungsbedarf reagieren.

Anpassungsfähigkeit

Die Bundespolizei wird durch die Plattform flexibler, weil das System auf Open-Source-Technologien beruht und dadurch schnell angepasst werden kann, wenn sich politische, gesellschaftliche oder wirtschaftliche Rahmenbedingungen ändern. Die Behörde kann dadurch schneller ihren Berichtspflichten gegenüber nationalen und europäischen Institutionen wie Frontex nachkommen.

Datenaustausch mit anderen Behörden

Bundespolizisten bei einer Kontrolle
Bundespolizisten bei einer Kontrolle (Bild: © it-novum)

Über die Schnittstellen ist es laut Projektpartner it-novum außerdem grundsätzlich möglich, Informationen (z. B. über Einreisezahlen an den Grenzen) anderen Institutionen oder Ländern im Rahmen der gesetzlichen Grundlagen zur Verfügung zu stellen. Der Austausch von Informationen zwischen Behörden scheitere meistens an technischen Hürden, da Datenformate oder Schnittstellen nicht miteinander kompatibel seien. Pentaho könne durch die offenen APIs nicht nur mit den meisten Interfaces kommunizieren, sondern ermögliche es auch, Daten aufzubereiten und zu konsolidieren, sodass sie sich für verschiedene Zielgruppen und Zwecke zur Verfügung stellen lassen. Momentan stelle die Bundespolizei die Daten in Webfrontends zur Analyse bereit, für die Zukunft sei geplant, sie auch in Dashboards zu visualisieren.

Projektdauer

Die Zusammenarbeit des Projektpartners it-novum mit der Bundespolizei ist auf sieben Jahre angelegt, während der die Behörde die Lösung schrittweise ausbauen und noch stärker integrieren möchte.

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